Re: "Haushunde" schon vor über 14.000 Jahren
Verfasst: Do 12. Aug 2010, 21:41
Winnie, es gibt ja nicht nur schwarz und weiß, zwei Extreme, also Mopsgesicht oder Wolfsfang.
Es gibt dazwischen alle denkbaren Abstufungen.
Unser Hund hat - mehr aus versehen wohl - ein Huhn getötet und dann liegenlassen.
Unser Hund knuspert ganze ZIegenseiten weg wie wir Salzstangen - manch Kleinhund mit Unterbiss würde daran verzweifeln.-
Trotzdem hat die Hündin, molossertypisch, einen im verhältnis kurzen Fang.
Aber lang genug. Wenn ich mir meinen Unterarm dadrin vorstelle - knacks!
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Ja, der Mensch wird als neotenischer Affe beschrieben.
Deutlich besonders im Verhalten, erst im sehr hohen Alter lässt die Neugier des Menschen, der Explorationsdrang, das ewige Versuchen, Probieren, Testen, nach, wie es für alle jungen (Säuge-)tiere typisch ist.
Möglicherweise ist der Mensch nur durch dieses Suchen, Probieren, Forschen zu seiner heutigen Kultur gekommen, wäre ohne dies nicht - Mensch.
Kombiniert mit
- dem unablässigen Denken, übers Gestern - was war gut, was schlecht und übers Morgen - was könnte Schlimmes passieren und Gutes kommen -
- der Option, seine Hände mit dem gegengreifenden Daumen zu nutzen und
- dank des aufrechtes Ganges ein erhebliches Hirnvolumen oben auf dem Körper zu balancieren
hat der junggebliebene Affe Mensch ein ganz enormes Potential, was er scheint's bis zur Neige auskostet.
Zumindest ist keine Tendenz zu erkennen, dass Mensch irgendetwas unterließe, was ihm kurzfristig von Nutzen zu sein scheint, er hat kaum die neigung, zu - Frieden zu sein, es gut sein zu lassen. Da muss doch noch mehr gehen!
Wer kennt dies Unablässige und Rastlose nicht von Kindern, wo es nochmal stärker ausgeprägt ist, als bei Erwachsenen?
Kinder, die keinen Explorationsdrang haben, wird man für gestört erachten.
Um den Bogen zum Hund zurückzuschlagen:
Einen Wolf kann man sehr jung einigermaßen prägen und ein wenig erziehen.
Einem Hund kann man sein Leben lang Neues beibringen. Rassenspezifisch, halterspezifisch und individuell in unterschiedlichem Maße.
Aber der Hund lernt als neotenischer Wolf wie der neotenische Affe Mensch, immer weiter.
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Wobei, mir kommt das grad in den Sinn, in einem Buch über Hunde in der geschichte las ich von HUndeführern / Jagdhelfern, die den herrschaftlichen Jagdgesellschaften die Hunde bereitzustellen und auch in der JAgd zu führen hatten. Das war im MA ein beruf.
Man war damals angeblich überzeugt, dass, wer es in seinem beruf zu etwas bringen wollte, diesen sehr früh erlenen und ihn sein ganzes Leben lang ausüben müsse. Die Jungen, die Jagdhundeführer wurde, lernten von 7 bis 14. Sie verbrachten ihre ganze Zeit mit den Tieren und auf der JAgd.
Mich hat das beeindruckt. Zwar kann ich mir nicht vorstellen, jemanden mit 7 zum Bankkaufmann oder Technischen zeichner oder Fußpfleger auszubilden, aber möglicherweise müllen wir unsere Kinder in einer Lebensphase mit Schulzeug zu, in der sie eigentlich viel intensiver andere Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen könnten?
Jedes gesunde Kind ist dem Erlernen reinen Bücherstoffes abhold, wer es nicht ist, ist womöglich ein Sozialversager und "Erwachsenen"kind.
Und wie leicht lernen Kinder, die doch soviel aufsaugen......in Opas Werkstatt hab ich gelernt, wie man Sägen gängig macht für HArtholz und für Weichholz. Das hab ich nebenbei gelernt und kann es heute anwenden. Das hat mier nie einer erklärt, gesehen, behalten, angewendet.
Wenn ich ein MIttelstufenschulbuch zB Erdkunde oder geschichte aufschlage - was ich zeitweise häufig tat für Nachhilfekinder - war ich immer wieder platt, was ich "noch nie gehört" hatte.
