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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 18. Okt 2020, 22:04
von emil17
Danke für die Antwort. Ich habe aber nicht Dich gemeint.
Die bekannten Schreihälse, die es überall und bei jeder Partei und Interessenvertretung gibt, haben imemr das gleiche Prinzip: Irgendwas aufbauschen, viel warme Luft rauslassen und das Thema wechseln wenn etwas anderes mehr Aufmerksamkeit verspricht. Die wird man los, indem man dafür sorgt dass die Grundlage ihrer Aufmerksamkeit verschwindet, dann wenden sie sich lohnenderen Themen zu. Weil es die gibt darf man aber nicht all die wirklich besorgten Leute auch in diesen Topf werfen.
Die Existenz solcher "Schreihälse" ändert nichts daran, dass es ein Nitratproblem gibt. Wer behauptet, es läge an (bewusst oder nicht) falschen oder irreführenden Messungen, der verweigert Fakten. Man kann höchstens über die Verursacher streiten. Herausfinden, vielviel Nitrat in einer Wasserprobe ist, ist keine Herausforderung für ein Labor.
Ich bin mit dir einig, dass es aus Sicht der Landwirte kein Nitratproblem geben mag: Was geht uns das Grundwasser an? Uns interessiert, wie man die Ertragsmege optimieren kann, und hier würde mehr Stickstoff noch zu mehr Ertrag führen. Also ...

Zum Thema EU und D: Erstens ergibt sich aus der Rechtslage (Definition Grenzwert) zweifelsfrei, dass Grenzwerte nie und nirgendwo überschritten werden dürfen. Schon die zeitliche Mittelung der Werte verschiedener Jahreszeiten ist eigentlich unzulässig.
Du kriegst nämlich auch dann eine Knolle wegen zu schnellem Fahren, wenn du meistens nicht zu schnell fährst.
In der Börde z.B. wird nicht im Grundwasser sondern im Sickerwasser gemessen. Völliger Schwachsinn
... und wenn man da zu hohe Werte findet, wird es dann ja wohl aus dem Boden in der Nähe ausgewaschen und kann nicht von anderswo herkommen. Genau das wollten wir doch wissen. Danke.

Gering belastetes Sickerwasser bei hohen Grundwasserwerten würde doch genau das bedeuten, was der Bauernverband behauptet: Dass nämlich die Belastung anderswo entstanden sein muss. Die Landwirtschaft kann das Grundwasser nur über das Sickerwasser belasten, denn sie bewirtschaftet ja die Bodenoberfläche. Falls an dieser Logik etwas falsch ist, sage es bitte.

Zweitens ist es egal, wenn in einem Land ein Misstand herrscht, was die anderen Länder machen - du kriegst auch dann eine Knolle, wenn andere auch zu schnell fahren. Hier kann man die übergeordnete Behörde in die Pflicht nehmen, und von denen verlangen, dass alle Länder gleich messen, damit man vergleichen kann. Weil die Polen geschummelt haben, soll es in D auch kein Nitratproblem geben? Unsinn.
Die Fläche die von einer Messstelle abgedeckt werden soll, ist so groß dass es da immer Industrie, Siedlungsgebiet oder Wald mit dabei hat.
Glaub ich nicht, und scheint nur so wenn man die gesamte Landesfläche durch Anzahl Messtellen dividiert.

Zudem müssten Industrie und Siedlungsgebiet gleich behandelt werden wie es die Landwirtschaft für sich verlangt:
Entweder muss jeder beweisen dass er es nicht war, oder es muss jedem bewiesen werden, dass er es war. Aber die Unschudsvermutung für die Landwirtschaft und alle anderen möglichen Verursacher sollen der alleinige Grund für zu hohe Werte sein? So geht das nicht.

