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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 11:59
von Landfrau
Das ist nunmal so - die dumme Masse frisst viel, schlecht und billig.

Und die betuchten Besseresser sind wenige und da sie oft älter sind und einen höheren Bildungsgrad gaben - essen sie wenig Fleisch. Dementsprechend ist der Markt klein.

Kann man nun den Billigfleischerzeugern die Schuld geben für die Dummheit der Masse?
Nein, sie bedient einen Markt, der halt da ist.
Würden die BAuern in einen erzeugerstreik gehen für das Wohl der Tiere "Entweder teures Fleisch oder gar keines"? Kaum vorstellbar.

Bauern waren nie Tierfreunde und werden es auch nicht.
Geldverdienen mit Tieren war auch noch nie schön (auch nicht bei den Bios ....)

Da BAuern heute (?) nur noch Erfüllungsgehilfen der Industrie sind zwischen Düngerkauf, Pestiziden Saatzucht, Tiergenetik, ZInsen, PAchtpreisen, Subventionen wird sich das nicht ändern. Die Industrie hat sich des Nährstandes bemächtigt, der trotz aller bauernschläue in seiner Dummheit glaubt, sein eigener Herr "mein Land" zu sein.
Das LAnd gehört immer dem, der Steuern darauf bezahlt.....anderes Thema.

Früher waren Bauern Unfreie, heute ist das alles sehr elegant konstruiert, aber unfrei sind die BAuern nach wie vor.
Und folgt dem ewigen Prinzip - mehr mehr mehr, für weniger Geld, für mehr menschen, Effizienz und Ausstoß ....

Ändern? Wird man das nicht und der Versuch mag löblich sein, aber Lebensfreude kosten.

Lösen? Genau, sich lösen davon, dass die große böse Welt anders sein muss.
Sich sein kleines Glück schaffen, in seinem eigenen tellerrand bleiben....- Selbstversorgung ist zwar Selbstbetrug, aber ein wenig Obst und gemüse kann man schon erzeugen, vllt auch Eier, Milch und Fleisch mit HIlfe vom BAuern - da sind wir wieder in der Realität - zugekauften Getreides.

Fatalistisch? Mag sein. Aber dieses Leben ist möglicherweise das einzige und dieser Augenblick womöglich auch. Und warum sollte man es sich in diesem Moment nicht so gut wie möglich gehen lassen, sich und seiner eigenen kleinen Welt, Familie, Tieren, Pflanzen?

Schau hin! Deine Hühner unterm Obstbaum, die Porreestangen im Garten.....das ist Glück.
Und das Glück zu sehen ist Glück. Sieh hin.

LAndfrau

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 13:38
von mot437
Bauern waren nie Tierfreunde und werden es auch nicht.
Geldverdienen mit Tieren war auch noch nie schön (auch nicht bei den Bios ....)

Hm. Protestiere.

Oder gets um fermenschlichung

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 14:49
von fuxi
mot437 hat geschrieben:Bauern waren nie Tierfreunde und werden es auch nicht.
Du scheinst nicht viele Bauern persönlich zu kennen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 14:57
von centauri
Naja Bauer ist nicht gleich Bauer.
Kommt eben darauf an wie produziert wird.
Kenne einige Bauern die sorgsam mit ihren Tieren umgehen.
Gibt aber auch eben viele die industriell produzieren.
Da läuft das natürlich anders!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 15:03
von Steinbock
fuxi hat geschrieben:
mot437 hat geschrieben:Bauern waren nie Tierfreunde und werden es auch nicht.
Du scheinst nicht viele Bauern persönlich zu kennen.
Das war ein Zitat von Landfrau.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 15:18
von Steinbock
Landfrau hat geschrieben:Früher waren Bauern Unfreie, heute ist das alles sehr elegant konstruiert, aber unfrei sind die BAuern nach wie vor.
Und folgt dem ewigen Prinzip - mehr mehr mehr, für weniger Geld, für mehr menschen, Effizienz und Ausstoß ....

Ändern? Wird man das nicht und der Versuch mag löblich sein, aber Lebensfreude kosten.
Jeden Tag verschwinden (lt. statistischem Bundesamt von 2013) ca. 27 Hektar Boden unter Beton und Asphalt ("BODENVERSIEGELUNG", 2013, http://globalsoilweek.org/wp-content/up ... ing_de.pdf).
D.h. jeden Tag verlieren mindestens etwa 54 Menschen in Deutschland die Möglichkeit sich selbst zu ernähren. In einer Woche ist das etwa ein Dorf, in vier Monaten eine Kleinstadt.

