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Re: alte Rezepte

Verfasst: Mo 11. Mär 2019, 16:35
von Doris L.
Brennnesseln, Comfrey( keine Ahnung) Giersch, Taubenkopf-Leinkraut für Gemüse"
war das wirklich neu fuer Dich?
Aus dem Spessart habe ich einen Naturführer, ältere Bürger erzählten was sie früher gesammelt haben, sie wurden als Kinder mit einem Körbchen geschickt und sie sammelten Sauerampfer, Brennnesseln, Comfrey( keine Ahnung) Giersch, Taubenkopf-Leinkraut für Gemüse.
Das ist aus dem Naturführer. Wie kommst du darauf das ich diese Kräuter nicht kenne?

Beinwell ist Comfrey, den Namen kannte ich nicht.

Ich habe wenigstens 6 Kräuterbücher und darin lese ich immer wieder. Meine Omma hat mich zum Kräuter sammeln für die Kaninchen geschickt. Die Schildkröten im Garten bekamen oft Franzosenkraut, obwohl ich damals nicht wußte wie die Pflanze hieß. Mein Oppa benannte eine ganz andere ,giftige Pflanze mit dem Namen. Damals bekam ich interesse an Kräutern, da war ich noch unter 10 Jahre.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Mo 11. Mär 2019, 18:43
von poison ivy
65375 hat geschrieben:Comfrey ist Beinwell
und waechst bei mir im Garten, seit ich ihn ausgesaet und gehaetschelt hab,
Hirsche lieben ihn, ergo er MUSS innerhalb vom Hirschzaun, sonst krieg ich gar nix davon ab

Re: alte Rezepte

Verfasst: Mo 11. Mär 2019, 18:50
von poison ivy
Doris L. hat geschrieben:... Meine Omma hat mich zum Kräuter sammeln für die Kaninchen geschickt. .. Damals bekam ich interesse an Kräutern, da war ich noch unter 10 Jahre.
mein Vater hat mich bewaffnet mit alten Stemmeisen auf allen Vieren durch den Garten gescheucht, Loewenzahn, Wegerich und Gaensebluemchen ausstechen,
damals hab ich Monsanto ewige Treue geschworen,
und?
und?
bis zim Erwaschenenalter hat der Schwur nicht gehalten

Re: alte Rezepte

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 04:15
von hobbygaertnerin
Ich hab mich im Rahmen der Beschäftigung mit alten Rezepten mit den Kräutern befasst, die damals in Gebrauch waren, zumindest soweit ich es mitbekommen habe.
Da es Zeiten gab, da Salz sehr teuer und kostbar war- war bestimmt kein übermässiger Gebrauch von Salz bei den "einfachen Leuten" gegeben.
Beinwell hab ich im Garten wegen seiner Wurzeln, mache Salbe daraus,
Franzosenkraut soll angeblich ein Würzkraut sein, aber ich kann mich damit jetzt nicht so anfreunden.
Lindenblätter sollen angeblich auch eine milde Würze in den Speisen bewirken, habs schon ausprobiert, aber so ganz war es nicht mein Geschmack.
Nelkenwurz muss ich doch mal ausprobieren- für Zimt und Vanille hab ich noch keinen heimischen Ersatz gefunden,
Pfeffer lässt sich mit getrockneten Brennesselsamen ersetzen, Pfefferkraut hat auch eine pfeffrige Schärfe, die Beeren von der Schissandria ersetzen die roten Pfefferkörner.
Salz möchte ich nicht direkt ersetzen, aber getrocknete Kräuter mit Salz gemischt, da braucht man viel weniger davon.
Der Unterschied von Rezepten aus alten Kochbüchern- die Rezepte sind doch eher aus der Oberschicht oder von dort arbetenden Köchinnen und Köchen, Kochbücher der "einfachen Leute" wurden zum einen gar nicht gross in Umlauf gebracht, zum einen war da eher so ein etas abschätziger Blick von Oben - und zum anderen so lange ist es ja noch nicht her, dass Lesen und Schreiben als Kulturgut für alle galt.
Ich hab heuer im Winter so einiges mit Sauerkraut herum experimentiert, war ja früher die Vitamin- und Gemüsequelle im Winter schlechthin- ich kriegs inzwischen so hin, dass es gut verpackt in andere Rezepte, aber auch so gut schmeckt.
Zum Glück hab ich in alten Kochbüchern mal etwas genauer gelesen.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 07:49
von Maisi
Naja, wer hätte auch Kochbücher für die einfachen Leute kaufen sollen? Die mußten sich mit dem begnügen, was sie hatten, die Zubereitung wußten sie. Wenn da mal Geld übrig war, hat man es sicher nicht in ein Kochbuch gesteckt, da gab es wichtigeres.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 08:56
von Doris L.
Lindenblätter sollen angeblich auch eine milde Würze in den Speisen bewirken, habs schon ausprobiert, aber so ganz war es nicht mein Geschmack.
Junge Lindenblätter schmecken sehr gut, ganz mild. Sammeln tue ich sie nicht, wenn ich unterwegs bin , dann pflücke ich sie mir zwischendurch. Die Blätter sind so zart die esse ich lieber gleich ehe sie welken.
Gibt es nicht ein Salzkraut?
Ich mein es gibt Pflanzen die salzig schmecken, komm jetzt aber nicht drauf.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 09:02
von Doris L.
Such doch unter dem Namen Salzkraut, da gibt es etwas. Kann man auch anbauen.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 13:46
von poison ivy
hobbygaertnerin hat geschrieben:...Beinwell hab ich im Garten wegen seiner Wurzeln, mache Salbe daraus,...
bin ganz Ohr

