Ja, ich find schon, dass es ein Danke wert ist, was die Eltern für einen getan haben. Hab auch noch wenig Eltern im Laufe meines Lebens kennengelernt, die nicht nach ihren Möglichkeiten das Beste für die Kinder gemacht haben.
Ich sass gestern mit Tränen voller Rührung am Küchentisch und hab den selbstgemachten Adventskalender, den ich von einem unserer Kinder bekommen habe- geöffnet- da ist jeden Tag eine winzige kleine Tafel Schoki oder ein kleiner Schokladenengel drinnen, jeden Tag ein netter selbstgeschriebener Spruch-
gestern war es ein Danke für eine schöne Kindheit, neulich ein Danke für "normale Eltern".
War doch nicht alles so fruchtbar
@centauri,
ja es war nicht das Mithelfen, sondern zu wissen, dass man für bestimmte Arbeiten verantwortlich war.
Für mich war es auch nicht immer lustig, wenn es zum Heuen, Rüben hacken und vielem mehr war, meine Freundinnen durfte alle ins Freibad fahren-
wir mussten jeden Tag auf einer Weide nach den Jungtieren schauen, aber da konnten wir danach noch mit Herzenslust im Altwasser schwimmen, mit einem aufgeblasenen Reifen auf dem Wasser des Baches dahinsegeln, ein Baumhaus bauen. Wir wussten nur, dass wir um eine bestimmte Zeit zur Stallarbeit wieder anzutreten hatten und dort unsere Arbeit machen mussten.
Wenn Himbeeren reif waren, haben wir Himbeeren gepflückt, zum Heidelbeerpflücken sind wir als ganze Familie gefahren,
Sauerkraut einstampfen, Blut rühren beim Schlachten und Mithelfen beim Wursten, Äpfel auflesen für den Apfelsaft und dann auch beim Saften mithelfen- die "Brutstätte" für die SV ist vermutlich in meiner Kindheit gelegt worden.
Vielleicht auch, dass es nicht das ganze Zeugs braucht, was man zu haben haben sollte- sondern dass es soviel gibt, dass man mit Geld nicht kaufen kann.
Bei unseren Eltern war das Geld knapp, kann mich jetzt nicht erinnern, dass wir oft in einer Gastwirtschaft zum Essen waren, kann mich auch an keine Famlienurlaube erinnern, aber die Picknicks draussen am See, an besonderen Stellen in der Landschaft, das war für uns einfach schön.
Und die Ferienaufenthalte bei meinen Tanten und Onkeln, besonders bei den Cousinen und Cousins, was hatten wir dort für einen Spass, von versteckten toten Mäusen in den Betten, bis Brennessel unten im Beet beim Ausstrecken der Füsse,
bei einer Tante war in der Nähe ein Kinderspielplatz- war das eine langweilige Sache gegen unsere Spielplätze im Wald.
Wie oft warunser Vater angepisst, weil wir ihm wieder eine ganze Packung Nägel verzogen haben, Bretter waren auch nie sicher vor uns- und mancher Hammer ist eben nicht wieder gleich an seinen Platz gewandert.
Je älter ich werde, umso mehr begreife ich den Schatz, der mir in meiner Kindheit geschenkt worden ist.
Heute kommen Kinder bereits in der Grundschule schon sehr weit herum- können klettern und vieles mehr,
aber diese Freiheit, die wir als Kinder hatten, das kennen sie nicht mehr.