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Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 13:06
von Tscharlie
Da hast du recht, die Welt ist nur dazu da von uns benutzt zu werden.

Baust du eigentlich irgendwas an?

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 13:08
von Manfred
Kirschkernchen hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 12:23 Also bitte daran denken, wenn eine Stickstoffvermeidungssteuer für Österreich, Holland und Deutscheland erforderlich wird und man Stickstoffzertifikate verkauft. :mrgreen:
Das mit dem Stickstoff ist auch so ein historisch gewachsenes Dogma.
Die durch extreme Übernutzung entstandenen menschlichen Kulturlandschaften prallten auf billigst verfügbaren Stickstoff aus industrieller Produktion, der für die Kriege nicht mehr benötigt wurde und neue Märkte suchte.
Das führte dann zu extremen Verwerfungen im Landschaftsbild, speziell den Verschwinden von Ausmagerungsflächen, und diese Veränderung wurde dann, wie so viele Veränderungen davor und danach für böse erklärt.

Heute zeichnet sich ab, dass in logischen Biotopen der Stickstoff praktisch keinen begrenzenden Faktor darstellt, zum einen, weil eine große Zahl von Arten des Bodenlebens in der Lage ist, ihn aus der Luft zu fixieren, zum anderen weil er in solchen Systemen in den Lebewesen akkumuliert wird und fast beliebig pflanzenverfügbar ist.

Die angeblich artenreichen Ausmagerungsflächen erweisen sich in der Gesamtschau, also unter Berücksichtigung des mikrobiellen Lebens, als extrem artenarm, fast so artenarm wie Ackerflächen mit chemischer Düngung, wo die Pflanzen wenig Austausch mit dem Bodenleben betreiben müssen, weil die Nährstoffe sozusagen für lau zur Verfügung stehen.
In logischen Biotopen existiert im Vergleich dazu eine um Größenordnungen höhere Biodiversität des Bodenlebens und auch der vom Leben erschlossene Bodenraum wächst deutlich. Die wenigen makroskopischen Arten an der Oberfläche sind gemessen an der Gesamt-Artenzahl nicht mal die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs (welche zumindest 10 bis 15 % ausmachen würde). Wir reden hier typischer Weise von mehreren 100.000 bis Millionen von Arten.

Das menschliche Biom z.B. wird auf ca. 10.000 Arten geschätzt.
Wenn man die Biodiversität einer Magerfläche erhöhen möchte, kann man also einfach einen Menschen drauf stellen.
Aber das wäre ja nicht "natürlich". ;)

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 13:21
von Rohana
Kirschkernchen hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 12:23 Zum Anfangsgedanken. Woraus besteht das Leben. Wie kommt der Stickstoff in die Pflanze und damit in die Tier- und Menschenwelt.[...]
Irgendwie hast du bei der ganzen Sache das (Boden)leben vergessen. Weiterbildung hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffkreislauf

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 13:55
von Maja
Tscharlie hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 07:31 https://www.ardmediathek.de/video/natur ... DE5MjgyQTA
ab Minute 33
Danke. Sehr interessant. Das ergibt Hoffnung für den Harz. Als ich das letzte Mal dort war, war ich so schockiert über die großen Flächen abgestorbenen Waldes, wo einige Jahre früher noch dichter grüner (Fichten)Wald stand.

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 14:20
von Kerstines
Tscharlie hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 13:06 Da hast du recht, die Welt ist nur dazu da von uns benutzt zu werden.

Baust du eigentlich irgendwas an?
An wen ist jetzt diese Frage gerichtet?
Und Tscharlie, mal an Dich: Hast Du NICHTS zu tun oder Was?
Im Übrigen: die Bezeichnung "Tschechei" ist mindestens unangemessen, wenn ich da so an andere Diskussionen wegen harmloser Wörter denke :pfeif:

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 15:22
von Manfred
Streitet euch nicht. Ich will nur zum Nachdenken anregen.
Von liebgewonnenen Dogmen löst man sich schwer.
Aber wenn man es schafft, wieder Demut vor der Gemeinschaft der Lebewesen zu lernen, tun sich völlig neue Perspektiven auf. Wenn man das Leben lässt, folgt es seinem ureigenen Antrieb, der Zunahme der Entropie entgegen zu wirken, und schafft so Fruchtbarkeit statt Magerwiesen, oder, wenn man im religiösen Bild einer Schöpfung bleiben möchte: Es weist uns den Weg zurück zu einem Garten Eden.

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 15:37
von Rohana
Was ist so falsch an Magerwiesen? Wir haben hier viel mageren Trockenrasen. Ein Lebensraum für viele spannende Pflanzen und Tiere. Es muss ja nicht alles immer gleich sein.

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 17:49
von aron
@Manfred
Was ist denn ein logisches Biotop?

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 17:56
von Manfred
Rohana hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 15:37 Was ist so falsch an Magerwiesen? Wir haben hier viel mageren Trockenrasen. Ein Lebensraum für viele spannende Pflanzen und Tiere. Es muss ja nicht alles immer gleich sein.

Richtig und falsch sind ja rein menschliche Kategorien, also "unnatürlich".
Wer das werten möchte, kann es natürlich gerne tun.
Unlogisch sind solche Flächen halt. Die Gemeinschaft der Lebewesen versucht umgehend, das Gleichgewicht in Richtung mehr Fruchtbarkeit zu verschieben. Wenn die Flächen mager bleiben oder noch magerer werden sollen, muss "die Natur" für den "Naturschutz" verhindert werden.

Re: Beweidete Auwiesen als wirksame CO2-Speicher

Verfasst: Sa 3. Jan 2026, 18:03
von Manfred
aron hat geschrieben: Sa 3. Jan 2026, 17:49 @Manfred
Was ist denn ein logisches Biotop?
Wie oben geschrieben wirkt die Gemeinschaft der Lebenwesen der Zunahme der Entropie entgegen,
sprich sie versucht die ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich zu nutzen.
Solange die Entropie noch zunimmt, besteht weiteres evolutionäres Entwicklungspotential, sprich die Lebensgemeinschaft kann hin zu einer besseren Nutzung optimiert werden.
Folglich befindet sich ein Biotop, das sich nicht hin zu einer optimaleren Ressourcennutzung entwickelt, in einem unlogischen Zustand.