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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 18. Okt 2021, 17:04
von emil17
Eine Weltregierung funktioniert so gut, wie sie weise darin ist zu erkennen, was man nicht weltweit regeln muss.
Gleiche Regeln für Steuern und Kriminalität und Umwelt und Arbeiterexistenz weltweit müssen sein. Details der Produktionsweise der Landwirtschaft kann man nur lokal regeln, weil es nicht sein kann, dass für Sizilien und Schweden die gleichen Regeln gelten. Es muss auch nicht in der Welthauptstat entschieden werden, ob Hinterdupfing eine neue Bushaltestelle wollen darf.
Dazu gehören flankierende Massnahmen auf administrativer Ebene, etwa die, dass der Staat Treuhänder der von ihmverwendeten Steuergelder ist und folglich nicht verschwenderisch damit umgehen darf.
Den Superreichen wird man nur mit Enteigungen beikommen können: Ab einer bestimmten Grösse hat Eigentum nicht die Funktion, die es für kleine Unternehmer und gewöhnliche Leute hat, nämlich eine Voraussetzung der Existenzsicherung in Unabhängigkeit. Also ist auch die Eigentumsgarantie der Gesellschaft hinfällig, denn missbräuchliche Verwendung gesellschaftsnotwendiger Güter (vor allem Boden), die nur dazu dient, auf Kosten der anderen sich zu bereichern, darf nicht von der Gesellschaft geschützt werden.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 18. Okt 2021, 18:25
von Eule
ich will nicht destruktiv klingen, aber die Erfahrung zeigt, dass Macht so ziemlich Jeden (Menschen aus Fleisch und Blut) früher oder später Moral und Gerechtigkeitssinn vergessen lässt, selbst auf lokaler Ebene, um so mehr auf nationaler oder gar internationaler Ebene, und warum sollte es auf globaler Ebene dann anders sein?
Bleibt nur eine KI als oberste Instanz :duckundweg:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 18. Okt 2021, 21:39
von Manfred
Man könnte auch von der Natur lernen.
Die käme niemals auf die Idee, eine Weltregierung zu installieren.
Sie besteht aus kleinen, überschaubaren, ersetzbaren, vergänglichen Einheiten, die zwar in Wechselwirkung und Wettbewerb stehen und sich organisieren, aber keine übermäßige Machtkonzentration zulassen und so eine ständige und schnelle Anpassung an neue Gegebenheiten durch Massenselektion erlauben.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 19. Okt 2021, 08:30
von penelope
Wir sind inzwischen ein klein wenig vom Thema abgekommen, meint ihr nicht? ;)

Gestern Abend lief im NDR eine ganz interessante Doku über Landwirte, die sich vom Bauernverband abgewandt haben. Ich fand die sehr interessant und die Statements des Vetrtreters des Bauernverbands dazu teilweise wirklich erschreckend.

Wer Interesse hat, kann die in der Mediathek gucken:
https://www.ardmediathek.de/video/45-mi ... MzNzFjZTg/

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 19. Okt 2021, 08:44
von Eule
Manfred hat geschrieben: Mo 18. Okt 2021, 21:39 Man könnte auch von der Natur lernen....
Du meinst, Mensch könnte nachhaltig intelligent handeln? Wenn das so wäre, hätte Mensch der Schlange den Stinkefinger gezeigt, und den Apfel am Baum gelassen. :)
Anpassung an neue Gegebenheiten durch Massenselektion
das könnte allerdings 'was werden, ...fürchte ich :pfeif:

Sorry, penelope, Du hast recht, - bin schon wieder weg :flag:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 19. Okt 2021, 08:52
von emil17
Es wird jetzt etwas oT, weil das nicht mehr speziell Landwirtschaft und Lebensmittel berifft.
Es ist insofern noch iT, weil Bauern wie alle Produzenten durch die zunehmende Vermögensungleichheit dazu gezwungen werden, ihre Arbeitskraft zunehmend zum Existenzminimum dazu aufzuwenden, das Kapital der Reichen zu bedienen.
Niedrige Preise und Steuern sind nur scheinbar gut für die Armen - "Nur die Reichen können sich einen armen Staat leisten".

