Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Steinbock
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#301

Beitrag von Steinbock »

Landfrau hat geschrieben:Es heißt auch, dass Agrarförderung "auf Rückruf" ausgezahlt würde, also nach hoheitlichem Ermessen zurückgefordert werden kann. Leider habe ich keine Quelle dazu. Scheint mir aber dünnes Eis zu sein, die Förderung.
2007 oder 2008 (das Jahr des Rekordölpreises von ca. 150 Dollar pro Barrel) gab es sehr gute Preise für Getreide (auch für andere Nutzpflanzen?), d.h. für die Bauern überdurchschnittliche Einnahmen. Dachten die Bauern jedenfalls bis zum Herbst.
Dann wurde, mindestens mal in Bayern, verkündet, dass die EU-Prämien (oder Landesprämien bzw. die Landesförderung?) soweit gekürzt würden bis die Einnahmen der Bauern einem durchschnittlichen Jahr entsprechen würden.

/Ironie ein
Da habe ich mir gedacht: Diese wunderbaren tollen Menschen in der bayerischen Politik, die man unbedingt noch mindestens zehn Wahlperioden wiederwählen sollte, verstehen es wirklich die Lebensfreude der nur selten arbeitenden Menschen in der Landwirtschaft in die höchsten Höhen zu treiben. Es wäre wirklich gefährlich gewesen, wenn auch nur ein Bauer mal etwas Eigenkapital hätte ansparen können. Denn dann wäre dieser Bauer so begeistert von seinem neuen Reichtum gewesen, dass er den ganzen Tag nur noch mit Geld zählen beschäftigt gewesen wäre und er sich nicht mehr um die Ernährung der Bevölkerung gekümmert hätte./Ironie aus
Landfrau hat geschrieben:Wie gesagt, bäuerliche Kultur gibt es nicht mehr, selten weht mich auf einem Hof weit draußen ein HAuch davon an.
Es sollen wohl nach und nach nur noch die ganz Harten übrig bleiben, die keine Frage mehr stellen.

Aber es tut sich was in Deutschland, d.h. die gallischen Dörfer werden immer mehr, zum Entsetzen der Chemie- und Agroriesen. Da wird so mancher Hintern kalt beim Kontakt mit dieser durchsichtigen festen Masse aus H2O bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

http://www.solidarische-landwirtschaft.org

bzw.

https://ernte-teilen.org/map
Landfrau
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#302

Beitrag von Landfrau »

Ob es die "Harten" sind, die übrigbleiben?
Die Cleveren, die mutigen?

Leider ist es so, dass die (Vollerwerbs-)bauern in einer Größenordnung produzieren (müssen), dass keine oder geringe
Chance eines Absatzes durch Direktvermarktung oder solidarische Landwirtschaft besteht.

Außerdem sind die BAuern es "gewohnt" für ihre Produkte fast nichts zu kriegen, 5 Euro pro Schwein sind schon wie ein Sechser im Lotto. Da brauchte einige Schweine für einen familienunterhalt.

Dass wir 3,50 Euro für 10 Eier nehmen (und bekommen) sage ich den BAuern um uns herum nur ungern, über den Schweinepreis schweige ich. Aber die Nachfrage kann ich kaum je decken. Wer aber zehntausende von eiern pro tag erzeugen lässt oder etwas nicht endverbrauchertaugliches wie Zückerrüben anbaut, der "muss" mit denen irgendwohin. Und wird erpressbar.
Dass ist die Kehrseite des Wachstumszwanges.

Wer die Möglichkeit hat, als bäuerlicher Produzent und ggf. auch verarbeiter, kann in Direktvermarktung ohne Subventionen ein gutes Auskommen finden. In dem Umsatz abzgl. Kosten fast Gewinn sind.
Einige Randparameter sind einzuhalten und Motivation braucht es auch.

Freier Bauer wird man so zwar noch nicht - aber vllt so frei, wie es in diesem Land möglich ist.

Jedem, der es versucht sei von herzen guter Erfolg gewünscht!

LAndfrau
Den Inhalt einer Botschaft bestimmt der Empfänger :-)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#303

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Die Direktvermarktung ist m.M.n. der "einfachste" weg, zu ordentlichen Preisen produzieren zu können.
Der Kartoffelbauer der 200t beim Großhandel abliefert bekommt 15ct/kg, der Großhandel verkauft sie für 25-30ct/kg an den Gemüsehändler und der Vertickt sie für 1€/kg an den gemeinen Verbraucher.
Ich gehe mit meine Kartoffeln direkt auf den Markt und bekomme ebenfalls 1€/kg, aber der Kartoffelbauer kann das nicht mit 200t tun.... ;)
Ich könnte für 15ct/kg aber keine Kartoffeln kostendeckend produzieren.
Bei anderen Gemüsearten ist es das selbe.

