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Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Mi 15. Nov 2017, 13:02
von syldron
hobbygaertnerin hat geschrieben: Darf ich mal was fragen,
wie kommen die Menschen in Schweden, in Norwegen mit der langen, sehr lichtarmen Zeit zurecht?
Das ist innerhalb der nordischen Länder mit ihrer enormen Nord-Süd-Ausdehnung sehr unterschiedlich. Südschweden, wo wir jetzt wohnen, ist kaum anders als Norddeutschland, der Unterschied ist zu vernachlässigen.

An unserem vorherigen Wohnort in Norwegen war das schon anders. Aber immer noch kein Vergleich zum Norden, ich habe zwei Winter in Tromsø verbracht, wo die Sonne 8 Wochen lang nicht aufgeht.

Die Einheimischen begegnen der Situation positiv. Man nutzt die Möglichkeiten, die man hat.
Der Lichtmangel macht übrigens nicht depressiv, wie viele glauben, sondern antriebslos und müde. Auch steigen dadurch die Suizidzahlen nicht an, im Gegenteil, die Suizidrate steigt überall auf der Welt im Frühjahr an. Überhaupt hat Norwegen eine geringfügig niedrigere Suizidrate als Deutschland.

Ich selbst hatte mit dem Lichtmangel in Tromsø durchaus meine Probleme, in Mittelnorwegen ca 500km südlich des Polarkreises hat mir das nichts mehr ausgemacht.

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Mi 15. Nov 2017, 13:23
von syldron
Buchkammer hat geschrieben: Und erst die Landschaften und das Klima ... wenn es dort solche fetten Hechte gibt, muss ich bei Gelegenheit mal eine Reise machen. :pfeif:
Ja, die fetten Hechte gibt es hier ziemlich viel, sowohl in Binnenseen, als auch in der Ostsee, die hier schon einen wesentlich geringeren Salzgehalt hat. Flundern, Heringe, Lachse, Meerforellen und sogar Dorsche gibt es dort aber trotzdem.

Die Landschaft hier in Schweden ist eine ganz andere, als wir sie in Norwegen hatten. Es gibt immens viel Wald, zumeist einen Mischwald aus Eichen, Kiefern, Pappeln und Fichten, während die Wälder in Norwegen, wo wir gewohnt haben, fast ausschliesslich reine Fichtenwälder waren. Das führt aber auch dazu, dass das Vorkommen von Pilzen und Wildtieren an unserem neuen Wohnort wesentlich interessanter und abwechslungsreicher ist.

Was in Småland in Schweden fehlt, sind Berge. Die Landschaft ist relativ flach. Beides hat seinen ganz eigenen Charme.

Dagegen ist der Unterschied schon recht extrem, was die klimatischen Verhältnisse betrifft. Die småländische Ostseeküste hat die sonnigsten und wärmsten Sommer von ganz Nordeuropa, währen das Klima in Mittelnorwegen vom Nordatlantik bestimmt wird. Die Durchschnittstemperatur ist hier in Schweden deutlich höher und die Vegetationsperiode mindestens 2 Monate länger. Und das waren für uns dann schon ganz entscheidende Kriterien.

Der erste Sommer, in dem unser Garten in Norwegen auf vollen Touren lief, war der von 2014. Die Erträge waren hoch, Gurken im Freiland, Tomaten, Bohnen, es gab einfach alles im Überfluss. Allerdings: 2014 war der wärmste dort jemals registrierte Sommer. Die kommenden Jahre waren wieder durchschnittlich oder sogar schlechter. Und da holte uns die Realität wieder ein. Wir sahen jetzt deutlich, wie es sein könnte, und eben, wie es an unserem Wohnort tatsächlich war. Ein Beispiel: Im Herbst 2014 habe ich Topinambur gepflanzt. Auch 3 Jahre später habe ich die Pflanzen nie blühen sehen, nach dem diesjährigen, katastrophal schlechten Sommer waren an den Pflanzen auch keine Knollen, sondern maximal etwas verdickte Wurzeln zu finden.

Dann kamen noch ein paar andere Ereignisse dazu, und unser Entschluss, nach Schweden zu ziehen, stand fest. Bislang haben wir den Schritt überhaupt nicht bereut.

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Mi 15. Nov 2017, 15:22
von Buchkammer
:hmm: Also zu weit nördlich sollte man sich nicht ansiedeln, wenn die Selbstversorgung mit pflanzlichen Lebensmitteln funktionieren soll. Das da nicht mal der Topinambur aus dem Knick kommt - der braucht ja nun nicht wirklich viel Wärme, Licht und Pflege. Danke für deinen Bericht.
syldron hat geschrieben: ... ich habe zwei Winter in Tromsø verbracht, wo die Sonne 8 Wochen lang nicht aufgeht
Gibt es denn da Statistiken, dass 9 Monate nach dieser Zeit die Geburtenrate steigt? :pfeif:

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Mi 15. Nov 2017, 19:39
von Fred
syldron hat geschrieben:
Buchkammer hat geschrieben:
Der erste Sommer, in dem unser Garten in Norwegen auf vollen Touren lief, war der von 2014. Die Erträge waren hoch, Gurken im Freiland, Tomaten, Bohnen, es gab einfach alles im Überfluss. Allerdings: 2014 war der wärmste dort jemals registrierte Sommer. Die kommenden Jahre waren wieder durchschnittlich oder sogar schlechter. Und da holte uns die Realität wieder ein.
Das heisst die ganzen Versprechen von den Klimawandel-Fuzzis, sind dann doch geplatzt wie Seifenblasen, würd ich da so mal sagen.

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Mi 15. Nov 2017, 20:49
von Benutzer 146 gelöscht
Fred hat geschrieben:
Das heisst die ganzen Versprechen von den Klimawandel-Fuzzis, sind dann doch geplatzt wie Seifenblasen, würd ich da so mal sagen.
auf diesen Satz angemessen zu antworten, verbieten leider die Forenregeln.. :holy:

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Mi 15. Nov 2017, 22:19
von centauri
@Frodo
kommt darauf an wie man es einstuft. VT, oder Dummheit? ;)

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 09:07
von syldron
Buchkammer hat geschrieben:
Gibt es denn da Statistiken, dass 9 Monate nach dieser Zeit die Geburtenrate steigt? :pfeif:
Ja, die gibt es, aber das trifft auch schon auf Deutschland zu . :)

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 09:09
von syldron
Fred hat geschrieben: Das heisst die ganzen Versprechen von den Klimawandel-Fuzzis, sind dann doch geplatzt wie Seifenblasen, würd ich da so mal sagen.
Nein, das heisst, dass Wetter und Klima doch so komplex sind, dass es so einfach eben nicht zu erklären ist. Globale Erwärmung kann auch lokale Abkühlung bedeuten.

Re: Nymoen - der Weg ist das Ziel

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 11:21
von Olaf
VT, oder Dummheit?
Also ich seh da keinen gro ...., ach, lassen wir das....