Man gut, dass wir die Hunde wenigstens "in echt" lernen lassen und ihnen nicht Hundeplatzvideos vorspielen!
Landfrau
Es gibt dazwischen alle denkbaren Abstufungen.
Unser Hund hat - mehr aus versehen wohl - ein Huhn getötet und dann liegenlassen.
Unser Hund knuspert ganze ZIegenseiten weg wie wir Salzstangen - manch Kleinhund mit Unterbiss würde daran verzweifeln.-
Trotzdem hat die Hündin, molossertypisch, einen im verhältnis kurzen Fang.
Aber lang genug. Wenn ich mir meinen Unterarm dadrin vorstelle - knacks!
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Ja, der Mensch wird als neotenischer Affe beschrieben.
Deutlich besonders im Verhalten, erst im sehr hohen Alter lässt die Neugier des Menschen, der Explorationsdrang, das ewige Versuchen, Probieren, Testen, nach, wie es für alle jungen (Säuge-)tiere typisch ist.
Möglicherweise ist der Mensch nur durch dieses Suchen, Probieren, Forschen zu seiner heutigen Kultur gekommen, wäre ohne dies nicht - Mensch.
Kombiniert mit
- dem unablässigen Denken, übers Gestern - was war gut, was schlecht und übers Morgen - was könnte Schlimmes passieren und Gutes kommen -
- der Option, seine Hände mit dem gegengreifenden Daumen zu nutzen und
- dank des aufrechtes Ganges ein erhebliches Hirnvolumen oben auf dem Körper zu balancieren
hat der junggebliebene Affe Mensch ein ganz enormes Potential, was er scheint's bis zur Neige auskostet.
Zumindest ist keine Tendenz zu erkennen, dass Mensch irgendetwas unterließe, was ihm kurzfristig von Nutzen zu sein scheint, er hat kaum die neigung, zu - Frieden zu sein, es gut sein zu lassen. Da muss doch noch mehr gehen!
Wer kennt dies Unablässige und Rastlose nicht von Kindern, wo es nochmal stärker ausgeprägt ist, als bei Erwachsenen?
Kinder, die keinen Explorationsdrang haben, wird man für gestört erachten.
Um den Bogen zum Hund zurückzuschlagen:
Einen Wolf kann man sehr jung einigermaßen prägen und ein wenig erziehen.
Einem Hund kann man sein Leben lang Neues beibringen. Rassenspezifisch, halterspezifisch und individuell in unterschiedlichem Maße.
Aber der Hund lernt als neotenischer Wolf wie der neotenische Affe Mensch, immer weiter.
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Wobei, mir kommt das grad in den Sinn, in einem Buch über Hunde in der geschichte las ich von HUndeführern / Jagdhelfern, die den herrschaftlichen Jagdgesellschaften die Hunde bereitzustellen und auch in der JAgd zu führen hatten. Das war im MA ein beruf.
Man war damals angeblich überzeugt, dass, wer es in seinem beruf zu etwas bringen wollte, diesen sehr früh erlenen und ihn sein ganzes Leben lang ausüben müsse. Die Jungen, die Jagdhundeführer wurde, lernten von 7 bis 14. Sie verbrachten ihre ganze Zeit mit den Tieren und auf der JAgd.
Mich hat das beeindruckt. Zwar kann ich mir nicht vorstellen, jemanden mit 7 zum Bankkaufmann oder Technischen zeichner oder Fußpfleger auszubilden, aber möglicherweise müllen wir unsere Kinder in einer Lebensphase mit Schulzeug zu, in der sie eigentlich viel intensiver andere Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen könnten?
Jedes gesunde Kind ist dem Erlernen reinen Bücherstoffes abhold, wer es nicht ist, ist womöglich ein Sozialversager und "Erwachsenen"kind.
Und wie leicht lernen Kinder, die doch soviel aufsaugen......in Opas Werkstatt hab ich gelernt, wie man Sägen gängig macht für HArtholz und für Weichholz. Das hab ich nebenbei gelernt und kann es heute anwenden. Das hat mier nie einer erklärt, gesehen, behalten, angewendet.
Wenn ich ein MIttelstufenschulbuch zB Erdkunde oder geschichte aufschlage - was ich zeitweise häufig tat für Nachhilfekinder - war ich immer wieder platt, was ich "noch nie gehört" hatte.
Man gut, dass wir die Hunde wenigstens "in echt" lernen lassen und ihnen nicht Hundeplatzvideos vorspielen!
Landfrau