Das was aber jeder jeden Tag braucht, wie Getreide, Zucker, Rapsöl und Fleisch kann man nicht so einfach wie Stückgemüse auf dem direkten Weg vermarkten,
das macht aber die Haupteinnahmen der Landwirte aus.
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#304

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

Das mann 200 t Kartoffeln nicht direkt vermarkten kann halte ich für ein Gerücht :)
Nur das direkte verkaufen muss man mögen , und es braucht eben jemanden der es kann und bereit ist es auch zu machen ( ist so eine Arbeit für Oma mit Enkel )
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#305

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Dafür müsste der Landwirt extra eine Hilfskraft (auf 450€ Basis?) einstellen, die dann alle Wochenmärkte abklappert (oder er baut extra noch einen Hofladen, dafür muss er aber mehr bieten als nir Kartoffeln) und er braucht eine Halle um die 200t Kartoffeln zu Lagern.
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#306

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

ja
ich denke du wirst mal ein guter Landwirt ,jammern kannste jedenfalls schon wie ein großer.
Es kann doch nicht sein das die Zwischenhändler 850 € bei einer Tonne " verdienen " und der der die Arbeit hat nur 150 ?
Das sind bei 20 Tonnen 17.000 € Unterschied.
Das man keine 200 Tonnen im ersten Jahr verkauft sehe ich ja ein aber jedes Kilo zählt.
Veredeln ist noch besser, ein Kilo gebratene Kartoffeln mit selbstgemachter Soße ? :pfeif:
Ich sags ja ich hab einfach zuwenig Leben für meine Ideen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#307

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ja
ich denke du wirst mal ein guter Landwirt ,jammern kannste jedenfalls schon wie ein großer.
Es kann doch nicht sein das die Zwischenhändler 850 € bei einer Tonne " verdienen " und der der die Arbeit hat nur 150 ?
Ich jammer ja nicht, ich wollte bloß sagen das man die Ernte eines 100ha-Gemüse Betriebs ( oder nur 25ha Kartoffeln bei viergliedriger Fruchtfolge, entsprechend 1000t Kartoffeln pro Jahr bei 400dt/ha Ertrag) nicht so einfach ohne größeren Aufwand direkt vermarkten kann.
Der Landwirt ist schließlich Landwirt und nicht Lebensmitteleinzelhändler.
Der Handel streicht die Differenz ja nicht als Gewinn sein sondern muss davon seine Leute bezahlen, seine Halle bauen, Rücklagen etc bilden, die Lagerverluste, die Aufbereitung (das Reinigen und Verpacken in die handlichen 2,5kg Säckchen) bezahlen und Gewinn will er schließlich auch noch erzielen.
Beim Gemüsehändler das selbe, er muss die Ware einkaufen, Lagern, seine Kassiererin bezahlen, den Laden abbezahlen, Werbung schieben, usw
ich denke den geldfressenden Rattenschwanz kennst du... ;)

Und was möchstes du in den restlichen 3 Jahren anbauen?
Kartoffeln sind nicht selbstfolgeverträglich...
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#308

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

und mit genau der Argumentation drücken die Händler die Preise alles so ein Riesen aufwand
Genau da sind wir dann ja bei des Pudels warum denn mehr machen ?
Warum nicht ganz chillig "nur " 50 Tonnen machen. Heist ja auch kleiner Trecker ,kleine Maschine, weniger Gesamtkosten und ein höherer Verkaufspreis.
Eigentlich alles ganz einfach...
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Reisende
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#309

Beitrag von Reisende »

ihno hat geschrieben: Genau da sind wir dann ja bei des Pudels warum denn mehr machen ?
Warum nicht ganz chillig "nur " 50 Tonnen machen. Heist ja auch kleiner Trecker ,kleine Maschine, weniger Gesamtkosten und ein höherer Verkaufspreis.
Eigentlich alles ganz einfach...
gaaaanz genau :nick:
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#310

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

ihno, kaufe dir ein älteren 40-50PS Schlepper, ein Pflug, Kreiselegge, Grubber wahlweise auch Tiefenlockerer, einen SaMaRo, eine Rau-Kombi (das reicht an Legeleistung für 1 ha Kartoffeln), eine Spritze und einen Düngestreuer (kosten gesammt 20.000€)
pachtete dir 4 ha Land (1200€ pro Jahr) und baue eine kühl-Halle oder miete einen Erdkeller sowie einen Untersandt für deine Geräte und werde Gemüsebauer :mrgreen:

Mach deine Arbeitskraft bei deiner Kalkulation aber nicht zu billig, ich habe durchweg mit 8,5€/std gerechnet obwohl das eigentlich schon dumping ist....

Bei der Bürokratie für Nährstoff- und Humusbilanzen CC und dem sonstigen Papierjram wünsche ich die schon mal viel Spass ;)

Wie sich 1t Kartoffeln und 40kg Zwiebeln vermarkten lassen, werde ich dir gerne in einem Jahr berichten :)
Wenn das gut geht kannst du ja mit der 50fachen Menge durchstarten... ;)
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