Re: alte Rezepte

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 21:26
von Doris L.
Wenn Salz so teuer früher war, dann konnten arme Menschen wohl auch kein Sauerkraut einlegen?
Egal, ich habe ein Rezept für Sauerkraut aus Ahornblättern, selbst ausprobiert habe ich das nicht. Ich esse nicht gern sauer. Hier: https://www.smarticular.net/sauerkraut- ... nmachglas/


Die Beinwellsalbe ist gegen Prellungen gut. Gemacht habe ich die nicht, es gibt nicht viele Stellen wo man den Beinwell sammeln könnte und Wurzeln darf man nicht ausgraben.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Mi 13. Mär 2019, 04:08
von hobbygaertnerin
Ich mach die Salbe selbst, hab auch mehr als genug Beinwell im Garten, das Grün brauche ich für Beinwelljauche zum Düngen und die Wurzeln kommen im Herbst aus der Erde.
@Doris, für das Fermentieren von Sauerkraut braucht man sehr geringe Mengen Salz, ich staune da immer selbst, wie es gehen kann, dass mit so wenig Salz erstens das Kraut gut wird und auch noch nach längerer Lagerung immer sauerer wird.
Hab mir gestern geacht, so eine zeitreise gut 200 Jahre zurück- mit der 100 % Garantie, dass ich dann auch gleich wieder in die Gegenwart reisen könnte- wäre ganz interessant, würde gerne probieren, wie damals das Essen schmeckte- und wie damals gekocht wurde.
Hab vor ein paar Tagen beim Elektriker reingeschaut, weil über kurz oder lang der 35jährige E-Herd seinen Geist aufgibt- und hab gestaunt, was es heute alles an zusätzlichem Schnickschnack in einem Herd gibt. Der Motor meiner Küchenmaschine ist über 60 Jahre alt, hab ihn geerbt, auch da, der ist zemlich unkaputtbar, heute werden diese Teile bestimmt nicht mehr so lange halten.
Vor 200 Jahren waren die Küchengeräte sicher ganz andere, auchje nach finanzieller Ausstattung eines Haushaltes.
Ich hab vor kurzem eine neue Küche in einem neuen Haus bei Bekannten gesehen, man sah eigentlich gar nicht mehr, dass es sich um eine Küche handelte, sehr modern und Küche, Essen und Wohnen ganz offen- als ich gehört habe, was diese Küche gekostet hat, wäre mir fast die Luft weggeblieben.
Aber der nächste Hammer, es wird fast nicht gekocht, weil Essensdünste trotz der mondernsten Dunstabzugstechnik im Raum sein könnten.
War aber früher auch so, die Küche bei den Grosskopferten war ganz weit weg von den offizellen Räumen, wo die Herrschaften gegessen haben.
Ist doch interessant, dass sich immer alles wiederholt.
Dachte mir, bin ich froh, um meine handfeste uralte Küche, die auch gekochtes Sauerkraut verträgt.
Früher war das Behältnis fürs Sauerkraut riesengross, da kam die Grossfamilie samt allen noch am Hof wohnenden Leuten damit gut über den Winter. Gab jeden Tag im Winter gekochtes Sauerkraut.
Heute reicht ein 25 Literfass für uns.