Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Langsam wird auch die Presse aufmerksam:
"Kostenexplosion bei Dünger und Treibstoff"
https://www.youtube.com/watch?v=f-zlNiPqbZM
"Kostenexplosion bei Dünger und Treibstoff"
https://www.youtube.com/watch?v=f-zlNiPqbZM
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wiederkäuer im "Klima-Labor" Klimakiller Kuh "ist irreführendes Narrativ"
https://www.n-tv.de/wissen/Wiederkaeuer ... 90482.html
https://www.n-tv.de/wissen/Wiederkaeuer ... 90482.html
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Na ja, der Titel "Wiederkäuer im "Klima-Labor Klimakiller Kuh ist irreführendes Narrativ" ist bestenfalls die halbe Wahrheit:
"Wenn Sie es weltweit betrachten, gehen ungefähr 80 Prozent der Soja-Ernte und etwa ein Drittel der Getreide- und der Maisernte an Nutztiere. " (aus dem Link).
Insofern erzeugt die gegenwärtige Nutztierhaltung global gesehen durchaus ein Klimaproblem.
Die Zufütterungshaltung ist das Problem, nicht die Kühe (oder anderen Wiederkäuer) die Gras fressen das von selber gewachsen ist.
Kommt dazu, dass das meiste Soja auf Flächen wächst, die zu diesem Zweck gerodet worden sind.
Die Produktion dieser Futtermittel erzeugt wiederum viel CO2 nach der Rodung, durch Pflügen, Düngen, Ernten, transportieren, verarbeiten. Dazu kommen die unvermeidlichen Humusverluste einer solchen Flächenbewirtschaftung.
Wäre es nicht ein schlaueres Zuchtziel, Kühe nicht auf absolute Milchleistung zu züchten, sondern auf optimale Verwertung von Rauhfutter vom Hof, und fürs Gebirge noch auf Weidegängigkeit und Robustheit? Ganz nebenbei hätten die dann auch ein "tiergerechteres" Leben.
"Wenn Sie es weltweit betrachten, gehen ungefähr 80 Prozent der Soja-Ernte und etwa ein Drittel der Getreide- und der Maisernte an Nutztiere. " (aus dem Link).
Insofern erzeugt die gegenwärtige Nutztierhaltung global gesehen durchaus ein Klimaproblem.
Die Zufütterungshaltung ist das Problem, nicht die Kühe (oder anderen Wiederkäuer) die Gras fressen das von selber gewachsen ist.
Kommt dazu, dass das meiste Soja auf Flächen wächst, die zu diesem Zweck gerodet worden sind.
Die Produktion dieser Futtermittel erzeugt wiederum viel CO2 nach der Rodung, durch Pflügen, Düngen, Ernten, transportieren, verarbeiten. Dazu kommen die unvermeidlichen Humusverluste einer solchen Flächenbewirtschaftung.
Wäre es nicht ein schlaueres Zuchtziel, Kühe nicht auf absolute Milchleistung zu züchten, sondern auf optimale Verwertung von Rauhfutter vom Hof, und fürs Gebirge noch auf Weidegängigkeit und Robustheit? Ganz nebenbei hätten die dann auch ein "tiergerechteres" Leben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Bei dieser Unvermeidlichkeit würden einige Widerspruch anmelden: Klimaschutz durch Humusaufbaudie unvermeidlichen Humusverluste einer solchen Flächenbewirtschaftung
Es kann also Geld geben für nachgewiesenen Humusaufbau, und es ist möglich Humus aufzubauen. Die Flächenbewirtschaftung muss selbstredend angepasst sein.
Mit freundlichem Glück Auf!
Eberhard
Eberhard
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Aus dem Zusammenhang ergäbe sich mühelos: Die unvermeidlichen Humusverluste einer solchen Flächenbewirtschaftung: des intensiven Soja- und Getreideanbaues auf gerodeten Flächen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
hat jetzt nur indirekt mit dem Thema zu tun: vor 6 Wochen ist mein 30 Jahre alter Anhänger nicht mehr durch den TÜV gekommen wegen durchgerosteter Achsen. Da der Aufbau aus Alu und in gutem Zustand ist, habe ich mich entschlossen, neue Achsen einzubauen. Der Landmaschinen-Händler meines Vertrauens hat mir ein Angebot gemacht, jedoch von einer Lieferzeit bis Dezember gesprochen
. Ich also selbst nach neuen Achsen im Netz umgesehen und auch gleich Welche gefunden bei einem großen Teile-Händler, die auf Maß bestellbar sind, "Lieferzeit 4 Wochen" , super
, mich mit dem Monteur abgestimmt: ich besorge die Achsen, er baut ein.
