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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 22:28
von Benutzer 2354 gelöscht
nochmal auf anfang.
der Bauer der 200t macht bekommt 30.000 € bei 15 cent das Kg
ich mache 50 tonnen und bekomme 50.000 € bei 1,- € das Kg . Ist jetzt nur ne Theorie , Immer mehr mit immer mehr Kosten zu produzieren ist nicht der einzige Mögliche Weg.
50 Tonnen Kartoffeln zu verkaufen sehe ich im übrigen als nicht unmöglich an. ;)
Wir sind mal mit 30 Weihnachtsbäumen angefangen und wie viele wir jetzt verkaufen würdest du wahrscheinlich nicht glauben.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 22:39
von Benutzer 3991 gelöscht
Ich hab mal im Jahre Schnee in Wien in so nem Monstergebäude gewohnt, im 13. Stock. Donnerstag war Eiertag. Da kam eine Bäurin mit einem Einkaufswagerl aus dem SM mit gestapelten Eikartons und ist von Tür zu Tür, und dann mit dem Lift einen Stock weiter. Man konnte ein Ei kaufen oder soviel man halt wollte. Im Sommer fuhr die Tochter hinterher mit Wiesenblumensträußen, Lavendelsäckchen und sowas. Zur Erntezeit gabs auch Kartoffel, Zwiebel, etc. ich weiß nimmer, ob das teurer oder billiger war als im Geschäft, aber gekauft wurde schon. Keine Ahnung, ob sowas heute noch erlaubt wäre :aeh:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 23:39
von Benutzer 4754 gelöscht
:wbaum:
ich schätze 1000 Bäume, so viele hat mein Konrektor von Gymnasium nebenher geschaft.
Jetzt ist er aD und stockt kräftig auf, Rentner haben immer was zu tun :engel:

Unmöglich ist es nicht, das ist richtig ;)
Du müsstest jeden Tag (auch Sonntags, Weihnachten etc und Neujahr) 200kg Kartoffeln verkaufen damit du Anfang April alle weg hast, danach nimmt sie nur noch die Biogasanlage weil die Qualität stark nach lässt.
Die Gemüsehändler die ich gefragt hab haben zwischen 80 und 150kg am Tag verkauft.
Wenn die 200kg gehen sollen, dann müsstest du mit einen Kampfpreis bei einer Kantine, einem Altenheim o.ä vorstellig werden.
Kampfpreis=irgentwas um die 45-50ct/kg, meine Mutter kauft aktuell den 50kg Sack vorwiegend festkochend für 23€ für die Altenheimküche.

Jede Stunde die du Auf dem Markt verbringst Köster dich 8,5€ Lohn, für einen 8 Stunden Markttag (hinfahren, Aufbau, verkaufen, Abbau, heimfahren ) und 200kg Verkaufter ware musst du 34ct/kg Lohn und rund 10ct/kg Transport Auto Sprit etc für den Verkauf von deinem 1€ abziehen, bleiben 56ct/kg für den ganzen Rest, also 28000€
Rest:
Maschinenkosten:
-Anschaffung
-Wartung
-Stern/Versicherung
Pacht (300€)
Dünger
Pflanzenschutz
Pflanzgut (2500kg/ha!)
Diesel (ca. 200l bei einem alten schluckspecht)
Steuern/Gebühren
Rücklagen
die Lagerhalle
die Maschinenhalle
Das Verkaufsfahrzeug
Dein Lohn (du wirst sicher 35-35) Stunden auf dem Schlepper sitzen bis die Kartoffeln aus der Erde sind und der Gründung eingesät ist(alleine das Legen dauert (laut Tabelle 8-10 std)).

und dein Gewinn.

Du wirst aber mit Direktvermarktung nie einen Grimme Tectron (Kartoffelvollernter), eine 4 Reihige Legemaschiene mit Furchenbehandlung und Beizeinrichtung, einen 150PS Schlepper, 4m Arbeitsgeräte (grubber, egge etc) und eine 36m Spritze so auslasten können das es sinnvoll ist in diese effizienteren Maschinen zu investieren.


