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Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: So 17. Jan 2016, 18:02
von MeinNameistHASE
der.Lhagpa hat geschrieben:Jonas, da bin ich leider nicht belesen genug. Daraus schliesse ich, daß die Menschen auf ihrem WEg von Afrika über Kleinasien nach Europa praktischerweise ihre Nahrungsmittel mitgebracht haben, die sich dann glücklicherweise in Europa auch anbauen/ vermehren liessen? Also warum sollte man eine Frucht die hier wächst aber nicht heimisch ist nicht anbauen?
Diese Frage stelle ich mir auch Andreas!
Gerade der Mais ist hier eigentlich die optimale Kultur, um Fruchtfolgen zu lockern und noch wichtiger Phosphate im Boden zu binden. (=>interessant für Gebiete mit viel Schweinerei

) Außerdem ist der Nährstoffbedarf gerade dann hoch, wenn die Mineralisation des Stickstoffs aus organischem Dünger auch hoch ist (Juni, Juli, August).
Und das Soja betreffend: Für "Grenzstandorte" und Höhenlagen eignet es sich nicht. Ein Biobetrieb hat es ausprobiert: 50% der aufgegangenen Pflanzen haben die Feldhasen gefressen, der Rest hat wegen Wassermangel gekümmert und als dann Regen kam wurden die Pflanzen vom Unkraut überwuchert. Fazit: Soja hat extreme (und selten realisierbare) Boden- und Pflegeansprüche.
Wahrscheinlich würde es mehr Ertrag vom Acker geben, wenn Buschbohnen ausgesät werden würden! Aber die sind ja auch wieder nicht heimisch

Was ein Dilemma!

Jonas
Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: So 17. Jan 2016, 18:24
von Benutzer 4754 gelöscht
Wie gedeiht die Luzerne auf den Überschwemmungsflächen?
Wir hatten seit mehr als 8(?) Jahren kein nennenswertes Hochwasser mehr
Bis aus den Ampfer der hoch kommt steht sie recht gut da.
Wenn er so wenig Grünland hat und vermutlich einen dementsprechend hohen Maisanteil in der Ration hat, finde ich, dass Luzerne da eigentlich ganz gut dazu passen würde (Eiweiß und Rohfaser). Luzerne ist ein gutes Futter für Milchkühe.
Es wird noch Luzerne als m³-Ballen (getrocknet und gepresst, aus Frankreich) zugekauft um den Fasergehalt einzustellen
Gerade der Mais ist hier eigentlich die optimale Kultur, um Fruchtfolgen zu lockern
Hier muss man eher Maisfruchfolgen lockern

Aber praktisch und günstig ist er allemal.
Ich glaube wenn man sich ausschlieslich von heimischen Pflanzen ernähren möchte bleibt es bei Getreidebrei o.ä.
Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: So 17. Jan 2016, 22:18
von Benutzer 4754 gelöscht
Ich hab mir das jetzt mal alles durchgelesen...
Wenn ich noch Platz hätte (hab ich aber nicht

alle 500qm verplant) würde ich noch da anmelden,
aber nur aus dem Grund das man dann extra Saatgut abgreifen kann und das Saatgut (hoffentlich) mit Rhizobien geimpft ist
Aber wenn ich sehe was der Chef für einen Aufwand treibt, das da was ansehnliches rauskommt, wird das im Garten eh eher weniger was....
Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: So 17. Jan 2016, 22:37
von der.Lhagpa
Den Gedanken hatte ich auch. Allerdings gibt es Saatgut für bis zu 25 qm... Was soll ich damit?
Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: Mo 18. Jan 2016, 13:19
von Benutzer 4754 gelöscht
der.Lhagpa hat geschrieben:Den Gedanken hatte ich auch. Allerdings gibt es Saatgut für bis zu 25 qm... Was soll ich damit?
Anbauen
Oder möchtest du gleich 100+m²?
Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: Mo 18. Jan 2016, 13:39
von der.Lhagpa
Ich dachte an 2000....

Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: Mo 18. Jan 2016, 20:57
von Benutzer 4754 gelöscht
der.Lhagpa hat geschrieben:Ich dachte an 2000....

in Handarbeit?
du hast eine PN

Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: Mo 18. Jan 2016, 21:07
von Benutzer 1612 gelöscht
Hejhej,
ich habe jetzt bisschen quer gelesen und komme zu dem Schluss, dass es ein Missverständnis gibt.
Dieses Experiment von dem ich eingangs schrieb will Soja-Sorten finden, die in verschiedenen Regionen Deutschlands angebaut werden können. Es geht um mehrere Sorten, also es soll quasi jede Region ihre Sorte(n) finden. es geht NICHT darum, Soja als Viehfutter anzubauen, sondern es ist für den menschlichen Verzehr gedacht, es soll biologisch angebaut werden und die verwendeten Sorten sind alle nicht gentechnisch verändert.
Ich finde dieses Experiment tatsächlich ganz interessant, auch wenn ich - jedenfalls bislang - Soja überhaupt nicht esse. Ich interessiere mich sehr für das Thema, regional passende Sorten zu finden, auch im Zuge des Klimawandels. Bedeutet, die Sorten ändern sich gerade. Irgendwer erwähnte hier Wein - ich komme aus einem Weinbaugebiet (Mittelrhein), und bisschen südlich von uns an der Mosel sind DIE Riesling-Anbaugebiete. Die Weinbauern kriegen dort jetzt schon Schwierigkeiten, weil es für Riesling teilweise zu lange zu warm ist!
Vor ein paar Jahren habe ich versucht, eine Bohnensorte aus Korea anzubauen. Die sah der Sojabohne ein bisschen ähnlich, war so rundlich (aber schwarz!). Sie haben geblüht aber Samen haben sie dann schon keine mehr ausgebildet, offenbar war ihnen unsere Vegetationszeit zu kurz...
Also ich mag solche Experimente.
Natürlich ist es wichtig, das Für und Wider zu diskutieren, und Soja ist ein rotes Tuch aufgrund - kann man schon so sagen - des Missbrauchs, der damit getrieben wird (eben als Viehfutter für Tiere, die ja eigentlich die Wahnsinnsfähigkeit haben, aus GRAS Muskelmasse zu generieren und eben kein Eiweiß brauchen!). Ich finde, dass man sich DAVON nicht entmutigen lassen sollte, eigene Erfahrungen zu machen.
Würde mich freuen, wenn jemand, der an dem Experiment teilnimmt, hier berichten würde.
Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: Mo 18. Jan 2016, 21:59
von Benutzer 4754 gelöscht
sondern es ist für den menschlichen Verzehr gedacht, es soll biologisch angebaut werden und die verwendeten Sorten sind alle nicht gentechnisch verändert.
Wenn man aber die jetzige Menge schon nicht im Inland losbekommt was möchte man dann mit mahr?
GV-Sorten sind in Deutschland grundsätzlich nicht zugelassen.
Soja ist ein rotes Tuch aufgrund - kann man schon so sagen - des Missbrauchs, der damit getrieben wird (eben als Viehfutter für Tiere, die ja eigentlich die Wahnsinnsfähigkeit haben, aus GRAS Muskelmasse zu generieren und eben kein Eiweiß brauchen!).
Missbrauch wäre es m.M.n. wenn man sie in die BGA pfeffert, aber im Futter ist die Bohne doch gut aufgehoben?
Die Milchleistung die eine nur mit Gras gefütterte Kuh erbringt ist zu gering um wirtschaftlich zu sein.
Also wird mit Silo, Mineralfutter, Eiweisfutter (Soja/SES, Erbsen A-Bohnen, RPS etc) und Kraftfutter (hier Mais-Gerste-Schrot) "nachgeholfen" so das die Kuh ihre angezüchtete Milchleistung erbringt ohne schaden zu nehmen.
Eiweiß ist auch in Grünfutter enthalten

Re: 1000 Gärten Versuchsreihe Sojabohnen
Verfasst: Mo 18. Jan 2016, 22:30
von matt23
Stadtgärtner hat geschrieben:Natürlich ist es wichtig, das Für und Wider zu diskutieren, und Soja ist ein rotes Tuch aufgrund - kann man schon so sagen - des Missbrauchs, der damit getrieben wird (eben als Viehfutter für Tiere, die ja eigentlich die Wahnsinnsfähigkeit haben, aus GRAS Muskelmasse zu generieren und eben kein Eiweiß brauchen!).
Sojaextraktionsschrot (ein Nebenprodukt der Sojaölgewinnung) ist in erster Linie ein sehr gutes Eiweißfuttermittel!
Und es können eben nicht alle Tiere Muskelmasse aus Gras generieren. Dazu gehören u.a. Menschen, Hühner und Schweine!
Wo genau siehst du da den Missbrauch? Über den Anbau von GVO-Soja in Südamerika und dessen Verfütterung in Europa kann man sich streiten. Aber man darf dem Soja nicht einfach pauschal seinen hervorragenden Futterwert absprechen!
