Zacharias hat geschrieben: Fr 11. Jun 2021, 19:15Im Brunnen steht das Wasser hoch und im Stall ist selbst bei wochenlang trockenem Wetter der Boden nass. Der würde ja bei längerer Trockenheit abtrocknen, wenn das Wasser von außen käme. Hinter dem Stall ist es auch feucht.
Du musst drei Fälle unterscheiden:
a) Grundwasser
b) seitlich zufliessendes "drückendes" Wasser
c) Kondenswasser
Ein feuchter Stall im Frühjahr kann durchaus wegen Kondenswasser sein, wenn das Erdreich noch kalt, die Luft aber warm und feucht ist. Du kannst einen Hartbrandziegel, einen Granitbrocken oder auch ein Stück Eisen reinlegen und schauen, ob sich das mit Schwitzwasser beschlägt.
Abhilfe ist dann durch richtiges Lüften möglich - nämlich nur dann lüften, wenns draussen kälter ist als drinnen.
Um Grundwasser festzustellen, gräbt man beispielsweise irgendwo im Stall ein Loch und guckt ab und zu rein. Wenn dann etwa das Wasser nach jedem Regen deutlich höher steht, aber bald wieder zurückgeht, dann deutet das auf ein Problem mit der Dachentwässerung hin, oder es fliesst Wasser seitlich zum Haus hin. Reines Grundwasser würde sich hingegen durch einen Regen nicht sehr verändern.
Wenns hinter dem Stall auch feucht ist, sollte man zuerst sicherstellen, dass es nicht eine mangelhafte Dachentwässerung ist (Dachrinne läuft über oder fehlt, Fallrohr oder wegführende Grundleitung verstopft, wo geht das Regenwasser überhaupt hin, und so weiter), und das geht am besten bei Dauerregenwetter.
Mit hohem Grundwasserstand habe ich keine Erfahrung, weil ich im Gebirge wohne und wirke, aber jede Art von Entwässerungsplanung muss eigentlich dort anfangen, wo das Wasser hin soll, das man nicht möchte. Bei dauernd hohem Grundwasserstand (Brunnen) kann man eigentlich nur so bauen, dass man drüber bleibt, oder eben mit einem nassen Keller leben, oder dauernd abpumpen (was viel Sorgfalt bei der Planung und Ausführung verlangt, wegen versandender Saugleitungen und so weiter).
Seitlich zufliessendes Wasser kann man durch Gräben vom Haus fernhalten, nachdem man weiss, wo es her kommt und wo es hin soll.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.