Rallymann hat geschrieben:
Ex Chef meiner Frau ist Jäger und hat nen jungen Hund, der auch gerne wandern geht. Der trägt jetzt ein Senderhalsband und rund ums Grundstück sind
Pflöcke verteilt. Geht der da durch britzelt es. Klappt prima.
Und von einem Jäger wollen wir uns doch besser nicht den Verstand erwarten, den man zur Hundeeerziehung braucht.
Hierzulande bekäme der Herr eine Anzeige wegen Tierquälerei.
Bitte KEINE solchen Methoden, man weiß nämlich nicht, worauf der Hund den Schmerz bezieht.
Ein Zaun kostet doch nicht die Welt.
Alle reviertreuen Hunde haben einen hohen Schutztrieb- da würde ich ohne Zaun gar nichts machen!
Blödsinn.
Der Altwarenhändler gegenüber meines Hauses hatte erst einen Collie-Spitz-Mix und jetzt einen Aussie.
Beide liefen/laufen frei in der Nähe des Ladens herum, gehen aber niemals auf die Fahrbahn und entfernen sich nicht weiter als zwei Häuserfronten.
Natürlich lassen sie jeden Menschen und auch jeden Hund in den Laden.
Und natürlich werden sie nicht ständig beaufsichtigt, die Besitzerin muss ja arbeiten.
Mein Rüde läuft nicht weg, auch nicht, wenn er am nicht eingezäunten Grundstück meines Freundes sich selbst überlassen ist. Wenn wir in der Hütte tratschen, wird der Hund nicht dauernd beobachtet. Alle halben Stunden geh ich mal nachschauen, wo er liegt.
Um nichts in der Welt ginge er alleine von "seinem" Grundstück runter. Wir haben ihn beobachtet - er geht annähernd bis zur Grenze, dreht aber immer vorher um. Auch andere Hunde am Fahrweg bringen ihn nicht zum Weglaufen.
Schutztrieb besitzt er nicht, hat noch nie jemanden verbellt, begrüßt jeden und läßt jeden rein.
Meine Hündin hat beim Vorbesitzer angeblich gestreunt und gewildert, tut dies inzwischen nicht mehr. Sie bleibt wie ihr Sohn am Grundstück. Mag sein, bei ihr schafft nur das Grillgut die Motivation zum Bleiben, vielleicht hat aber auch die Alte vom Jungen gelernt. Die zwei haben eine Art Bravheitswettbewerb. Wer kann heute so sehr strebern, dass er die meiste Zuwendung ergattert?
Schutztrieb hat die Hündin nicht, sie ist ein typisch allerweltsfreundlicher, gemütlicher und entsetzlich verfressener Labradormix.
Ein gut erzogener, sich geliebt fühlender Hund bleibt da, wo sein Besitzer ist oder wo er diesen am ehesten antreffen wird. Das braucht eigentlich keine besondere Dressur, nur viel Zuwendung.