Ich könnte auch mal jammern:
Tomaten, 50 an der Zahl fingen so früh an wie noch nie, aber mangels Sonne gings nicht weiter. Ende August konnte ich dann tatsächlich mal 2 Wochen lang etwas mehr ernten als essen, sodass wenigstens ein paar Flaschen Tomatensoße im Keller stehen. Die meisten Tomaten hängen aber immer noch unreif an den Pflanzen, die so langsam herbstlich aussehen.
Brokkoli gab es nur eine Ernte, keine Seitentriebe mehr. Und diese eine Ernte wurde mir zum Großteil von den Tauben weggeholt. Rotkohl kopfte ewig nicht, fing erst ganz spät an, Chinakohl, Stielmus wurde abgefressen - von wem auch immer. Sellerie bildet nur ganz kleine Knöllchen, Stangensellerie keine Stangen. Den Knobi haben zum ersten Mal nicht die Mäuse weggefressen, aber die Zehen haben keine Häute und keine Hülle gebildet und nackte erdige Zehen sind echt blöd zu verarbeiten.
Salat und Erdbeeren wurden von den Flüchtlingen geklaut, anderes Beerenobst trägt nicht, von den Apfelbäumen nur der Späteste.
Bei Kürbis habe ich die schlechteste Ernte seit je und bei den Kartoffeln sind viele weggefault, den Rest musste ich mir mit den Mäusen teilen.
Lauch so dünn wie Bleistifte.
Alles in Allen habe ich den Eindruck: Die gesündeste Pflanze in meinem Garten ist der Hahnenfuß, der sich in der Staunässe der "warmen" Jahreszeit so richtig toll vermehren konnte :(
Ich kann es aber auch so ausdrücken:
So ein nasskaltes Jahr hat auch bei Tomaten was für sich: Man kriegt die Sorten raus, die auch ohne Sonne nicht nach Wasser schmecken! Sandul Moldovan, Arcadia, Malinowski und Oaxacan Jewel sind meine diesjährigen Gewinner.
Brokkoli hat zwar nicht geklappt, aber dafür Möhren und das zum ersten Mal in diesem Garten. Finde ich super toll. Und beim Rotkohl finde ich es phänomenal, dass man dem obwohl er spät kopfte jetzt beim Wachsen zugucken kann. Das wird noch was

.
Vom Sellerie, Lauch und Krüppelmöhren mache ich dann eben Suppengewürz.
Kürbisse habe ich jedes Jahr zu viele gehabt, wird dann eben dieses Jahr nicht so viel für die Hühner anfallen. Die hatten dafür genug Zucchini, davon gab es dieses Jahr massig.
Bei den Kartoffeln muss ich zwar jede Woche die Kisten nach faulen durchgucken, aber dafür war die Ernte gut, so dicke Kartoffeln hatte ich noch nie.
Und ich freu mich, dass mein Lieblingsapfelbaum trägt, man hat den Eindruck, der trägt für die anderen Bäume mit, so voll hängt er.
Will sagen: Als Selbstversorger kann man doch eigentlich nicht viel zu klagen haben. Wir bauen alle Vielfalt an und das eine Gemüse mag es lieber feucht, das andere lieber trocken und sonnig. Es wird nie alles gut, aber auch nie alles schlecht. Wenn doch, überdenkt mal euren Anbauplan.