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Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 11:18
von Manfred
Einstallung mit 25 kg. Schlachtung mit 110 kg. Sind 85 kg Zuwachs pro Schwein.
28.000 Plätze a 3 Durchgänge im Jahr sind 28.000 x 3 x 85 kg = 7.140 Tonnen Lebendgewichtzuwachs.
Pro kg Lebendgewichtzuwachs 3 kg Trockenfutter sind 21.435 Tonnen.
2.000 ha x 6,46 Tonnen (durchschnittlicher Getreideertrag pro ha in D) sind 12.920 Tonnen, also > 50% des Futterbedarfs.
Wenn überwiegend CCM erzeugt wird oder auf gutem Ackerbaustandort, ist noch deutlich mehr möglich.

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 11:27
von Olaf
Da finde ich ein paar interessante Gedanken, wenn auch nur ein Teil davon in diese Diskussion passt:
http://www.focus.de/gesundheit/ernaehru ... 35824.html
Über einiges kann man sicher streiten, aber das schadet ja nicht :)

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 12:27
von hobbygaertnerin
Hallo Olaf,
interessiert es euch, wie ich als Insider die Situation, bzw, meine Sicht auf die "bitteren Wahrheiten" sehe?

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 12:36
von Benutzer 2354 gelöscht
Dem einzelnen Bauern mit zig Krediten mach ich keinen Vorwurf der muss Geld verdienen egal wie !!! Und trotzdem ist da ein Fehler im System. Es darf nicht richtig sein Lebensmittel zu verheizen.

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 12:44
von Olaf
Klar, Hobbygärtnerin!
Sonst hät ich den Link ja nicht reingesetzt.
Ich halt auch nicht alles für richtig, was da steht, aber ich glaube eben auch nicht, dass früher alles besser war.
Und ich habe z.B. grad wieder synthetisches Lab gekauft. Da wird natürlich gern auch mit irgendwelchen Voreingenommenheiten oder unterschwelligem Ekel gespielt. So wie der Verbraucher bei jeglichen E´s aufschreit ohne zu differenzieren, dass auch in der häuslichen Küche "sowas" täglich zum Einsatz kommt
Um das in der Tiefe zu beleuchten taugt so ein Artikel natürlich auch wenig.
Olaf

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 12:45
von Sabi(e)ne
@Hobbygaertnerin: ja, bitte.
Wir wollen ja diskutieren und nicht bloß Bauern verprügeln. ;)

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 14:49
von Rati
ich nehem an das war für mich gedacht?
Manfred hat geschrieben:Einstallung mit 25 kg. Schlachtung mit 110 kg. Sind 85 kg Zuwachs pro Schwein.
28.000 Plätze a 3 Durchgänge im Jahr sind 28.000 x 3 x 85 kg = 7.140 Tonnen Lebendgewichtzuwachs.
Pro kg Lebendgewichtzuwachs 3 kg Trockenfutter sind 21.435 Tonnen.
2.000 ha x 6,46 Tonnen (durchschnittlicher Getreideertrag pro ha in D) sind 12.920 Tonnen, also > 50% des Futterbedarfs.
Wenn überwiegend CCM erzeugt wird oder auf gutem Ackerbaustandort, ist noch deutlich mehr möglich.
danke Manfred, du wustest was ich wissen möchte :) .
So und nun der Nachhaker, können sie das oder machen sie das (was ja von den Grünen verlangt würde).
Wäre Fleisch noch so billig wenn sie es täten und wenn ja, warum kommt dann der Großteil des Mastfutters aus anderen Ländern oder gar von anderen Kontinenten?

Grüße Rati

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 15:16
von kleinesLicht
Zu Punkt 7 des von Olaf verlinkten Artikel ist mir etwas eingefallen: http://www.naves-historia.de/berufe.htm#schweinehirt :)

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 15:39
von borger
Rati hat geschrieben:….. was die Grünen (ich weis sie sind nicht mehr das was sie mal sein wollten)da vorgeschlagen haben und wo der Sinn steckt (den ich bin mir sicher das sie Großbetrieben nicht freundlich gegenüber stehen).
Das scheint nur so. Zum Jahreswechsel lief die Übergangsfrist für Sauenhalter aus. Ab diesem Jahr ist Gruppenhaltung Pflicht. Ja, die Sauenhaltung aufgegeben haben deshalb die Kleinbetriebe – und deren Marktanteil wird jetzt von den Großen mitbedient.

Zudem fehlt hier noch, dass jede landwirtschaftliche Tierhaltung flächengebunden ist:
für die ersten 20 ha nicht mehr als 10 VE/ha
für die nächsten 10 ha nicht mehr als 7 VE/ha
für die nächsten 20 ha nicht mehr als 6 VE/ha
für die nächsten 50 ha nicht mehr als 3 VE/ha
und für die weitere Fläche nicht mehr als 1,5 VE/ha
Und zwar nach Steuerrecht. Tierhaltungen, die obige Werte überschreiten werden vom Finanzamt als gewerbliche Tierhaltung eingestuft. Demnach müssten Kleinbetriebe die schlimmsten Massentierhalter sein, wenn sie den gesetzlichen Rahmen voll ausnutzen.

Was die Regelung, 50% eigenes Futter angeht, die ist so schwachsinnig, dass die Grünen sie nicht mal in die Erzeugervorschriften für ihr „Künast-Billig-Bio“ aufnehmen mochten. Tier ist nicht gleich Tier und Futter nicht gleich Futter.
Für Rinder ist das Futter in Grund- und Leistungsfutter aufgeteilt. Grundfutter wird in aller Regel selbst erzeugt, Leistungsfutter fertig zugekauft. Da wird immer mehr als 50% selbst erzeugt.
Für Schweine und Hühner hingegen gibt’s nur Einheitsfutter. Auch wenn man rechnerisch 50% leicht aus eigenem Getreide decken könnte, macht es gerade für Kleinbetriebe wirtschaftlich keinen Sinn. Denn sie bräuchten dazu Getreide- Reinigung, Trocknung, Lager sowie eine Mahl und Mischanlage. Alles mit hohem Kosten und Energieaufwand verbunden. Da sie für Energie und zuzukaufende Futterkomponenten weit mehr als die Futtermittelhersteller zahlen müssen, ist es zumeist günstiger, das eigene Getreide zu verkaufen und Fertigfutter einzukaufen.

Re: Was ist Massentierhaltung?

Verfasst: Di 12. Mär 2013, 15:58
von fuxi
Olaf hat geschrieben:Da finde ich ein paar interessante Gedanken, wenn auch nur ein Teil davon in diese Diskussion passt:
http://www.focus.de/gesundheit/ernaehru ... 35824.html
Für mich ist das eine Sammlung von herausgepickten und verzerrten "Fakten", die als gültige Wahrheit dargestellt werden. Misinformation erster Güte :sauenr_1: