terra preta

Benutzer 1612 gelöscht

Re: terra preta

#301

Beitrag von Benutzer 1612 gelöscht »

Man ist sich offenbar auch bei den Fachleuten noch nicht ganz einig, wie die Fermentierung bei größeren Mengen an organischem Material funktionieren soll...
Also das beantwortet nicht meine Fragen, außerdem besteht bei denen das organische Material zur Hälfte aus irgendeinem "Milchschlamm".
Ich will das im ganz kleinen Rahmen versuchen und Küchenabfälle verwenden!

Sind meine Fragen denn so naiv? Oder was? :eek:
luitpold

Re: terra preta

#302

Beitrag von luitpold »

na solange bis kompost daraus geworden ist.

das mischungsverhältnis bei sonnenerde ist 1: 10.
ich würde 1kübel normale holzkohle 1kübel gartenerde und 10 kübel küchenabfälle mischen und die extra EMOs weglassen.
ganz einfach im komposter, oben reinwerfen und unten rausnehmen.
wenn man das kompostierte material nicht mehr so gut erkennt dann ist der passende zeitpunkt da, das ergebnis ist mulchmaterial.
immer einen kübel auf 3 m2 ausbringen.

man kann es auch länger reifen lassen, bis du es eben brauchst.
Sabi(e)ne

Re: terra preta

#303

Beitrag von Sabi(e)ne »

@IngCent: http://www.sampada.de/
Sampada-Ofen zum Kochen, dann ablöschen, dann Holzkohle.
Holzkohle trocknen und im Eimer/auf einer ebenen Fläche zerstampfen, geht mit nem dickeren Abschnitt eines Baums ganz gut, wie Maisstampfen in Afrika.
Video: http://www.youtube.com/watch?v=v6LceGK4XQA
IngCent

Re: terra preta

#304

Beitrag von IngCent »

Sabi(e)ne hat geschrieben:@IngCent: http://www.sampada.de/
Sampada-Ofen zum Kochen, dann ablöschen, dann Holzkohle.
Danke für den Link.
Das ist für mich "too much" in meinem Schrebergarten
Sabi(e)ne

Re: terra preta

#305

Beitrag von Sabi(e)ne »

:hmm: Warum? Kaffeekochen oder mal eben was drauf kochen, was mit dem Grill nicht so gut geht?
Ich find das Teil toll für beides - kochen und Holzkohle machen.
IngCent

Re: terra preta

#306

Beitrag von IngCent »

Wenn ich das Holz dazu hätte, würde das Teil vielleicht sogar Sinn machen.
Aber das fällt in meinem Garten nur sehr wenig an.

LG
Ingrid
Sabi(e)ne

Re: terra preta

#307

Beitrag von Sabi(e)ne »

Wenn du einen Kleingarten hast, guck mal öfter am Sammelkompostplatz vorbei, da sind oft holzige Stecken abzugreifen.... :pfeif:
kleinesLicht
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Registriert: Do 13. Okt 2011, 07:56

Re: terra preta

#308

Beitrag von kleinesLicht »

Guten Morgen, Ingrid,

in der Produktbeschreibung vom Sampada steht nix von zwingend Holz. Anscheinend kann man mit ihm alles verbrennen, was trocken und pflanzlichen Ursprungs ist. Heckenschnitt trocknen lassen etc.
Vielleicht koennte hobbygaertnerin einen Erfahrungsbericht schreiben?
viele Grüße
ein kleines Licht
hobbygaertnerin
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Re: terra preta

#309

Beitrag von hobbygaertnerin »

Meine Erfahrung mit dem Sampada-
es muss sehr trockenes Material verwendet werden, holziges Material ergibt eine festere Kohle, mit Kartoffelschalen oder sonstigem Material muss eher nachgelegt werden.
Ich verwende Hackschnitzel, nutze die anfallende Wärme zum Erhitzen von Wasser oder zum Kochen.
Mein Traum- unsere Heizung würde - Wärme, Strom und anfallende Holzkohle liefern.

