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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 21. Mai 2020, 10:58
von Oli
Ja :) aber es entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen so zu leben. Ich glaube, dass die allermeisten absolut keinen Bezug mehr haben zu Gemüsebau, Tierzucht und wahrscheinlich auch nicht zu echten, produktiven Berufen.
Insofern wäre Rohanas Vorschlag ein gangbarer Weg, jedem in seinem Lebenslauf einmal die Möglichkeit zum Einblick zu geben.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 21. Mai 2020, 11:58
von Rohana
Oli hat geschrieben: Do 21. Mai 2020, 10:58 [...] jedem in seinem Lebenslauf einmal die Möglichkeit zum Einblick zu geben.
... uns das Bild der Medien zu korrigieren Der ganz normale Landwirtsalltag mit seinen Höhen und Tiefen wiord da seltenst gezeigt. Fast nur Extreme, vor allem negative Extreme, oder Aussteiger, Quereinsteiger, Exoten, Superlative grade bei Maschinen, etc - die existieren natürlic auch, aber das ist die Spitze und nicht die Basis des Eisbergs.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 21. Mai 2020, 13:08
von Claudia
Das mit dem Praktikum bei Landwirten/Bauern fände ich eine gute Sache. Allerdings muss ich sagen – zumindest hier in BW – gibt es diese Möglichkeit durchaus. Hier müssen alle Schüler in bestimmten Altersstufen Praktikas zur Berufserkundung machen und wer möchte, kann das auch auf einem Bauernhof. Allerdings müssen die Schüler den Praktikumsplatz selbst suchen und nicht viele kommen auf die Idee, beim Bauern zu fragen.

Aber ich muss sagen, wenn ich mir das richtig überlege, ich fände es sehr gut, wenn tatsächlich für alle Regelschulen zusätzlich zu den Praktikas zur Berufserkundung ein wenigstens 2wöchiges Praktikum beim Bauern oder von mir aus auch in einer Gemüsegärtnerei verpflichtend wäre. Vielleicht würden dann Lebensmittel etwas mehr wertgeschätzt, weil jeder die Arbeit kennt, die dahinter steckt und vielleicht erkennt dann der eine oder andere auch, welche Qualitätsunterschiede es bei Lebensmittel aufgrund ihrer Produktionsweise gibt. Und vielleicht sind die zukünftigen Verbraucher dann später auch bereit für qualitativ hochwertige Lebensmittel einen angemessenen Preis zu bezahlen.

Gruß Claudia

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 21. Mai 2020, 22:38
von emil17
Ich würde es begrüssen, wenn solche Praktika für alle Ausbildungen oder Tätigkeiten, die irgendwas mit Landwirtschaft zu tun haben, vorgeschrieben würden. Z. B. für Naturschutz- und Landschaftsplaner.
Den Bauern würde man dann entsprechend grundlegene Nauturschutzkenntnisse abverlangen. Vielleicht würden so die einen die anderen besser verstehen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 08:44
von penelope
Die Arbeitsgemeinschft bäuerliche Landwirtschaft und Greenpeace haben eine gemeinsame Presseerklärung veröffentlicht und protestieren gemeinsam:
https://www.abl-ev.de/apendix/news/deta ... d88284d8ca

Ich finde die Aussage dahinter gut und es zeigt, dass eben nicht 100% aller Landwirte hinter den großen Protesten stehen. Auch innerhalb der Branche gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Gut so!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 08:59
von Mara1
Oli hat geschrieben: Do 21. Mai 2020, 10:58 Ja :) aber es entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen so zu leben. Ich glaube, dass die allermeisten absolut keinen Bezug mehr haben zu Gemüsebau, Tierzucht und wahrscheinlich auch nicht zu echten, produktiven Berufen.
Insofern wäre Rohanas Vorschlag ein gangbarer Weg, jedem in seinem Lebenslauf einmal die Möglichkeit zum Einblick zu geben.
ja, da stimme ich dir 100 % zu.

