Unser System hat sich etwas weiterentwickelt.
Die Nährstoffe stecken bei den Bäumen im oberirdischen Teil ja überwiegend in Feinästen, Rinde und Laub.
In der Forstwirtschaft wird öfter empfohlen, alles unter ca. 7 cm Durchmesser als Dünger im Bestand zu belassen, sofern das Schädlingsgeschehen es zulässt.
Bei der motormanuellen Ernte machen wir das auch.
Bei der mechanisierten Ernte ist es oft nicht oder nur teilweise praktikabel. An den Steilhängern zieht unter Lohner die Bäume mit der Seilwinde im Ganzen aus dem Bestand, astet sie am Wegrand mit Unterstützung des Rückekrans und die Giebel wandern im -Ganzen auf einen Hackhaufen, weil die Aufbereitung zu Scheit-Brennholz bei uns derzeit unwirtschaftlich ist.
Die Äste werden, so gut es geht, mit dem Kran in den Bestandsrand bergab verteilt. Wo es zu viele sind, gehen sie mit auf den Hackhaufen.
Im Feld, als bei Hecken, Gewässerrändern, Feldgehölzen, landet das Holz beim Fällen meist auf den Landwirtschaftlichen Flächen und muss von dort komplett entfernt werden.
Früher haben wir alles von Hand bis auf Fingerstärke entastet fürs Brennholz und die Feinäste zusammengerecht und als Haufen in die Hecken oder als Faschinen an den Gewässerrand gesetzt. Das waren sehr beliebte Aufenthaltsorte für Kleintiere aller Art.
Der Rationalisierungsdruck gibt das Zeitlich aber nicht mehr her. Sowas kann man höchstens noch als Hobby / Ehrenamt machen.
Bei den meisten Betrieben wird das Holz aus dem Feld heute restlos mit dem Rückewagen auf Haufen gefahren und zu Hackschnitzeln verarbeitet.
Da wir nach der Käferwelle der letzten Jahre auf lange Zeit mehr als genug Brennholz haben und sie die Aufbereitung für den Verkauf bei uns wegen des Überangebots nicht lohnt, und wir zudem das feinere Material gerne als Dünger im Betrieb lassen wollen,
machen wir es im Feld jetzt wie folgt:
Starkes, gesundes Holz geht in Meterrollen auf den Spaltplatz, für den eigenen Brennholzvorrat.
Starkes, morsches Holz geht auf Totholzhaufen in den Hecken / Feldgehölzen. Am Bach möchten wir keine starkes Totholz, weil das bei Hochwasser abtreiben und dann bei Unterliegen Schäden verursachen kann.
Das dünnere Material wird zu kleinen Hackschnitzeln gehackt und als Einstreu im Weideunterstand verwendet.
Dazu bringen wir am Boden des Unterstandes eine Dicke Schicht Hackschnitzel auf einmal ein. Diese nimmt von oben kommende, überschüssige Feuchtigkeit auf und hält so die Stroh-Einstreu darüber trockener, so dass weniger nachgestreut werden muss.
Am Anfang des Winters hatten wir zum "Einfahren" immer einen sehr hohen Strohverbraucht, bis sich eine dicke Mistmatratze ausgebildet hatte, die die Feuchtigkeit besser puffern konnte.
Letzten Winter haben wir dann erfolgreich die Hackschnitzel als Pufferschicht getestet, und auch dieses Jahr wieder so angefangen.
Im nachfolgenden Herbst werden die Hackschnitzel dann mit dem Mist ausgebracht.
Um auch die Kleintiere wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen, überlege ich zudem, einen Grobhacker anzuschaffen.
Hackschnitzel taugen nicht als Kleintierquartiert. Die Haufen sind zu dicht, erhitzen sich, und verrotten zu schnell.
Packt man die Äste unzerkleinert auf Haufen, schafft man hauptsächlich Deckung für Raubtiere wie Marder und Co, weil die Haufen zu luftig sind, und Kleintieren (Amphibien, Käfer, Spinnen, etc.) wenig Schutz bieten.
Grobes Hackgut sollte Haufen mit Lücken passend für Kleintiere ergeben, ähnlich wie die früheren Feinasthaufen und -Faschinen.
Und es sollte diesen Schutz länger bieten, da es langsamer rottet als reine Feinäste.
Auch am Gewässer ist es unkritisch. Es wir im Zweifel zwar weggespült, stellt aber keine große Gefahr für Unterlieger dar.
Hackschnitzel im Unterstand:

- Hackschnitzel2.jpg (155.54 KiB) 587 mal betrachtet
Beispiel für einen Grobhacker:
(Die gibt es von mehreren Anbietern, überwiegend aus Osteuropa. Der Haupteinsatz ist schnell Brennholz aus dünnerem Material herzustellen.)
https://www.youtube.com/watch?v=dkrAEQx3r0Y