Ein allgemeingültiges Rezept für Terra Preta kann ich nicht liefern,
ich hab nach vielem Lesen für mich herausgefunden, dass eine sehr gute Mischung von Gartenabfällen, geschreddertem Strauchmaterial, etwas Hefe,gemahlenen Eischalen, Ziegelsplitt oder ähnlichem, Knochenmehl, Hornspäne, Federn,Kaninchen und Wachtelmist, Erde, 10 % Holzkohle und eigentlich aller anfallenden Biomasse vermutlich an die Ur-Terra Preta wohl am nächsten hinkommen könnte. Rein gefühlsmässig war die Terra Preta die Müllgrube der damaligen Zivilisationen.
Papier verwende ich auch als Zugabe zum Kompost und den richtigen Feuchtigkeitsgehalt zu finden, die Holzkohle weiche ich in einer Mischung aus Kaninchenjauche und Melasse ein.
Leider gibt es keine mündliche oder schriftliche Überlieferung, ausserdem ist im Ursprungsland ein vollkommen anderes Klima.
Auf alle Fälle wächst es, dass einem das Herz im Leibe lachen kann.
Stieglitz

Re: terra preta

#310

Beitrag von Stieglitz »

Hallo hobbygärtnerin,

Du beschreibst die Zusatzstoffe zu einem Gemisch, das der „Terra Preta“ nahekommt sehr gut.
Es ist lediglich eine Frage der jeweiligen Menge, aber vor allem fehlt neben Kohlenstoff und Stickstoff noch der mineralische Teil. Dieser Teil wäre in Holzasche vollumfänglich enthalten. Wenn Du eine Mischung ohne Holzasche vornimmst, bekommst Du eine Mischung Richtung organische Dünger (bio).

Der biologische Teil sollte in der C/N Balance liegen. Dafür gibt es Tabellen.
(C = Kohlenstoff / N = Nitrat oder Stickstoff)

Mit der Zeit bekommt man das Auge dafür wie viel von was man nehmen muss, wenn man eine neue Charge zusammenstellt.

Das Geheimnis der „Terra Preta“ liegt wahrscheinlich in den Stoffen, die den Mikroben (Nährsalzen) ein Habitat (Behausung) bieten können. Da gibt es zeitlich drei verschiedene Stoffe:

Kurzfristig: Holz, Sägemehl, Kaffesatz etc.
Mittelfristig: Nusschalen von Baumnüssen, Kokosnüssen, Paranüssen etc.
Langfristig: Holzkohle, gebrannte Tonwaren (Scherben), Sand, Steinmehl etc.

Deshalb dürfte es gut sein, seiner Gartenerde nebst Holzkohle ab und zu eine Handvoll Ziegelsplitt beizufügen. Auch Sand und Steinmehl sollten nicht fehlen, aber es kommt auf den Gartenboden an, den man bewirtschaftet.

Ich habe festgestellt, dass die Wurzeln meines Feldsalates in den Trögen, die wenigen Holzkohlefragmente in der übersiebten Pikiererde förmlich umarmt haben um Nährstoff abzuholen. Die Wurzeln hingen ganz voll vom Kohlenstoff, als ich sie aus der Erde zog.

Wenn Du eine Mischung Richtung organo-mineralischen Dünger anstrebst , ist dies ohne weiteres möglich. Es war das Rezept von „Terra Preta“. Biologisches Material mit Holzasche. Es war der Soff der Müllgruben der damaligen Zivilisationen, wie Du selber schreibst.

Volldünger (mineralischer Dünger)gab es damals noch nicht.