Eine Regierung ist nicht dazu da, damit die Untertanen wissen, was sie zu tun haben. Sie ist auch nicht dazu da, das Hoheitsgebiet auf Kosten der Nachbarn zu arrondieren oder die Leute dazu zu zwingen, nach der Ansicht des Präsidenten zu leben und dessen Werte dem Rest der Welt aufzuzwingen.
Es braucht aber in grossen und arbeitsteiligen Gesellschaften eine Organsiation der Dinge, die nur von der Gemeinschaft effizient besorgt werden können. Zudem müssen diese Gemeinschaftsleistungen von allen getragen werden, was eine Instanz erfordert, die das durchsetzen kann. Es braucht eine Macht, die Recht spricht und durchsetzt, und die - und daran feht es und deshalb kam man auf das Thema - die Leute zurücknimmt, die sich auf Kosten der Gesellschaft unrechtmässig oder pseudorechtmässig bereichern.
Wenn es die Regierung einigermassen gut macht, kennt der grosse Teil der Bevölkerung die Minister nicht namentlich, und diese haben es nicht nötig, Privilegien einzufordern und diese bei jeder Gelegenheit zu zeigen.
Dyrsian hat geschrieben: Mo 18. Okt 2021, 15:33 Man könnte, um die Steuerflucht zu begrenzen, die Staatsbürgerschaft an das Zahlen von Steuern im eigenen Land binden. So ähnlich machen es die USA. Nach dem Motto: wenn du dein Vermögen nach Burkina Faso verschiebt, dann nimm bitte auch deren Pass!
Das ist natürlich ein Rückschritt in die Zeiten, wo nur wählen durfte, wer Vermögen nachweisen konnte. Es widerspricht auch dem Gleichbehandlungsprinzip, denn wer kein Vermögen hat oder wer seine Güter in mehreren Staaten hat, was ist mit dem? Was ist mit Leuten, die ins Ausland heiraten?
Das Beispiel ist übrigens schlecht, denn nach Burkina Faso will trotz vermutlich niedriger Steuern keiner, warum wohl nicht?
Es ist auch typisch, dass es in den USA Teilstaaten gibt, die sehr schöne Steueroasen sind:
Der amerikanische Bundesstaat Delaware ist bekannt für seine Briefkastenfirmen, vor allem in Wilmington, und gilt als Steueroase der USA. Der ganze Bundesstaat Delaware hat nach Angaben des US-Zensus knapp eine Million Einwohner, aber etwas mehr als eine Million hier gemeldete Unternehmen. (wiki)
Briefkastenfirmen sind eigentlich rechtswidrig:
Jedermann hat in der Ausübung seiner Rechte und in der Erfüllung seiner Pflichten nach Treu und Glauben zu handeln.
Der offenbare Missbrauch eines Rechtes findet keinen Rechtsschutz. (Art. 2 ZGB der Schweiz)
- woraus sich nach meinem schlichten Gemüt ergibt, dass Firmen, die offenbar nur dazu gegründet werden, Steuerrecht zu umgehen oder andere lästige Rechtsfolgen einer Tätigkeit zu vermeiden, auch darunter fallen müssten.

Da kein Staat das Recht hat, Bürger anderer Staaten schlecht zu behandeln, wäre eher so etwas wie freier Personenverkehr weltweit nötig, d.h. man behandelt die Leute so, wie man bereits jetzt Kapital behandelt.
Man muss es verhindern, dass sehr reiche Leute besser fahren, indem sie in Steueroasen ausweichen und dort die Gemeinschaftsleistungen privat einkaufen, die sonst die Allgemeinheit erbringt und wozu man Steuern zahlt. Dazu ist eine internationale Steuerharmonisierung und Transfer von reichen zu armen Ländern dringend nötig, so wie jetzt in jedem Land Geld von reichen Provinzen zu armen oder benachteiligten fliesst. Steueroasen kann man durch Handelsembargos sehr effizient unattraktiv machen, es müsste nur der Wille da sein. Man könnte auch ausländische Vermögen von Leuten beschlagnahmen, die in Steueroasen wohnen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 19. Okt 2021, 15:29
von Manfred
NDR: "Bauern ohne Lobby: Wem dient der Bauernverband?"

