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Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 05:35
von greymaulkin
Taraxacum hat geschrieben: Ich werde aber letztlich zu Geschirr aus Weizenkleie und Holzabfällen greifen, da dieses von hier stammt.
Genau da wäre ich mir sehr unsicher. Selbst Brennholz stammt nicht unbedingt "von hier". Ich möchte kein "ökologisch sinnvolles" Einweggeschirr, das vielleicht um den halben Erdball geschippert wurde.
Einweggeschirr halte ich persönlich für völlig überflüßig.
Und Q-Tips gibt´s doch auch in der Pappstielvariante mit Baumwollwatte. Und unser Baumwollhunger frisst in den produzierenden Ländern die letzten Wasserreserven.
<seufz>
Gruß, Bärbel
Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 07:05
von hobbygaertnerin
Ich kenne diese Art von Tante Emma Laden aus meiner Kindheit, kann mich nicht erinnern, dass es da bereits eine Mülltonne gab.
Tüten aus Papier wurden in den Ofen geschoben, vor meiner Zeit wurde das Zeitungspapier zu hinterlistigen Zwecken ins damalige Häuschen gehängt, Flaschen wurden benutzt und wieder aufgefüllt oder die leeren Kästen vom Bierfahrer wieder mitgenommen. Wobei das bunte Kracherl nur zu ganz besonderen Anässen ins Haus kam, ansonsten gabs selbstgepressten Apfelsaft, Himbeer oder anderen Sirup zum Verdünnen, den ganzen Winter hindruch Tee aus den selbstgesammelten Lindenblüten und anderen Kräutern.
Beschädigte Kleidung wurde geflickt bzw. ausgebessert, zu damaliger Zeit eine zerissene teure Jeans zu kaufen, das hätte es sicher nicht gegeben.
Brot kam vom Bäcker im Ort, bei 800 Einwohnern waren 3 Lebensmittelläden, 2 Metzger, 2 Bäcker und alle konnten davon leben. Auch andere Handwerksberufe hatten ihr Auskommen. Wollte man was Neues zum Anziehen, ging man zur Schneiderin, sie hatte eine reiche Stoffauswahl und man war mit so einem Stück bestimmt nicht massenkompatibel.
Gut ich bin kurz über 60, komme aus einem ganz anderen Jahrtausend,
jetzt kommt der Apfelsaft aus China, ebenso der Grundstoff für die meisten Tomatenprodukte, Bekleidung irgendwoher aus Asien, alle sehen irgendwie gleich angezogen aus, fehlt ein Knopf oder Reissverschluss wird es in die Tonne geworfen, lohnt sich nicht mehr zu flicken oder ausbessern.
Wie schon geschrieben, Baumwolle verbraucht ziemlich viel Wasser und die Stoff- bzw. Faserbehandlung ist sicher auch von der Umweltbelastung kein Klacks- das wird sicher einfach entsorgt und in die Flüsse geleitet, zum Bewässern für Gemüse usw. sicher noch brauchbar, kommt dann wieder zu uns, wir wollen doch das billige Obst und Gemüse.
Wir Deutschen sind dafür bekannt, dass wir sehr preisbewusst einkaufen.
Ich frag ich manchmal............
Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 07:11
von Benutzer 72 gelöscht
hobbygaertnerin hat geschrieben:Beschädigte Kleidung wurde geflickt bzw. ausgebessert,
Ja, auch in meiner Kindheit war das so (80er Jahre), bei uns halt.
Kinder haben kaum neugekaufte Sachen bekommen, denn die hielten mehrere Generationen lang und wurden weitergegeben!
Ich denke, heute kann es kaum noch dazu kommen, dass Kleidung geflickt wird, weil sie vorher schon aus der Mode ist....
Und als ich einmal eine Kinderhose am Knie flicken wollte, hat sich der Stoff am Rande des Loches immer weiter "aufgelöst"...
komisch - wieso gab es sowas früher nicht?
war das Gewand imprägniert?

Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 09:21
von emil17
greymaulkin hat geschrieben:
Genau da wäre ich mir sehr unsicher. Selbst Brennholz stammt nicht unbedingt "von hier". Ich möchte kein "ökologisch sinnvolles" Einweggeschirr, das vielleicht um den halben Erdball geschippert wurde.
Einweggeschirr halte ich persönlich für völlig überflüßig.
So einfach ist es nicht.
Einweggeschirr ist für gewisse Situationen sinnvoll, wobei Einweggeschirr nicht wie heute üblich Wegwerf aus nicht abbaubarem Plastik aus Erdöl sein müsste. Wenn du einen grossen Festbetrieb mit Mehrweggeschirr machst, brauchste für Logistik (Transport und Abwasch) auch viel Energie. Zudem sind Glas und Porzellan für gewisse Anlässe problematisch wegen Randale. Ich geh auch nicht an solche Feste, aber das Problem existiert.
Man sollte sich einfach die Dimensionen des Problems bewusst machen, sonst spart man am falschen Ort.
Kaufste beispielsweise Tomaten in der Einwegschale unter Klarsichtfolie, dann sind pro Kilo Tomatenfrischgewicht bereits geschätzte 500 Gramm Erdöl oder Gas für die Treibhausbewässerung und den Kunstdünger drin. Das wegen der 10 Gramm Plastikfolie zu beanstanden ist das Problem verkannt.
Die Fasern gewöhnlicher Baumwollenkleidung hat in der heute typischen globalen Produktionsaufteilung
ziemlich viele Kilometer hinter sich:
Anbau: Kasachstan
Garnherstellung: Türkei
Weben: Taiwan
Färben: Tunesien
Veredeln: Bulgarien
Nähen: China
Verkauf: Deutschland
Ist es dann nach zweimal Tragen bei uns in der Tonne, geht die Reise weiter, denn die meisten Altkleider werden in Afrika weiterverwertet.
Ob der Apfelsaft aus China kommt oder vom Bauern um die Ecke, entscheidet der Konsument.
Ich kauf keinen von weit her, aber ich bin dagegen, dass der Staat verbietet, solche Waren hier feilzubieten. Hingegen sollte nur Apfelsaft angeboten werden dürfen, dessen Produktionsstandards (Einstaz von Pestiziden, Arbeitsbedingungen usw.) denen von hier entsprechen, und Subventionen für Transport sollten unzulässig sein.
Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 10:58
von Maisi
Im Zuge der Abfallvermeidung durch Endverbraucher müssen aber auch noch weitere Regelungen geändert werden, wenn z.B. an der Kühl-/Wursttheke der Einkauf nicht in die von daheim mitgebrachten Dosen gelegt werden darf aus hygienischen Gründen. Ist bei mir hier zumindest der Normalfall. Das beschichtete Papier, wo statt dessen eingewickelt wird, wird aber ja auch nicht nochmal extra mit Sagrotan besprüht...

Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 13:22
von strega
mach das mal mit dem Gesundheitsamt in DE aus...
hab das so gelernt in DE, dass frau mitgebrachte Boxen EIGENTLICH nicht befüllen darf, nicht mal über die Theke reichen darf, weil nicht gewusst werden kann was für Keime da eventuell dran hängen, die Kunde von zuhause mit einschleppt mit der Box....
aber wenn ich das Teil mit Einweghandschuhen entgegennehm vom Seiteneingang her....
und die Schöpfkelle oder der Spatel, wenn das gekaufte Produkt in die Box eingefüllt wird, darf die mitgebrachte Box nicht berühren, wenn doch, muss selbiges Teil sofort gewechselt werden....
geht schon, aber stösst manchmal auf Verwunderung bei den Kunden... aber is alles ne Frage der Information

Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 13:51
von Rati
ina maka hat geschrieben:hobbygaertnerin hat geschrieben:Beschädigte Kleidung wurde geflickt bzw. ausgebessert,
Ja, auch in meiner Kindheit war das so (80er Jahre), bei uns halt...:
also ich flicke meine Hosen noch und für die Jungs ware Bügelflicken angesagt, oft ist es aber schon so, das die Kinder so schnell aus den Klamotten rauswachsen das es einfacher ist das Loch drinn zu lassen bis sie die Sachen eh nicht mehr anziehen können als es zu flicken.
Grüße Rati
Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 14:14
von Wildmohn
Hier ein interessanter und kritischer Artikel zum Thema Bioverpackung:
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/die- ... cker-86232
Es geht doch eigentlich, man muss es nur wollen...
Re: Mikroplastik
Verfasst: Fr 26. Okt 2018, 15:13
von Rati
Re: Mikroplastik
Verfasst: So 28. Okt 2018, 11:13
von Rabe
ina maka hat geschrieben:hobbygaertnerin hat geschrieben:Keine Ahnung wieviel Platstikeinkaufstüten an Müllmenge ausmachten, mit Stofftaschen und Korb brauchte man auch früher keine Plastiksackerl.
Und Milchkannen für die MIlch, Tupperwaredosen (uy! Plastik!..) für Wurst und Käse von der Theke.
Nehmt ihr alle keine Plastiksäcke für den Müll?
Ich habe kaum Restmüll, aber dieser wird in WC Rollen Tüten entsorgt. In den letzten 20 Jahren, habe ich keine Mülltüten mehr gekauft. Anders sieht es bei Gefrierbeutel aus, aber die verwende ich mehrmals, wenn kein Fleisch darin war.