Holzasche war bei den Indios im Amazonasbecken nebst Holzkohle bestimmt ein integrierender Bestandteil, von dem, was sie quasi auf den Mist warfen und das heute als „Terra Preta“ wiederentdeckt wird. Über die Zusammensetzung der Holzasche habe ich bereits einmal geschrieben. Der Einfachheit hier nochmals:
Aschen aus der Verbrennung von Holz enthalten die Pflanzennährstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Phosphor. Durchschnittliche Nährstoffgehalte von Holz-Feuerraumaschen sind:

25-45 % Calciumoxid (Kalk), jeweils
3-6 % Kalium- und
3-6 % Magnesiumoxid und
2-3 % Phosphat.

Der im Holz gebundene Stickstoff entweicht bei der Verbrennung nahezu vollständig.
Bei einem Kompost mit Holzasche (gemäss Indios) dürfte es sich deshalb um einen organo-mineralische Dünger handeln (Erläuterungen dazu weiter unten).

Folgende Beschreibung habe ich mir notiert, ich weiss aber nicht mehr von wo.

Die wichtigsten Stoffe sind der

Stickstoff (N wie Nitrat), aus dem Eiweiß für das Wachstum der Pflanze gebildet wird.

Phosphat (P), welches die Wurzelbildung und die Fruchtbildung fördert und

Kali (K), welches für den festen Aufbau des Pflanzengewebes sorgt.
Hinzu kommt noch der

Kalk (C wie Calcium), der einerseits die Zellwände festigt, andererseits die Säuren und giftigen Stoffe im Boden bindet. Zu guter Letzt kommen noch die

Spurenelemente, wie Magnesium (für das Blattgrün) und Kupfer (schützt das Blattgrün) hinzu.
Der Kalk ist vergleichbar mit kohlensaurem Kalk. Dieser Kalk (aus der Asche) wird von den Würmern liebend gerne gefressen und als gute Erde wieder ausgeschieden.

Wiki schreibt:

Düngemittel werden unterschieden in:

• organische Dünger
• organo-mineralische Dünger
• mineralische Dünger

Als organische Dünger dienen Mist, Gülle und Jauche sowie Gründüngung und Mulch.

Mineralische Dünger werden als (Einzelnährstoffdünger) oder Mehrnährstoffdünger angeboten.

Dünger, die Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten, werden NPK-Dünger oder Volldünger genannt. Bestandteile dieser Dünger sind die Hauptnährelemente (Stickstoff, Phosphor und Kalium). Daneben enthalten viele Volldünger auch Schwefel, Calcium und Magnesium und Spurenelemente. Letztere werden auch als spezielle Spurenelementdünger angeboten.

Der Ausdruck Kunstdünger verweist auf synthetisch hergestellte Dünger, meist in der falschen Annahme, nur mineralische Dünger würden synthetisiert.

Inzwischen werden vermehrt organo-mineralische Dünger eingesetzt, für die der gleiche Begriff gilt.
Ein weiterer Bestandteil, den ich vermehrt verwende, ist Sedimentsstaub (Sand), der bei uns in einer Schicht von ca. 450 m.ü.Meer vorkommt.

Noch zu erwähnen wäre natürlich der Betonmischer, mit dem ich jede gewünschte Mischung obiger Komponenten zusammenmischen kann.

Dies kann ein Zusatzstoff sein, den ich dem Bokashi beifüge oder aber Aussaaterde, Pikiererde etc.

Der Zusatzstoff z.B. besteht aus Holzkohlepulver, Kaffeesatz, Sägemehl, Sedimentsstaub und Urgesteinsmehl, je nachdem wie stickstoffhaltig die Grundmasse ist, die ich verbokashieren möchte. Meistens besteht diese zu einem grossen Teil aus Gras (Rasen), das bekanntlich sehr stickstoffhaltig ist.

Holzasche gebe ich dem Bokashi nicht bei, weil dieses alkalisch ist und wahrscheinlich die Milchsäuregärung stören würde. Holzasche gebe ich je nach Anbauprodukt direkt auf den Gartenboden in einer sehr sparsamen Schicht, mit einem feinen Sandsieb aufgetragen.

Liebe Grüsse Stieglitz
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