Also wir haben beim Urbarmachen/Anlegen von Beeten auch schon so Verschiedenes ausprobiert. Je nach Boden und Bewuchs würde ich das variieren. Wir haben hier schweren Lößlehmboden, also ganz ohne lockern geht es meist nicht. Unsere Beetflächen sind jeweils max. 10x10m groß, pflügen lohnt sich also eher nicht.
1) Meine zuerst probierte
klassische Variante war: im Spätsommer Wiese abmähen und Gras entfernen, dann die Grassoden umstechen. Im Frühjahr war längst nicht alles verottet und Kartoffeln konnte ich so noch nicht legen. - eine Schinderei mit zu wenig Erfolg. Am Ende hab ich die halbverotteten Grassoden wieder herausgejätet. Doppelte Arbeit.
2)
Umgraben und später Fräsen hat ganz gut funktioniert. Ich mag nur die lärmende Motorfräse nicht so.
3) Ein weiterer Versuch war, den
Grassoden abstechen und Kompostieren, den Boden mit der Gabel lockern/umgraben, Kompost aufbringen und im Frühjahr Kartoffeln. - auch Schinderei, aber mehr Erfolg. Die erste Kartoffelernte war wegen der vielen noch vorhandenen Drahtwürmer natürlich noch nicht optimal.
4) Die
Karton-Abdeck-Methode brachte ungenügend Erfolg. Nur schwerer Karton blieb auch liegen. Das Gras wurde zwar unterdrückt, aber nach einer Saison war noch genug Grasnarbe da. Der Karton musste zerkleinert und dann kompostiert werden (zu dicke Schichten sind schlecht). Die Kartonschicht war das optimale Rückzugsgebiet für Schnecken! - Also diese Methode nutze ich nur noch als temporäre Unterdrückungsvariante, wenn zwischen bestimmten Beetbereichen das Unkraut Steppencharakter hat. Wegjäten/Entfernen muss man immer.
Ich hatte den Karton aber nicht mit Häckseln bzw. Rindenmulch bedeckt. Erstens macht Letzteres den Boden zu sauer und zweitens dauert das dann einige Jahre.
5) Die
Folien-/Vlies-Abdeck-Methode hat besser funktioniert. Das Zeug ist auch wiederverwendbar. Aber die Grassoden waren nicht genug zerstört. Abgesehen davon finde ich die Abdeckvarianten ästhetisch nicht so gelungen.
6) Bei normalem Wiesenboden hat sich die
"Chicken Tractor"-Variante bewährt. Eine mobile Hühnervoliere mit kleinem Hühnerstall
http://www.selbstvers.org/forum/viewtop ... 7&start=60 wird auf der abgemähten Wiesenfläche im Sommer Stück für Stück versetzt. Die Hühner scharren die Grasnarbe in Kürze kaputt, durchwühlen den Boden stellenweise, picken diverses Getier, Schneckeneier, Drahtwürmer weg, düngen kräftig. Die Fläche wird so bis ins Frühjahr bearbeitet (ggf. mit Winterpause). Im Frühjahr lockere ich den Boden mit der Gabel und arbeite Kompost ein. Dann kommen Kartoffeln drauf. Nach den Kartoffeln kommt eine Gründüngung rein. ... Und jedes Jahr etwas Kompost dazu. Das ist natürlich nicht gleich der perfekte Acker, aber der Boden wird von Jahr zu Jahr besser. Der "Traktor" kommt dann nach der Ernte und vor der Bestellung wieder zum Einsatz. Als Hühnerrasse möglichst eifrige Scharrer nehmen! - Ist nicht so ein Schund und macht Spaß!
7) Bei mit Wurzelunkräutern "verseuchten" Bereichen, hilft meiner Erfahrung nur die "
Sieb-Methode": Mit der langen Grabgabel alles lockern und jede Wurzel raus holen. Das ist das "Härteste", aber das funktioniert gut. Zuletzt habe ich einen Bereich mit Hundsrosen, Giersch, Quecken und Winden durchsetztes Gebiet "durchkämmt". Das geht nur Meter für Meter.
Mein (bisheriges) Fazit: Abstechen, lockern und genug Kompost aufbringen ist perfekt und schwer. Umgraben+Fräsen ist leichter, lauter und akzeptabel. Die Chickentraktorvariante ist leichter, macht Spaß und das Ergebnis ist akzeptabel.
Naja, man lernt wohl nie aus...