Ein verplichtendes Praktikum in der Landwirtschaft/Gartenbau (vielleicht von 3 Monaten)- so in der Richtung wie der Bundesfreiwilligendienst gemacht wird wäre gut. Es ist genug Zeit, das in einem Betrieb der Praktikant angelernt werden kann (und es nicht nur Aufwand für den Praktikumsbetrieb ist), und für den Praktikanten genug Zeit um auch verschiedene Bereiche zu machen, und es nicht nur als ein "lustiges Abenteuer" zusehen. Vielleicht nach der Schule? Oder am Übergang zwischen den Schulstufen? Oder das ganze in den Schulbetrieb integrieren (Projektarbeit über den Zeitraum von 3 Monaten). Nur wie soll man das praktikabel umsetzten. Viele Schüler und nicht so viele Höfe/Produktionsbetriebe.

In einigen Bereichen außerhalb der Landwirtschaft wird ja auch vor der Ausbildung praktische Erfahrungen erwartet (obwohl der Grund da eher ist, das man sich sicher sein soll, ob es der "richtige" Bereich für einen ist).

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 10:56
von Rohana
penelope hat geschrieben: Do 4. Jun 2020, 08:44 Ich finde die Aussage dahinter gut und es zeigt, dass eben nicht 100% aller Landwirte hinter den großen Protesten stehen. Auch innerhalb der Branche gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Gut so!
Es gibt überall Leute mit einer anderen Meinung, warum sollte es bei Landwirten anders sein? Und was ändert sich an der Aussage der "grossen Proteste" wenn ein kleiner Bruchteil der Bauern damit nicht übereinstimmt? :kaffee:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 4. Jun 2020, 12:09
von penelope
Nach meinem Empfinden trat gerade die Vereinigung "Land schafft Verbindung" so auf, als sei ihre Auffassung die einzige, zu der jemand kommen MUSS, sofern er Ahnung hat und abweichende Meinungen wurden oft nach der Art "die wissen halt nichts von der Praxis" abgetan.

Aus dem Grund freut es mich, dass sich nun auch eine Verbindung von Landwirten mit einer anderen Überzeugung Gehör verschafft. Auch wenn sie sicherlich nicht die gleiche mediale Aufmerksamkeit bekommen werden.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Jun 2020, 08:58
von Gelöschter Benutzer 54
Eventuell vermisste Beiträge zum Thema Schulbldung finden sich hier wieder:

viewtopic.php?f=130&t=19685

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 5. Jun 2020, 18:33
von Benutzer 4754 gelöscht
Die AbL hat teilweise finde ich sehr zweifelhafte Ansichten.
Das selbständige Landwirte 11 und mehr Stunde jeden (!) Tag arbeiten sei normal, die Bäuerin habe ihren Landwirt zu unterstützen (aka Frau hintern Herd) und man müsse auch die kleinsten Betriebe erhalten.

Ich würde die AbL nicht als Maß der Dinge sondern eher als kuriose Randerscheinung sehen.

Zurück zum Thema:

https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/ ... 57793.html

Nicht nur die Schweiz auch Deutschland importiert immer mehr Lebensmittel "von sonst wo" und dann wundert man sich wenn da komische Sachen drin sind.

Die derzeitige Politik führt dazu daß immer mehr Lebensmittel aus garnicht oder nur sehr schlecht kontrollierten Quellen importiert werden, dadurch setzt man den Verbraucher einem unkalkulierbaren Risiko aus.

Würde man statt dessen die heimische Produktion stärken hätte man alles unter der akribischen Kontrolle der hiesigen Behörden.

Aber aus den Augen aus dem Sinn und so fördert man weiter die äußerst umweltfreundliche Produktion in Asien, Süd- und Nordamerika und Afrika in dem man die absolut umweltschädliche und Verbraucher/Anwender schädigende Produktion im Inland einstampft.