Naja, es sind nicht immer die Rinder die "bösen" und die Kartoffeln die "guten".
Wenn man den Jahresbedarf an Kartoffeln anbaut - für z. B. eine 4-köpfige Familie - wird heutzutage sicher niemand mehr den Acker händisch umgraben, händisch misten/düngen. Kartoffeln werden dann eventuell noch selbst in die Gräben gelegt. Trotzdem wird das meiste schon maschinell (Einachser oder gar Traktor) gemacht. Daß diese aber auch den Boden verdichten und nicht gerade gut duften, ist leider ein nicht angenehmer Nebeneffekt der Arbeitserleichterung.
Natürlich kann man das Feld von Schweinen umpflügen lassen und danach etwas anbauen. Aber es ist sehr viel Arbeit und ständiges "dabeisein" vonnöten.
Unsere Kühe müssen das Futter selbst "mähen", dafür düngen sie uns die Wiesen. Arbeitsersparnis einerseits - aber eben Arbeitseinsatz für die Betreuung der Tiere und Weiden andererseits.
Wir decken die Kühe erst mit drei Jahren (ansonsten schon mit 1,5 Jahren - wenn sie trächtig wird, ist sie alt genug), halten die in Weidehaltung, melken nur einen Teil der Milch ab und lassen das Kalb den Rest. Und dies sogar für ca. 1 Jahr. Bei uns muß - besser gesagt soll - die Kuh nicht alle Jahre kälbern, sondern alle 1,5 - 2 Jahre. Bei einem Natursprung kann man nicht immer alles planen - da "entscheidet" auch mal der Stier
Wenn wir wieder Bedarf an Rindfleisch haben, dann schlachten wir den Stier erst mit drei Jahren. Die Schweine dürfen mindestens 1 Jahr alt werden und bekommen Küchenreste, Gras, Fallobst. Zeitenweise können sie auch raus, dürfen sich ihr Futter selber suchen. Die Hühner haben sowieso "Narrenfreiheit", ebenso die Gänse und Enten.
Wir essen gerne Fleisch, aber eben unsere eigenen Tiere. Diese werden am Hof geschlachtet und auch veredelt zu Wurst, Speck,... Aber alles in Maßen. Bei uns gibt es z. B. ein Brathühnchen für 10 Personen (drei davon sind Schulkinder)! Es gibt genügend Beilagen und jeder wird satt. Man muß nicht immer gleich ein halbes Hühnchen pro Person verdrücken. Ebenfalls mit dem Schnitzel, das ist bei uns eher eine "Beilage" und das Gemüse und die eigentliche Beilage sind die "Hauptspeise".
Wir lieben unsere Tiere und essen die auch, aber wir gebühren ihnen Respekt - zu Lebzeiten und auch beim Essen. Es ist ein "Geben und Nehmen". Zwar mit viel Arbeit verbunden, aber es ist schöne Arbeit, naturverbunden, erfüllend. Ein Kreislauf, der ganz sicher ökologisch ist. Die Rinder bekommen Getreide nur als Leckerli, aber nicht als Futter. Gras im Sommer, Heu im Winter. Wenn mal Silage gefüttert wird, dann auch in Maßen, zur Gesunderhaltung (ist wie Sauerkraut, halt für die Tiere). Dadurch ist der "böse" Methanausstoß sehr gering.
Trotzdem essen wir auch "Fleischersatz". Allerdings nicht um Fleisch zu ersetzen, sondern weil es uns schmeckt und es eine andere Variante der Zubereitung ist.
Paniertes Gemüse (Zucchini, Karfiol, Brokkoli, Pilze, Melanzani....), Käse paniert, Gemüse in Backteig;
Habt ihr schon mal Schwarzbrotscheiben paniert und in Fett herausgebacken? Schmeckt sehr gut! Aber ich koche dies entweder, weil ich "altes" Brot verwerte, weil ich Gusto darauf habe, oder aufgeschlagene Eier verbrauchen will. Aber nicht um Fleisch zu "ersetzen"
Linsen kann man auch sehr gut anstatt des Fleisches verwenden, und dies machen wir immer wieder in den verschiedensten Varianten. Aber eben nicht um Fleisch ersetzen zu müssen, sondern eben, um Abwechslung bei den Mahlzeiten zu haben, und trotzdem den nötigen Eiweißbedarf zu sich zu nehmen.
Weiterhin einen guten Appetit,
Autarkie