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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 22:43
von emil17
Manfred hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:47
Die Tiefbauer wechseln dann evtl. auch in den "Naturschutz", wo sie für Naturzerstörung vom warmen Büro aus fürstlich entlohnt werden.
Hat schon mal jemand die CO2-Bilanz eines NABU-Büros berechnet?
Vermutlich heizen die auch alle brav mit feinstaubfreiem Scheitholz oder sind so gut gedämmt, dass sie gar keine Heizung benötigen?
Und wenn man dann ihre Bahnfahrten auch noch mit den tatsächlichen Werten statt mit theoretisch voll besetzten Zügen nachrechnet?
Ach so, jetzt wird es sachlich.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 22:52
von Manfred
Ja. Ich bin schon ganz gespannt auf deine Berechnungen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 23:04
von emil17
Manfred hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:40
Was bringt die schönste und theoretisch sinnvollste Frucht, wenn die finanzielle Seite nicht stimmt.
Solange die Kritiker der Landwirtschaft nicht zu einer ganzheitlichen Herangehensweise wechseln, werden sie in der Gesamtschau fast immer mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Vielleicht sollte das auch die Landwirtschaft selber tun?
Manfred hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:40
Was hilft der aus der Ferne schönste ha Blühfläche der Natur, wenn in Südamerika dafür ein ha artenreicher Regenwald gerodet ... werden
Da wäre zuerst einmal festzustellen, ob "die in Südamerika" (oder Indonesien) damit aufhören, wenn wir hier keine Blühstreifen mehr machen? Immerhin haben "wir", also Agronomen nach westlich-industrieller Ausbildungsart, die Landwirtschaft in diesen Kontinenten derart auf Cash-crops umorientiert, und gerne auch die dazu nötigen Maschinen und Pflanzenschutzmittel geliefert.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 23:17
von emil17
Manfred hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 22:52
Ja. Ich bin schon ganz gespannt auf deine Berechnungen.
Leider kann ich Dir da nicht weiterhelfen, weil ich wie bereits bis at nauseam wiederholt mit dem NABU nichts zu schaffen habe und es mir ganz unbekannt ist, wie die Schweizer Variante davon, die Pro Natura, ihre Büros heizen und wie oft sie in wie gut besetzten Zügen warum wo hin fahren. Da mir das selbe auch von den entsprechenden Einrichtungen deiner Zunft, den Bürokraten im Landwirtschaftssektor, unbekannt ist, musst du diesen Vergleich selber anstellen. Damit die Zahlen irgendeinen Bezug zur Realität haben, muss man sie noch mit der Anzahl Büros multiplizieren, und da dürfte wiederum die Landwirtschaft deutlich vorne liegen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 23:24
von Benutzer 4754 gelöscht
penelope hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 22:19
Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 21:01
Weltmarktbedingungen und dann können wir auch zu Weltmarktpreisen produzieren.
Du bist doch angestellt in einem größeren Betrieb, oder?
Möchtest du denn den durchschnittlichen Lohn und den durchschnittlichen Lebensstandard eines Arbeiters in der Landwirtschaft, so global betrachtet?
Ja, ich bin Inschenör
Den Rest deiner frage verstehe ich nicht. Ingenieure haben in ihrem jeweiligen Land in der Regel kein schlechtes Auskommen.
Als Agraring bin ich im vergleich zu den Maschinenbauern, Chemikern, usw deutlich unterbezahlt.
Stört mich aber nicht.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 23:35
von Benutzer 4754 gelöscht
emil17 hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 22:38
Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 21:01
Das tun wir. Un dann kommst du und schipfst was für böse Bauern wir doch sind.
Ich schimpfe nicht, ich stelle bloss fest. Immer wenn man von aussen etwas feststellt, was in der Landwirtschaft schlecht läuft oder besser laufen könnte, dann hat man etwas gegen die Bauern, sprich ihr könnt keine Kritik vertragen.
du stellst nicht fest
und ob etwas besser oder schlechter laufen könnte ist Ansichtssache. Rein für die Betriebswirtschaft sollte sich noch eignes ändern. Konkret müssten auf den klein Schlägen ein paar Hecken weg (um aus 5-10ha eher richtung 30-40 zu kommen) ein paar Stromleitungen sollten noch vergraben werden damit die Masten wegkommen und wir überlegen wie wir unproduktive Ecken in den Schlägen anderweitig besser nutzen können.
Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 21:01
Zur Marktwirtschaft:
ja die wäre schön.
Weltmarktbedingungen und dann können wir auch zu Weltmarktpreisen produzieren.
Es herrschen keine Weltmarktbedingungen und zum Ausgleich bekommen wir Agrarausgleichszahlungen.
