Wenn ich da mal drauf zurückkommen darf:
Manfred hat geschrieben:Ich halte die ganzen Sonderbrennstoffe inkl. Peletts nach wie vor für SV-untauglich. Einfach weil die Eigene Aufbereitung viel zu teuer ist und Fremdaufbereitung macht abhängig. Ein Scheitholzofen / Eine Scheitholzheizung sind unschlagbar, wenn man sich die Holzversorgung sichern kann.
Stimmt so - die Pelletierung bewirkt ja nur mehr Bequemlichkeit beim Heizen, die wird aber durch Mehraufwand vorher erkauft. Wenn das Öl wieder mal knapp werden sollte, was es sicher wird, dann steigen die Preise für zugekauftes Heizmaterial schön mit. Effizient wird das ganze nur mit wirklich grossen Maschinen für gewerbliche Nutzung, und die lohnen wegen Anschaffung, Platzbedarf, Wartung usw. für Privatleute nicht. Für einen Landwirt, der den Maschinenhangar und den Schlepper für den Zapfwellenatrieb und den Transport bereits hat und der einige Privatkunden zusätzlich zur Eigenbedarfsdeckung bedienen kann, könnte es sich hingegen rechnen.
Wenn ich dieses Thema nochmal von vorn durchlese, fällt mir auf, dass fast ausschliesslich die Beschaffung von dem Heizmaterial diskutiert wird.
Ich würde aber anders vorgehen. Am meisten Bequemlichkeit beim Heizen mit selbst geworbenem Heizmaterial bewirkt man an andere Stelle, nämlich beim Verbrauch.
Wenn ich bequeme Heizung im Alter mit Autarkie zum Ziel habe, dann so:
- Nur das heizen, was man warm haben muss. D.h. das Haus so bauen oder umbauen, dass Wohnküche und Bad nebeneinander und mit Türen vom Rest abtrennbar sind. Das sind die einzigen Räume, die wirklich heizbar sein müssen.
Im Gästezimmer kann ein Zimmerofen stehen, den wirft man dann an, wenn mal jemand kommt.
- Gebäudehülle anständig dämmen: Damit wird und bleibt dann auch das über der geheizten Küche angeordnete Schlafzimmer ohne aktive Heizung von selbst warm genug - 20 Grad muss es ja nicht haben.
- Holzaufbereitung so, dass man vom Wald bis vor den Ofen ohne Tragen kommt.
Ich kann mein Brennholz, das bereits fast trocken aus dem Wald kommt (spart Hälfte Transportgewicht) in den Lagerschuppen fahren, dort stapeln, und dann von dort mit der Holzkiste, die auf Industrierollen fährt (für Bastler: alte ausgemusterte Caddies vom Supermarkt haben genial robuste Rollen für sowas) bis vor den Ofen fahren. Der Lagerschuppen ist an den Wohnbereich angebaut.
Also kurz: erstens Architektur, zweitens Dämmung, drittens erst Heizmaterialbeschaffung optimieren. Wenn ich zu gebrechlich sein werde, um selbst Holz zu sägen und zu spalten, kann ich das so aufbereitet von der Gemeinde liefern lassen. Einen Hackschnitzler oder eine Pelletierpresse bedienen kann ich dann nämlich auch nicht mehr.
Will man ganz ohne Fremdenergie heizen können, kommt sowieso nur Stückholz in Frage, dann eben mit Handkarren und Handsäge und das Ganze mit Öfen ohne Wasserzirkulation, die zur Steuerung auch wieder auf Strom angewiesen sind.
Wir haben zudem eine thermische Solaranlage. Die braucht zwar Strom für die Steuerung, aber das will ich auf Photovoltaik umbauen lassen, um vom Netzstrom unabhängig zu sein. Die ersetzt ohne jegliche Arbeit ungefähr die Hälfte des jährlichen Holzverbrauches, und stellt von März bis in den Oktober hinein auch das Warmwasser für Küche und Dusche bereit.
Nächste Steigerung in Sachen Autarkie und Bequemlichkeit ist, wenn man ohne Fremdenergie kochen will, ein ganz kleiner Zusatzherd, worauf man rasch einen Topf heisses Wasser machen kann, ohne den grossen Herd anheizen zu müssen.