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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 06:28
von Benutzer 2354 gelöscht
@Ölkanne du findest Gründe warum es nicht geht und ich eben Gründe warum es doch möglich ist. Wenn die ganzen veränderungen in der Landwirtschaft durch sind wird es nur noch ganz große und eben kleine Betriebe geben.Auch den Betrieb von deinem " Chef " wird es dann nicht mehr geben ,es sei denn er wächst .
Ob dieses wachsen sinnvoll oder machbar ist kann und möchte beurteilen aber er muss wachsen.
Wenn du dir für dich keine Direktvermarktung vorstellen kannst ist das in Ordnung muss ja auch nicht jeder wollen . :)
Aber.. naja mach dir deine eigenen Gedanken .
:kaffee:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 06:33
von Benutzer 4754 gelöscht
Steinbock hat geschrieben:
Ölkanne hat geschrieben: Du müsstest jeden Tag (auch Sonntags, Weihnachten etc und Neujahr) 200kg Kartoffeln verkaufen damit du Anfang April alle weg hast, danach nimmt sie nur noch die Biogasanlage weil die Qualität stark nach lässt.
Die Gemüsehändler die ich gefragt hab haben zwischen 80 und 150kg am Tag verkauft.
Wenn die 200kg gehen sollen, dann müsstest du mit einen Kampfpreis bei einer Kantine, einem Altenheim o.ä vorstellig werden.
Ich kenne einen Landwirt, der schafft im Direktverkauf 46 kg Kartoffeln, 68 bis 136 kg sonstiges Gemüse, 46 L Milch, 23 kg Joghurt, 12 kg Quark sowie 28 kg Käse täglich, das ganze Jahr durch und das alles in Bio-Qualität auf etwas über 200 Hektar. Ach ja über 40 Leute beschäftigt der Landwirt auch noch.
Schick mir mal per PN seine Festnetztelefonnummer das ich seine aktuellen Zahlen erfragen kann :mrgreen:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 06:42
von Benutzer 4754 gelöscht
ihno hat geschrieben:@Ölkanne du findest Gründe warum es nicht geht und ich eben Gründe warum es doch möglich ist. Wenn die ganzen veränderungen in der Landwirtschaft durch sind wird es nur noch ganz große und eben kleine Betriebe geben.Auch den Betrieb von deinem " Chef " wird es dann nicht mehr geben ,es sei denn er wächst .
Ob dieses wachsen sinnvoll oder machbar ist kann und möchte beurteilen aber er muss wachsen.
Wenn du dir für dich keine Direktvermarktung vorstellen kannst ist das in Ordnung muss ja auch nicht jeder wollen . :)
Aber.. naja mach dir deine eigenen Gedanken .
:kaffee:
Ja der Betrieb wird wachsen,
doch die Direktvermarktung kann auch für 50t Kartoffeln funktulionieren, ich glaube aber das man das nicht binnen einem Jahr aus dem Boden stampfen kann (den Ertrag ja, den eher weniger)
Wenn es mit meiner einen Tonne Kartoffel wunderbar klappt, will ich auch aufstocken.
Sollte ich jemals bei 50t Angelangt sein, und hier noch aktiv sein, melde ich mich bei dir :)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 07:04
von Benutzer 2354 gelöscht
:lol: das geht manchmal schneller wie man denkt :opa:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 10:25
von Steinbock
Ölkanne hat geschrieben: Schick mir mal per PN seine Festnetztelefonnummer das ich seine aktuellen Zahlen erfragen kann :mrgreen:
Es geht sogar noch besser. Hier ist gleich ein ganzer Artikel über den Landwirt:
„Der Milchpreis auf den Märkten ist mir egal“
10.12.2014
Interview Mathias von Mirbach ist Bauer und Pionier der solidarischen Landwirtschaft. Er setzt auf Vertrauen statt auf den Weltmarkt
...
Von Mirbach ist ein gefragter Gast auf Podien zur Zukunft der Ernährung. Denn auf seinem Kattendorfer Hof im Süden Schleswig-Holsteins betreibt er auf 235 Hektar eine Art von Landwirtschaft, die sich radikal absetzt von den vielen Zwängen, denen Bauern und Verbraucher auf dem Markt normalerweise unterworfen sind.
...
Wer Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft unseres Hofes wird, der erwirbt damit zum Beispiel für seine Familie einen Ernteanteil. Der kostet aktuell 178 Euro pro Monat und entspricht dem, was sich in Deutschland auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern an Nahrungsmitteln für eine Woche anbauen, halten und lagern lässt: 700 Gramm Fleisch und Wurst, 8,75 Liter Milch und Milchprodukte, ein Kilo Kartoffeln und saisonales Gemüse, im Winter vielleicht nur ein, im Sommer dafür bis zu vier Kilo. Wer will, bekommt auch Getreide fürs Brotbacken.
...
Das funktioniert?
Absolut. Es geht ja um Vertrau-en. Für viele ist das so etwas wie ein Nachhausekommen. Wir machen das jetzt seit fast zwei Jahrzehnten, sind heute bei 325 Ernteanteilen und erreichen damit bis zu 900 Menschen. Gerade einmal drei Leuten mussten wir in all der Zeit sagen: Ihr könnt gern bei uns einkaufen, aber solidarische Landwirtschaft ist wohl nichts für euch.
https://www.freitag.de/autoren/sebastia ... t-mir-egal

Hier der genaue Inhalt eines Ernteanteils:

Ernteanteil/Mitglied werden
http://kattendorfer-hof.de/solidarische ... ed-werden/

So kannst Du meine Zahlen nachrechnen.

Mal ein bischen Abwechslung für den heimischen Speiseplan ;-

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 12:13
von Steinbock
LIVIN Farms Hive
von L I V I N farms
https://www.kickstarter.com/projects/14 ... v-i-n-hive

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 13:24
von Benutzer 4754 gelöscht
Steinbock, der Landwirt verkauft seine Ernte ja praktisch im voraus und die liefermengen sind vertraglich festgeschrieben.
Was macht der gute Herr bei einem Ernteausfall?
Ist das "richtige" Direktvermarktung auf einem "freien" Markt?

Wenn ihno seine 50t Kartoffeln schon im Frühjahr an irgentwen verkauft zu einem festen preis (der wird dann aber deutlich unter 1€/kg liegen) kann er sich m.M.n. nicht immer glücklich schätzen, bei Ertragseinbrüchen hat er aber ein Problem an der Backe....
wenn der Markt mehr als den Vertragspreis bieten würde hat er immer noch seine Lieferverpflichtungen zum "Ramschpreis"...


Ich produziere meine Tonne "auf Halde" und muss dann zu sehen das ich sie zu einem guten Preis los bekomme ;)
Bei einem Vertragspreis von 50ct/kg würde ich sofort mehr produzieren, aber nur 300dt/ha schon "verkaufen" das ich die Sicherheit habe das ich den Vertrag bedienen kann, auch wenn es ein schlechtes Jahr gibt, in guten Jahren muss man dann eben doch noch 200dt/ha "extra" verkaufen.


Der Landwirt vom Kattendorfer Hof bekommt 1012€ pro ha (178€*(10000:2500)+300€), wenn die Vermarktung nichts Kosten würde, müsste er mindestens 33,74ct/kg Kartoffeln verlangen um auf den selben Betrag zu kommen.
300dt/ha vorausgesetzt. Das ist ca. die Spitze des Kartoffelbergs im Öko-Landbau.

Re: Mal ein bischen Abwechslung für den heimischen Speisepla

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 13:40
von Benutzer 4754 gelöscht
Steinbock hat geschrieben:
LIVIN Farms Hive
von L I V I N farms
https://www.kickstarter.com/projects/14 ... v-i-n-hive
Mehlwürmer in Nahrungsmitteln und Futtermitteln für Säugetiere sind für mich immer noch Schädlinge die bekämpft werden müssen.

Wer allerdings gerne Mehlwürmer frisst ist sind Hühner, v.a. wenn sie im eigenen Futtersack wuchsen :mrgreen:
immer noch besser als Garnelenschrot, der vorher verfüttert wurde.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 16:17
von Steinbock
Ölkanne hat geschrieben:Was macht der gute Herr bei einem Ernteausfall?
Dann gibt's z.B. 'ne Rundmail, dass es erst in ein paar Wochen wieder Kopfsalat gibt, weil der Frost die jungen Pflanzen geschädigt hat.
Ölkanne hat geschrieben:Ist das "richtige" Direktvermarktung auf einem "freien" Markt?
Du hast Kunden, die bereit sind für gutes Essen gutes Geld zu bezahlen. Ich habe jetzt noch nicht genau gerechnet was das im Verhältnis zu Supermarktpreisen wäre, aber ich weiß von Bioläden dass z.B. Biokartoffeln auch nicht sooo viel teurer sind.
Ansonsten gibt es halt das Gemüse was die Saison hergibt. Außerdem hast Du keine Zwischenhändler zwischen Landwirt und Verbraucher.

Hier ist ein Vortrag von Herrn von Mirbach in dem er erzählt wie das Ganze gekommen ist und sich entwickelt hat:

Mathias von Mirbach: Solidarische Landwirtschaft: Stadt-Land-Beziehung auf Gegenseitigkeit (26min05)
https://www.youtube.com/watch?v=4TNe4rIdVog

Ölkanne hat geschrieben:Der Landwirt vom Kattendorfer Hof bekommt 1012€ pro ha (178€*(10000:2500)+300€), wenn die Vermarktung nichts Kosten würde, müsste er mindestens 33,74ct/kg Kartoffeln verlangen um auf den selben Betrag zu kommen.
Die 300,- Euro sind die EU-Prämie?
Der Witz ist ja dass der Hof alle möglichen Produkte verkauft und dadurch breit aufgestellt ist. So kann er immer noch wirtschaften auch wenn mal ein Produkt nicht zu haben ist.
Eine Ursache für die Misere, neben der EU-Bürokratie, sind die geringen Löhne oder genauer die geringen Lohnsteigerungen in den letzten 20 Jahren. Die Leute würden sicher lieber gute Vollmilch kaufen als die nicht so gut riechende für 55 Cent pro Liter aus'm Tetrapack.
Die beste Milch, d.h. die mit dem besten Geschmack, ist übrigens die Biomilch von der Molkerei Schwarzwaldmilch (am Besten natürlich in der Glasflasche). Die schlägt die Demeter-Milch um Längen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 17. Nov 2015, 16:27
von Manfred
Das ist der Monatsbeitrag, nicht der Jahresbeitrag.