Also bestellt und die üblichen Bestätigungsmails, und dann die Mail mit der Rechnung bekommen und bezahlt.
Weil das aber nun schon 5 Wochen her ist, habe ich die Mail rausgesucht, um die Kontaktdaten für eine Nachfrage zu finden, und dabei habe ich erst das Anschreiben zu der Rechnung genau gelesen, und da steht: "ACHTUNG: Ausliefertermin laut Hersteller 12.01.2022"
Also gleich nochmal das Angebot im Netz aufgerufen: "4 Wochen Lieferzeit", nicht 4 Monate...
Die aktuellen Lieferengpässe werden dem Interessenten schlicht verschwiegen, bis er bestellt hat!
Früher hätte ich die Bestellung sofort storniert, - inzwischen muss ich wohl froh sein, wenn ich ÜBERHAUPT die Teile bekomme
Also bestellt und die üblichen Bestätigungsmails, und dann die Mail mit der Rechnung bekommen und bezahlt.
Weil das aber nun schon 5 Wochen her ist, habe ich die Mail rausgesucht, um die Kontaktdaten für eine Nachfrage zu finden, und dabei habe ich erst das Anschreiben zu der Rechnung genau gelesen, und da steht: "ACHTUNG: Ausliefertermin laut Hersteller 12.01.2022"
Also gleich nochmal das Angebot im Netz aufgerufen: "4 Wochen Lieferzeit", nicht 4 Monate...
Die aktuellen Lieferengpässe werden dem Interessenten schlicht verschwiegen, bis er bestellt hat!
Früher hätte ich die Bestellung sofort storniert, - inzwischen muss ich wohl froh sein, wenn ich ÜBERHAUPT die Teile bekomme
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Soja trägt mit ca. 60 Mio. Tonnen zur globalen Pflanzenölproduktion bei und ist damit nach Palmöl (das dürften um die 75 Mio. Tonnen sein) die zweitwichtigste Ölfrucht. Raps liegt bei ca. 30 Mio. Tonnen.
Natürlich trägt auch der Eiweißwert der Extraktionsschrote zum Futterwert bei. Aber wenn man den Sojaanbau einschränkt, muss auch beantwortet werden, wie das Pflanzenöl dann erzeugt werden soll.
Auf geeigneten Standorten lässt sich Soja auch regenerativ anbauen. Dafür haben wir ja bereits schöne Beispiele in Nordamerika.
Auf Regenwaldflächen hat er m.E. nichts verloren, bzw. höchstens als Unterkultur in Agroforstsystemen.
Dass ich mit der Schweine- und Geflügelmast in aktuellen Umfang nicht glücklich bin, ist eh klar. Das waren mal klasse Resteverwerter und sollten es auch wieder werden. Aber die Reste dürfen ja heute gar nicht mehr verfüttert werden, sondern sind als Sondermüll zu behandeln.
Und die aktuell geplanten Regulierungen werden das System noch bekloppter machen und die Rodung von noch viel mehr Regenwaldfläche bewirken.
Natürlich trägt auch der Eiweißwert der Extraktionsschrote zum Futterwert bei. Aber wenn man den Sojaanbau einschränkt, muss auch beantwortet werden, wie das Pflanzenöl dann erzeugt werden soll.
Auf geeigneten Standorten lässt sich Soja auch regenerativ anbauen. Dafür haben wir ja bereits schöne Beispiele in Nordamerika.
Auf Regenwaldflächen hat er m.E. nichts verloren, bzw. höchstens als Unterkultur in Agroforstsystemen.
Dass ich mit der Schweine- und Geflügelmast in aktuellen Umfang nicht glücklich bin, ist eh klar. Das waren mal klasse Resteverwerter und sollten es auch wieder werden. Aber die Reste dürfen ja heute gar nicht mehr verfüttert werden, sondern sind als Sondermüll zu behandeln.
Und die aktuell geplanten Regulierungen werden das System noch bekloppter machen und die Rodung von noch viel mehr Regenwaldfläche bewirken.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
@Eule:
Hatte ein Holzteil für die Terasse im Juni oder Juli bestellt, sollte August kommen, hab im Seotember auf Nachfrage gesagt bekommen: gibt's gar nicht mehr!
Und das bei einem großen Baumarkt...
Hatte ein Holzteil für die Terasse im Juni oder Juli bestellt, sollte August kommen, hab im Seotember auf Nachfrage gesagt bekommen: gibt's gar nicht mehr!
