Hi Rallymann,
zallererst:
Bitte nicht die Maische (also das Mirabellen-Zermatschte) in den Ballon!!! Mach' halt eine sog. Maische-Gärung; erst zermatschen (ohne Kerneknacken!), dann in einen Maischebehälter (Faß)mit paar Litern Wasser (wenn zu dick) und 1 oder 2 kg Zucker, wenn zu sauer (das hast du bald im Gefühl - Pampe sollte angenehm schmecken) - sichern gegen Essigfliegen! So 2-3 Tage gären lassen (sofort nach dem Matschen nach Olaf Antigel rein - geht echt gut...) und erst dann abpressen und diesen Saft in den Ballon!
Leider hab' ich in meinem alten Beitrag die Bilder unabsichtlich gelöscht! Scheute keine Mühen und stell' nochmals rein - diesmal bleiben die pics aber drinne
Ich bitte einen Mod, den Bildlosen zu löschen und mit dem Bebilderten zu ersetzen. Tut mir wirklich leid und es wird nimmer vorkommen.
Zum Glück weiß ich, wie ich das abstellen kann. Werde mich auch mit weiteren Bildbeiträgen hier beteiligen . . . versprochen!
Also auf ein Neues:
@rallymann: halt dich halt an diese Vorgabe, die ist seit Jahren erprobt - kannst ja beim nächsten Wein improvisieren
Etwas spät, aber dennoch, möchte ich meine erprobte Weinzubereitung hier ins Forum stellen; vielleicht bekommt die Eine oder der Andere unserer Weinliebhaber eine Anregung, weil's ja vermutlich jeder bissl anders macht:
Das Maischen mit den ziemlich sauberen Gummistiefeln hat sich seit Jahren bewährt; weil das ein Gemisch aus schwarzen, roten Johannisbeeren UND einem kg Weichseln ist, wäre ein Zerhacken mit einem Fleischwolf oder ähnlichem schlecht (Kerne werden zerstört und ggf. wirklich giftig: Blausäure...).
übrigens 10 kg Früchte für 30l geplantem geistigem Getränk!
Und weiter:
Vom Hollunderwein, den ich abgezogen und auf Flaschen füllte, wurde der Bodensatz untergerührt (das ist Burgunderhefe – die leiste ich mir jedes Jahr und benutze sie für alle Weinansätze, die ja bis in den Herbst laufen...).
Da setzt eine wirklich heftige Gärung ein, wenn alles richtig läuft und zwar schon nach ein paar Std..
Deshalb ein so großer Maischebehälter.
Der Schaum steigt da schon mal bis zu 20 oder 30 cm! (hatte ich schon mal auf'm Fußboden über Nacht).
Die Gärung sieht richtig schön aus und es sollte so 2mal umgerührt werden am Tag.
...und das riecht schon wirklich gut!
In die Maische kam übrigens bereits 1kg Zucker – die muss angenehm schmecken (der Säuregehalt der Beerenmischung stimmt; das weiß ich aus früheren Jahren); 10 g Hefenährsalz kommt auch rein, da die Gärung damit wirklich besser läuft.
So nach 2-3 Tagen kommt dann 10 Std. vor dem Abpressen Antigel dazu und zwar hier 15-20 g. Ohne dieses Enzym kriegst du nicht mal die Hälfte Saft aus der Pampe, weil da jede Menge Pektin drinne ist.
Die Presse . . .
ist ein wirklich geniales Teil, das ich mir da gebastelt habe. Allerdings muss ich zugeben, dass der Plan dazu nicht auf meinem Mist gewachsen ist;
den hab' ich aus dem Imkerforum und dort läuft das Teil als Honigpresse für die Alternativ-Bienenhalter, die keine Schleuder benutzen können.
Sie ist mit wenig Geld zu bauen und wurde von mir durch die abnehmbaren 'Füße' etwas verstau-freundlicher verändert.
Der Presstopf mit dem Presskorb war schon etwas anspruchsvoller zu basteln...
Das Abpressen mache ich gerne – Presstuch ist ein alter Synthetik-Store (Vorhang), der irre fest und sehr fein ist.
Wenn man an sowas nicht rankommt, muss man im Keltereibedarf aktiv werden. Allerdings hab' ich früher schon mit einfachen Leintücher abgepresst und das ging auch recht gut...
Bewährt hat sich auch über die Jahre, den abgepressten Trester abschließend mit kochendem Wasser zu übergießen und nochmals abzupressen.
Wichtig:
In ein separates Gefäß, da nullkommanix die Hefe absterben würde, wenn der heiße 'Nachsaft' dazukäme. Also erst auf Zimmertemp. abkühlen lassen.
So komme ich zu 11-12 l Saft und der war schon wieder total sauer.
Um die Gärung gut laufen zu lassen, braucht's ja Zucker und das mache ich immer nach Geschmack:
Die Sauce muss angenehm schmecken – nicht zu süß und nicht zu sauer, dann funzt das!
Jetzt kommt die Chose in den Gärbehälter. Da bin ich wieder bei den Imkern gelandet und benutze die sog. Hobbocks.
Die 40kg Hobbocks fassen gut 30l Flüssigkeit; das ist noch gut zu handeln und vor allem gut zu reinigen.
Im Deckel allerdings steckt ein 'Selbstbau-Gärverschluss', der aus Kunstkork, einem hohlen Glasfieberstab (von nem Zelt – es gehen aber auch die gelben Weidezaun-Plastik-Stäbe...) und 'ner Plaste-Essigflasche gebastelt ist. Einsatz ist ein Süßstoffbehälter, den man von entsprechenden Verwendern kriegen kann).
Die funktionieren bestens und können auch mal runterfallen – ein Recyclingprodukt, das meine kleinbäuerliche Mentalität glücklich macht!
Jetzt noch einige Modelle meiner Gärverschluss-Kreationen...
...die sind eben unterschiedlich für Hobbocks, 30l Kanister (aus dem Gastronomiebereich) und 5-l Weinflaschen, die ich gelegentlich für Weinexperimente als Kleinmengen benutze)
Den Inhalt des 30l-Hobbocks fülle ich dann mit Zuckerwasser auf 22 l auf ( 1 Teil Gluc. 2 Teile H20, wobei man wissen sollte, dass 1kg Gluc. Ein Volumen von 0,6 l hat...).
Damit habe ich so 6 bis 7l Volumen Rest-Raum, der je nach Gärverlauf 3 mal mit Zuckerwasser 1:2 nachgefüllt wird.
IWenn die Gäraktivität nachlässt, wird nachgefüllt, wobei ich durch die notwendigen Geschmackskontrollen regelmäßig feststelle, dass das Getränk zunehmend besser wird.
Etwas Fingerspitzengefühl braucht's dann beim Einstellen der Restsüße:
Wenn der Gärbehälter fast voll, das geistige Getränk kräftig (so 12-14 Vol.Proz.Alk.)und die Gäraktivität fast erloschen ist, fehlt oft noch die diskrete Süße, die ich mit 'ner Restzuckerzugabe dazu“pansche“.
Ich schwefle nicht; allerdings darf dann die Flasche nach dem Abfüllen nicht dicht verschlossen werden, da sonst Explosionsgefahr droht.
Der Wein ist bestens verträglich, da nicht geschwefelt. Sicher gärt der etwas nach und wird aber genüsslich verbraucht, bevor er sauer werden könnte.
Hab' übrigens aktuell 30l Mirabelle angesetzt! Gärt und riecht köstlich!
Einigermaßen PC-strapazierte, jedoch weinbeseelte Grüße!
Werner