Wegen den Robinien und anderen Leguminosen: Offenbar war das dann eine Nebelkerze in der Publikation, wo das erwähnt wurde.
Zur Ernte ist ein Rübenacker praktisch frei von verfügbarem Stickstoff
Das würde heissen, dass da dann ohne Düngung überhaupt nichts mehr wachsen könnte, oder in der Landwirtschaft wird das anders definiert als in der Pflanzenbiologie. Vermutlich meinst du "praktisch frei von gelöstem Sickstoff im Bodenwasser". Das ist aber nicht das selbe. Gelöste Stickstoffverbindungen im Bodenwasser sind immer ein Zeichen von Übersättigung, mithin Überdüngung. Das ist ja das Problem.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 16. Jan 2021, 10:34
von Oli
Bill Gates ist nun der grösste private Besitzer von Farmland in den USA. 242.000 Acres hat er sich direkt und über Investmentfirmen 'geschnappt'.
https://www.forbes.com/sites/arielshapi ... os-turner/
While it may be surprising that a tech billionaire would also be the biggest farmland owner in the country, this is not Gates’ only foray into agriculture. In 2008, the Bill and Melinda Gates Foundation announced $306 million in grants to promote high-yield, sustainable agriculture among smallholder farmers in sub-Saharan Africa and South Asia. The foundation has further invested in the development and proliferation of “super crops” resistant to climate change and higher-yield dairy cows.
While Gates may be the country’s biggest farmland owner, he by no means is the largest individual landowner. In its list of 100 top American landowners, The Land Report gives the top spot to Liberty Media Chair John Malone, who owns 2.2 million acres of ranches and forests. CNN founder Ted Turner ranked number three with 2 million acres of ranch land across eight states. Even Amazon CEO Jeff Bezos is investing in land on a large scale, landing the 25th spot with his ownership of 420,000 acres, mainly in west Texas.
Ich fand den Artikel ganz interessant, einfach als 'gut zu wissen und im Hinterkopf zu behalten'. :)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 16. Jan 2021, 12:43
von Rohana
Top, da weiss man doch wen man anhauen kann wenn der neue Trend biovegane Landwirtschaft mal umgesetzt werden soll :grinblum:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 16. Jan 2021, 13:02
von Oli
Biovegan und absturzsicher. :nick:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 16. Jan 2021, 20:07
von emil17
Mitnehmen in die ewigen Jagdgründe kann man nichts, also seien wir nicht neidisch.
Ich kenne alle meine Flächen im Eigentum persönlich und habe auch schon drauf gearbeitet. Bei schlappen 242'000 acres (fast 980 Quadratkilometer) würde das doch ziemlich anstrengend.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 16. Jan 2021, 20:33
von Hildegard
"...wieviel Erde braucht der Mensch"?! Leo Tolstoi

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 17. Jan 2021, 08:54
von emil17
Na ja, Bill Gates schint im Alter Philanthrop zu werden und versucht mit seinem Geld einiges zu bewirken. Das sollte man ihm zu Gute halten und wenn er sein Land solchen Zwecken widmet, macht Ankauf schon Sinn.
In vielen Ländern ist das die einzige Methode, um es gegen Spekulation und Raubbau zu schützen, weil Gesetze nur auf dem Papier stehen, aber nicht durchgesetzt werden. Auch in Mitteleuropa ist es eine funktionierende Methode, weil dann nicht um irgendwelche Bewirtschaftungskompromisse gefeilscht werden muss.
Ich glaube jedenfalls nicht, dass er das nur tut, weil seine Kleinweich-Anteile ungenügende Rendite abwerfen oder er sich für seine eigene Zukunft absichern will.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 17. Jan 2021, 12:55
von CeJott
Ich weiß jetzt nicht ob man die Situation in Amerika vergleichen kann,
aber hier im Umkreis sind ein Optiker und ein Backpulverfabrikant
ganz vorne dabei. Ob als Landkäufer oder Investor in den Betrieben,
ist das eine Wettbewerbsverzerrung. Ich glaube letztlich geht es nur um
die Vermehrung des Geldes oder ähnliches. Der normale Landwirt hat
kaum Chancen dagegen zu zuhalten.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 18. Jan 2021, 09:55
von penelope
Hier sind ja die großen Lebensmittelkonzerne wie Aldi und Rewe mit die größten Landeigner (über Tochterfirmen) und damit auch die größten Empfänger von Agrarsubventionen. Und die Bauern, die unter den in Deutschland extrem niedrigen Lebensmittelpreisen leiden, gehen dafür demonstrieren, dass daran auch ja nie was geändert wird. Verrückte Welt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 18. Jan 2021, 10:19
von Rohana
Verrückte Welt ist dass Grossinvestoren mehr oder minder legal Ackerland kaufen dürfen.