https://www.ndr.de/Bauern-ohne-Lobby-We ... 90108.html

Bei aller berechtigten Kritik am Bauernverband bin ich gespannt, wann endlich mal eine Studie zu den personellen Verknüpfungen diverse NGOS in Filmform gebracht wird.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 19. Okt 2021, 16:46
von Benutzer 4754 gelöscht
Manfred hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 15:29 NDR: "Bauern ohne Lobby: Wem dient der Bauernverband?"

https://www.ndr.de/Bauern-ohne-Lobby-We ... 90108.html

Bei aller berechtigten Kritik am Bauernverband bin ich gespannt, wann endlich mal eine Studie zu den personellen Verknüpfungen diverse NGOS in Filmform gebracht wird.
https://dserver.bundestag.de/btd/19/040/1904069.pdf
Gibts zwar nicht im Film, aber schon diese Auflistung für den Bundestag zeigt deutlich dass dort eine Hand die andere wäscht bzw mit ausreichend Finanzmitteln ausstattet.
So hast sich der Nabu mehrmals Reisekosten für seine eigenen Mitglieder erstatten lassen...


Und vollständig ist die Liste vermutlich nicht:
Die Mittel aus dem Bundeshaushalt, die dem NABU zwischen 2000 und 2018 als
Zuwendungen zuflossen, sind soweit sie in elektronischer Form vorliegen in der
anliegenden Tabelle erfasst. Für die Jahre 2000 bis 2006 sind die Angaben möglicherweise nicht vollständig, da die Informationen zum Teil nicht elektronisch
erfasst wurden und die entsprechenden Akten nicht mehr vorliegen.
Sage dass mal dem Amt wenn beim Antrag etwas fehlt...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 19. Okt 2021, 17:12
von penelope
Das ist doch die Doku, die ich oben schon verlinkt habe ;)

Die Anfrage der FDP habe ich auch gerade rausgesucht. 2018 und 2019 haben die eine ganze Reihe ähnlicher Anfragen zu verschiedenen Organisationen gestellt. Man kann die ganze Reihe hier finden: ;) https://dip.bundestag.de/suche?term=Zus ... 19&rows=25

Es fließt eine ganze Menge Geld in Projekte, sicherlich kann man drüber streiten, wie sinnvoll die jeweils sind, aber der ganz große Skandal ist da nicht zu holen. Beraterverträge und Nebentätigkeiten gibt es nicht.

Nach einer Anfrage der Grünen musste Klöckner offenlegen, zu welchen Einzelgesprächen sie sich von 2018 bis 2019 getroffen hat. Es gab 25 Treffen mit klassicher Agrar- und Ernährungswirtschaft und 5 Treffen mit Vertretern aus ökologischer Landwirtschaft. https://www.tagesspiegel.de/politik/die ... 61696.html

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 19. Okt 2021, 17:36
von emil17
Oelkanne hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 16:46 So hast sich der Nabu mehrmals Reisekosten für seine eigenen Mitglieder erstatten lassen...
Ich zahle auch Reisekosten für die Angestellten einer Firma, die für mich Aufträge ausführt. Nennt sich Wegspesen und ist normal. Kann man auch als "die lassen sich vom Auftraggeber eine Reise bezahlen" beschreiben.
penelope hat geschrieben: Di 19. Okt 2021, 17:12 Es fließt eine ganze Menge Geld in Projekte, sicherlich kann man drüber streiten, wie sinnvoll die jeweils sind, aber der ganz große Skandal ist da nicht zu holen. Beraterverträge und Nebentätigkeiten gibt es nicht.
Nun, man weiss natürlich nicht, in welchen Beraterverträgen und Nebentätigkeiten, durch die öffentliche Hand finanziert, Leute arbeiten, die auch noch im NABU Mitglied sind. Da aber in D Vereinsfreiheit gilt, kann die öffentliche Hand Auftragnehmer nicht schon deswegen ausschliessen, weil sie in einem Verein oder Verband Mitglied sind. Als Privater kann ich hingegen nur an Katholiken oder nur an Veganer oder nur an Mitglieder des deutschen Skatbundes Aufträge vergeben, wenn mir das gefällt.

Spesenritter, die das Spesenreglement ganz genau kennen und zu ihren Gunsten auszulegen wissen, findet man wohl in allen Parteien und Verbänden: "Wer durch des Argwohns Brille schaut, findet Raupen selbst im Sauerkraut (W. Busch)"