Schön, dann machen wir mal: Produktpreise und Löhne ohne Aussenschutz, keine Ausgleichszahlungen, kein Agrardiesel, alles was rein industrielle Tierproduktion ist, kommt in die Industriegebiete.
willkommen bei der Gewerblichen Tierhaltung. Die haben kein Privilegiertes Bauen. Auflagen im Umweltbereich genau wie für alle anderen Betriebe auch
das ist heute schon so. Und behindert massiv den ausbau von Tierwohlställen und der Freilandhaltung . Selbstverständlich keine Privilegien mehr wie Schutz der Bodenpreise vor Spekulation.
gibts heute auch nicht mehr in wirksamer form
Oelkanne hat geschrieben:Es lassen: da kommt der böse Strukturwandel...
Das erste was passieren würde: Ein sehr viel rascheres Eingehen von Betrieben.
Du sagst es, aber der andere Bauer hier im Forum findet genau das schlimm und eine Folge der Überregulierung.
du siehst dass sich die Katze in den Schwanz beist? Manfreds Überregulierung tötö kleine Betriebe durch unnötige bürokratie. Die Marktwirtschaft tötö kleine Betriebe durch den Skaleneffekt. Tja, kleine Betriebe kann man nur noch erhalten enn sie nicht mehr von ihrem Produkt leben müssen sondern allein aus der Hand des Steuerzahlers. Und darüber beklagst du dich immer.
Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 21:01Die Tiefbaufirma hat keine Konkurrenz aus aller Welt, deshalb braucht sie auch kein Ausgleich. Sie produzeirt zu lokalen Preisen und nicht zu Weltmarktpreisen.
Das stimmt für den lokalen Abwassergraben, aber nicht für Grossaufträge wie neue Bahnstrecken, Schnellstrassen und dergleichen.
doch auch da gilt das. Oder ist dir schon mal ein russischer, Australischer, Ukrainischer oder kanadischer Bauunternehmer in großen Scharen begegnet? Großprojekte werden allerhöchstens Europäisch ausgeschrieben, das aller meiste nur national.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 23:43
von penelope
Auch ein richtig gut bezahlter Agraring (oder vergleichbarer Abschluss) in Russland, China oder Korea (nur als Beispiel) lebt ganz deutlich unter dem Standard, den du hier in Deutschland vermutlich hast. Wenn du die ganz freien "Weltmarktbedingungen" haben möchtest, dann geht das natürlich nicht mit Arbeitslöhnen einher, die deutlich über dem "Weltmarktniveau" liegen.
( Und wenn ich im Studium mehr in Richtung Wirtschaftsprüfung gemacht hätte und weniger Umweltökonomie, hätte ich mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt auch nen besser bezahlten Job. Da haben wir uns beide unser Schicksal selbst ausgesucht

)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 15. Okt 2021, 23:56
von Benutzer 4754 gelöscht
penelope hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 23:43
Auch ein richtig gut bezahlter Agraring (oder vergleichbarer Abschluss) in Russland, China oder Korea (nur als Beispiel) lebt ganz deutlich unter dem Standard, den du hier in Deutschland vermutlich hast. Wenn du die ganz freien "Weltmarktbedingungen" haben möchtest, dann geht das natürlich nicht mit Arbeitslöhnen einher, die deutlich über dem "Weltmarktniveau" liegen.
Ich verstehe immer noch nicht, warum ich plötzlich in Rubel oder AUD bezahlt werden sollte?
Mein lohn schöpft in teilen den Mehrwert ab, den ich für das Unternehmen bringe. Wie groß dieser Teil ist hängt von der Nachfrage nach Ingenieuren ab.
Wenn ich in Russland arbeiten würde, würde ich den üblichen russischen Lohn erhalten.
Wenn du Umweltberatung in Buthan machst, bekommst auch du weniger wie hier.
Es ist ganz normal dass man in verschieden Ländern verschieden verdient.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 16. Okt 2021, 00:04
von penelope
Ja klar, aber auch in Kaufkraft umgerechnet sind in den meisten Ländern die Einkommen nicht auf dem Niveau wie bei uns.
Du findest es wahrscheinlich total normal, dass du mit deiner Ausbildung ein ganz gute Wohnung drin ist, irgendwann mal ein eigenes Haus, ein Auto, Urlaubsreisen und ein nettes Hobby. Krankenversicherung, gesetzliche Rente und Urlaubsanspruch findest du vermutlich ganz selbstverständlich. Das ist es aber in den allermeisten Ländern der Welt nicht - auch nicht für Leute mit Ingenieursausbildung.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 16. Okt 2021, 00:09
von penelope
Oelkanne hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 23:56
Mein lohn schöpft in teilen den Mehrwert ab, den ich für das Unternehmen bringe.
Wäre das so, dann würde dein Chef nichts verdienen
Der Mehrwert des Arbeiters geht erst Mal an den Kapitaleigner. Wie viel der davon dann als Lohn an den Arbeiter zurückgibt, ist von Land zu Land sehr verschieden. Und in Deutschland schneidet man da im internationalen Vergleich meist verdammt gut ab.