Außer du wächst auf die Größe von KTG-Agrar an, dann lohnt sich ein eigenes Filialnetz :haha: :engel:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 00:41
von Steinbock
Ölkanne hat geschrieben: Du müsstest jeden Tag (auch Sonntags, Weihnachten etc und Neujahr) 200kg Kartoffeln verkaufen damit du Anfang April alle weg hast, danach nimmt sie nur noch die Biogasanlage weil die Qualität stark nach lässt.
Die Gemüsehändler die ich gefragt hab haben zwischen 80 und 150kg am Tag verkauft.
Wenn die 200kg gehen sollen, dann müsstest du mit einen Kampfpreis bei einer Kantine, einem Altenheim o.ä vorstellig werden.
Ich kenne einen Landwirt, der schafft im Direktverkauf 46 kg Kartoffeln, 68 bis 136 kg sonstiges Gemüse, 46 L Milch, 23 kg Joghurt, 12 kg Quark sowie 28 kg Käse täglich, das ganze Jahr durch und das alles in Bio-Qualität auf etwas über 200 Hektar. Ach ja über 40 Leute beschäftigt der Landwirt auch noch.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 06:28
von Benutzer 2354 gelöscht
@Ölkanne du findest Gründe warum es nicht geht und ich eben Gründe warum es doch möglich ist. Wenn die ganzen veränderungen in der Landwirtschaft durch sind wird es nur noch ganz große und eben kleine Betriebe geben.Auch den Betrieb von deinem " Chef " wird es dann nicht mehr geben ,es sei denn er wächst .
Ob dieses wachsen sinnvoll oder machbar ist kann und möchte beurteilen aber er muss wachsen.
Wenn du dir für dich keine Direktvermarktung vorstellen kannst ist das in Ordnung muss ja auch nicht jeder wollen . :)
Aber.. naja mach dir deine eigenen Gedanken .
:kaffee:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 06:33
von Benutzer 4754 gelöscht
Steinbock hat geschrieben:
Ölkanne hat geschrieben: Du müsstest jeden Tag (auch Sonntags, Weihnachten etc und Neujahr) 200kg Kartoffeln verkaufen damit du Anfang April alle weg hast, danach nimmt sie nur noch die Biogasanlage weil die Qualität stark nach lässt.
Die Gemüsehändler die ich gefragt hab haben zwischen 80 und 150kg am Tag verkauft.
Wenn die 200kg gehen sollen, dann müsstest du mit einen Kampfpreis bei einer Kantine, einem Altenheim o.ä vorstellig werden.
Ich kenne einen Landwirt, der schafft im Direktverkauf 46 kg Kartoffeln, 68 bis 136 kg sonstiges Gemüse, 46 L Milch, 23 kg Joghurt, 12 kg Quark sowie 28 kg Käse täglich, das ganze Jahr durch und das alles in Bio-Qualität auf etwas über 200 Hektar. Ach ja über 40 Leute beschäftigt der Landwirt auch noch.
Schick mir mal per PN seine Festnetztelefonnummer das ich seine aktuellen Zahlen erfragen kann :mrgreen:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 06:42
von Benutzer 4754 gelöscht
ihno hat geschrieben:@Ölkanne du findest Gründe warum es nicht geht und ich eben Gründe warum es doch möglich ist. Wenn die ganzen veränderungen in der Landwirtschaft durch sind wird es nur noch ganz große und eben kleine Betriebe geben.Auch den Betrieb von deinem " Chef " wird es dann nicht mehr geben ,es sei denn er wächst .
Ob dieses wachsen sinnvoll oder machbar ist kann und möchte beurteilen aber er muss wachsen.
Wenn du dir für dich keine Direktvermarktung vorstellen kannst ist das in Ordnung muss ja auch nicht jeder wollen . :)
Aber.. naja mach dir deine eigenen Gedanken .
:kaffee:
Ja der Betrieb wird wachsen,
doch die Direktvermarktung kann auch für 50t Kartoffeln funktulionieren, ich glaube aber das man das nicht binnen einem Jahr aus dem Boden stampfen kann (den Ertrag ja, den eher weniger)
Wenn es mit meiner einen Tonne Kartoffel wunderbar klappt, will ich auch aufstocken.
Sollte ich jemals bei 50t Angelangt sein, und hier noch aktiv sein, melde ich mich bei dir :)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 07:04
von Benutzer 2354 gelöscht
:lol: das geht manchmal schneller wie man denkt :opa:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 10:25
von Steinbock
Ölkanne hat geschrieben: Schick mir mal per PN seine Festnetztelefonnummer das ich seine aktuellen Zahlen erfragen kann :mrgreen:
Es geht sogar noch besser. Hier ist gleich ein ganzer Artikel über den Landwirt:
„Der Milchpreis auf den Märkten ist mir egal“
10.12.2014
Interview Mathias von Mirbach ist Bauer und Pionier der solidarischen Landwirtschaft. Er setzt auf Vertrauen statt auf den Weltmarkt
...
Von Mirbach ist ein gefragter Gast auf Podien zur Zukunft der Ernährung. Denn auf seinem Kattendorfer Hof im Süden Schleswig-Holsteins betreibt er auf 235 Hektar eine Art von Landwirtschaft, die sich radikal absetzt von den vielen Zwängen, denen Bauern und Verbraucher auf dem Markt normalerweise unterworfen sind.
...
Wer Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft unseres Hofes wird, der erwirbt damit zum Beispiel für seine Familie einen Ernteanteil. Der kostet aktuell 178 Euro pro Monat und entspricht dem, was sich in Deutschland auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern an Nahrungsmitteln für eine Woche anbauen, halten und lagern lässt: 700 Gramm Fleisch und Wurst, 8,75 Liter Milch und Milchprodukte, ein Kilo Kartoffeln und saisonales Gemüse, im Winter vielleicht nur ein, im Sommer dafür bis zu vier Kilo. Wer will, bekommt auch Getreide fürs Brotbacken.
...
Das funktioniert?
Absolut. Es geht ja um Vertrau-en. Für viele ist das so etwas wie ein Nachhausekommen. Wir machen das jetzt seit fast zwei Jahrzehnten, sind heute bei 325 Ernteanteilen und erreichen damit bis zu 900 Menschen. Gerade einmal drei Leuten mussten wir in all der Zeit sagen: Ihr könnt gern bei uns einkaufen, aber solidarische Landwirtschaft ist wohl nichts für euch.
https://www.freitag.de/autoren/sebastia ... t-mir-egal

Hier der genaue Inhalt eines Ernteanteils:

Ernteanteil/Mitglied werden
http://kattendorfer-hof.de/solidarische ... ed-werden/

So kannst Du meine Zahlen nachrechnen.

Mal ein bischen Abwechslung für den heimischen Speiseplan ;-

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 12:13
von Steinbock
LIVIN Farms Hive
von L I V I N farms
https://www.kickstarter.com/projects/14 ... v-i-n-hive