Und das bei einem großen Baumarkt...
- Rohana
- Förderer 2018

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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ich sag nur Wolf :Demil17 hat geschrieben: Di 2. Nov 2021, 13:01 Wäre es nicht ein schlaueres Zuchtziel, Kühe nicht auf absolute Milchleistung zu züchten, sondern auf optimale Verwertung von Rauhfutter vom Hof, und fürs Gebirge noch auf Weidegängigkeit und Robustheit? Ganz nebenbei hätten die dann auch ein "tiergerechteres" Leben.
Guck dir mal an wie die Zuchtwerte funktionieren und wo die angesagten Bullen herkommen, was die vererben... und was die Kühe am Hof so fressen. Grundfutterverwertung ist das A und O
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das ist der übliche Argumentationsfehler, um nichts ändern zu müssen: Verbrauch wird mit Bedarf verwechselt. Dabei ist das eine stets eine Folge des anderen.Manfred hat geschrieben: Di 2. Nov 2021, 17:51 Wenn man den Sojaanbau einschränkt, muss auch beantwortet werden, wie das Pflanzenöl dann erzeugt werden soll.
Die Synergie von Sojakuchen als Tierfutter und Sojaöl für fast alles sorgt für ein hohes Angebot an billigem Material, weil die Verwertbarkeit der Soja sehr gut ist. Die Industrie kann Sojaöl wie andere pflanzliche und tierische Öle und Fette für fast alles zugänglich machen. Das ist an sich nicht schlecht. Um das Produkt auf dem Markt konkurrenzfähiger zu machen und den eigenen Absatz zu steigern, kann man auch Bauern dahingehend informieren, dass durch Zufütterung des Presskuchens, der sonst in diesen Mengen Abfall wäre, die Milchleistung von Kühen bedeutend gesteigert werden kann. Dadurch kann wiederum das Öl billiger produziert werden, weil ein Teil des Deckungsbeitrages durch das Futtermittel geleistet wird.
Die Produktionsflächen sind billig, weil keiner Geld für sowas wie Aufforstungen oder nachhaltigen Anbau, geschweige denn für Humusaufbau verschwendet, ausser auf Vorzeigeflächen für Greenwashing. Das würde ja nur das Produkt verteuern.
Das führt dazu, dass Soja aus nicht nachhaltigem Anbau so billig und in so grossen Mengen erzeugt wird und verfügbar ist, dass man auch fast alles draus macht - von Salatöl über Kosmetika bis zu Biodiesel. Spätestens wenn aus potentiellen Lebensmittel Diesel gemacht wird, darf man den Begriff Überproduktion gebrauchen - sowas macht man vor allem, um über künstliche Nachfrage die inländische Produktion zu stützen.
Womit der Grossteil der Produktion und damit der Menge als Problem erkannt ist.Manfred hat geschrieben: Di 2. Nov 2021, 17:51 Auf Regenwaldflächen hat er m.E. nichts verloren, bzw. höchstens als Unterkultur in Agroforstsystemen.
Mit der gleichen Argumentation "Wenn man den Anbau einschränkt, muss auch beantwortet werden, wie das Produkt dann erzeugt werden soll" wird man auch Palmölplantagen oder Baumwollenanbau und Kohlekraftwerke und überhaupt fast alles befürworten.
Das Problem ist der viel zu hohe Verbrauch in den Industrieländern. Wir kaufen Soja, um damit Fleisch und Milch zu produzieren und weil das Öl ein billiger Rohstoff für sehr vieles ist. Folglich ist es "Bedarf", folglich wird es angebaut, folglich wird es verbraucht, folglich wird die Produktion ausgeweitet, folglich ... Aufhören tut es, wenn es etwas noch besseres oder noch billigeres gibt, oder wenn die Produktionsgrundlage, in vielen Fällen rodbare Wälder, rar werden.
Die Lösung des Problems findet man, indem man darüber nachdenkt, ob der durchschnittliche Verbrauch bei uns gerechtfertigt oder bloss Bequemlichkeit oder gar Verschwendung ist. Bei Baumwolle wäre es besonders einfach: Könnte der durchschnittliche Verbrauch von 60 Kleidungsstücken pro Jahr und Kopf der Deutschen (oder Schweizer oder Österreicher) damit etwas zu tun haben?.
Die Marktwirtschaft alleine kann das Problem nicht lösen, denn ein Produkt gilt dann als gerechtfertigt, wenn man damit Geld verdienen kann. Andere Kriterien gibt es nicht.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