Man kann entweder, soweit wie es eben geht, Lebensmittel selber anbauen oder man kann mithelfen Informationen zu verbreiten, die zeigen wie ein besseres Leben, im Einklang MIT der Natur, möglich ist. Ich versuche vor allem letzteres zu machen.

Dazu ein gutes Interview mit einem Forstexperten, der auch Bäume als Lebewesen ansieht und der für den Eigenbedarf auch Tiere schlachtet:

http://mp3-download.swr.de/swr1/bw/leut ... 12844s.mp3

Das Interview ist vom 12. Oktober diesen Jahres (SWR1 Leute):
http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leut ... index.html

Viele Menschen suchen ihr Glück im Konsum. Dies hängt mit ihrer Erziehung bzw. mit der fehlenden Zuwendung durch die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zusammen. Wahren Frieden wird es auf dieser Welt erst geben, wenn es keine Gewalt mehr gegen Kinder gibt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 15:20
von fuxi
@Steinbock
Ah, danke für den Hinweis. Das hatte ich wegen der fehlenden Zitatmarkierung nicht gesehen. Dann gilt mein Kommentar natürlich ihr statt Tom.

(... und zeigt mal wieder, dass das Beharren auf korrekter Interpunktion und Zitatmarkierungen keine Korinthenkackerei ist, sondern für schriftliche Diskussionen grundlegend wichtig ist.) :kaffee:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 15:25
von Manfred
Mir macht mehr Sorge, dass der Passus mit den Erfüllungsgehilfen leider in weiten Teilen zutrifft.
Aber auch daran wird gearbeitet. Siehe Themenkreis Holistic Management. Da geht es in der Landwirtschaft in weiten Teilen darum, sich wieder auf die eigentlichen Kompetenzen des Landwirts zu besinnen: Wie erzeuge ich aus Sonnenlicht und Wasser mit Hilfe des Bodens marktfähige Produkte? Die Kosten für die ganzen Betriebsmittel steigen weiter massiv an, während die Preise für die Agrarprodukte stagnieren und teilweise sogar fallen. Das kann man auch mit Masse nicht dauerhaft ausgleichen. Deshalb müssen wir wieder lernen, ohne diese ganzen "Helferlein" auszukommen, die die Rentabilität unserer Betriebe fressen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 16:56
von Reisende
manfred :daumen:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 17:05
von Landfrau
Womit du recht hast, Manfred.
ich frage mich schon lange, warum die bauernschlauen Bauern so dumm sind. Nolens volens?

Es heißt auch, dass Agrarförderung "auf Rückruf" ausgezahlt würde, also nach hoheitlichem Ermessen zurückgefordert werden kann. Leider habe ich keine Quelle dazu. Scheint mir aber dünnes Eis zu sein, die Förderung.

Die Bauern arbeiten an gegen die Schraube aus Kostensteigerung und Erlös, mit Selbstausbeutung, "Strukturwandel" - also immer weniger größerem Höfen und ggf. mit Kreditnahme und Zinszahlung.
Bäuerliche Kultur gibt es kaum mehr.

dabei gibt es - dem HImmel sei dank, dass der Ldw - Minister immer ein Bayer ist - Wege, der Ldw höchst (!) lukrative echte Einnahmen - keine Subventionen - abzugewinnen unter, je nach Konstrukt, kompletter Steuerfreiheit oder lachhaft geringer besteuerung.
Dafür braucht es aber sinnigerweise einen Familienhaushalt, mindestens eine Frau, die bereit ist, daran mitzuarbeiten
Aber Bäuerin will heute keine mehr sein, die Ehefrauen der LAndwirte sind tunlichst Arzthelferin oder Bankkauffrau.

Wie gesagt, bäuerliche Kultur gibt es nicht mehr, selten weht mich auf einem Hof weit draußen ein HAuch davon an.
Bäuerliches Denken und Arbeiten sind Schnee von gestern, heute senden die Agrochemiekonzerne nächtens Faxe, was am nächsten Tag zu spritzen ist. Das Spritzmittel hat der bauer schon, den Preis weiß er noch nicht. Den legen die Konzerne fest, wenn sie die Erntemenge kennen - so, dass der Bauern weiter im Netz zappeln und seinen Fron tun kann. Gerade nicht kaputt geht und gerade nicht die Illusion verliert, ein freier Unternehmer zu sein.

Freie Bauern - heute ohne Subventionen und ohne Steuern - gibt es nicht.

LAndfrau