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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 23. Jan 2020, 15:08
von Rati
viktualia hat geschrieben: Do 23. Jan 2020, 11:49 Oh, führ mich doch nicht in Versuchung....
:lol: ;)
viktualia hat geschrieben: Do 23. Jan 2020, 11:49
Rati hat geschrieben: die Bilder im Kopf beziehen sich auf den offenen Knochenbruch.
Von wem?..
ursus:
Ursus Austriacum hat geschrieben: Di 21. Jan 2020, 22:43 Bin ich froh dass bei meinem letzten Knochenbruch, offen, gerade ein Chirurg samt OP usw. reif am Baum gehangen hat.


Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 23. Jan 2020, 17:01
von Rohana
ina maka hat geschrieben: Do 23. Jan 2020, 13:03 Wenn er sein Haus baut, das Gewand selber macht, die Wäsche händisch wäscht, das Geschirr sowieso :mrgreen: , selber bäckt und Nüsse aufklaubt, Das Tierfutter, die Medikamente für Mensch und Tier selber macht. Knochenbrüche und Zahnkaries selber heilt ...
nee, die Liste wird zu lang.
Achso? Der Landwirt muss das extra machen, alle anderen nicht? :roll: ich glaube ich sollte anfangen die igno-Funktion zu benutzen, um mich selbst mit weniger :bang: zu versorgen...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 23. Jan 2020, 17:42
von Oli
Ne Rohana, ich glaube es reicht, wenn wir den Exkurs zu spontan-wundergeheilten offenen Himmelsbrüchen geringen Reifegrads hier beenden. :lol:
Das waren seehr tiefe Einblicke in die offenen Hirne.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 13. Feb 2020, 14:16
von emil17
Der Schweizer Bundesrat hat beschlossen, die Agrarpolitik der folgenden Jahre mehr am Umweltschutz zu orientieren, um die Belastung der Umwelt durch Phosphat, Nitrat und Pflanzenschutzmittel zu reduzieren.

https://www.schweizerbauer.ch/politik-- ... 55623.html

Dies unter anderem deshalb, weil die Branche durch anstehende Volksinitiativen zum Schutz von Trinkwasser und gegen Pesitzideinsatz unter Druck steht und weil die Landwirtschaft durch Selbstregulation bisher nichts erreicht hat.
In der Schweiz kann jede politische Organisation, das sind nicht nur die Regierungsparteien, Volksinitiativen einreichen, wenn ein Teil der Bevölkerung Handlungsbedarf sieht. Diese Beschlüsse sind für die Regierung bindend. Deshalb versucht die Regierung regelmässig, mit Gegenvorschlägen und neuen Richtlinien diesen unbequemen Volksbegehren etwas WInd aus den Segeln zu nehmen, indem sie einen Teil der Forderungen selbst übernimmt.
Für den Bauernverband ein Spagat: Man will konkurrenzfähig bleiben (Weniger Auflagen, mehr Geld), ohne sich den Ruf der Umweltignoranz anhängen zu lassen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 08:27
von Benutzer 4754 gelöscht
Haben die in Brüssel alle 40 Fieber????

https://www.wochenblatt-dlv.de/politik/ ... gen-561380

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 10:19
von Rohana
Kann schon sein...

Im letzten Satz liegt eigentlich der Hund begraben: "Die Verbände verlangen daher, Programme zu entwickeln, damit „Landwirte für die von ihnen erbrachten Umweltleistungen vom Markt entlohnt werden können.“ "

Der Markt entlohnt niemanden für Umweltleistungen. Der Markt bezahlt Produkte - oder auch nicht. Kein Produkt, keine Bezahlung.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 15:34
von emil17
Es müsste wohl heissen, Umweltleistungen der Landwirte sollen von der Gesellschaft, die davon ihren Nutzen hat, bezahlt werden. Ein Landschaftsgärtner wird ja auch dafür bezahlt, dass er eine bewachsene Oberfläche bewusst gestaltet und instand hält. Folglich sind auch Umweltleistungen zugunsten der Allgemeinheit Produkte. Das wird von der Mehrheit der Bevölkerung auch so akzeptiert.
Das Problem hierbei ist, dass kein Gewerbe produzieren darf wie es will, ohne auf Umweltbelange Rücksicht zu nehmen. Wer billiger produziert, weil er die Umwelt über Gebühr belastet, wälzt einen Teil seiner Gestehungskosten auf die Gesellschaft ab, wird also indirekt subventioniert.
Sich dafür bezahlen zu lassen, dass man auf eine Verschmutzung verzichtet, wäre folglich eine Lästigkeitsprämie und die darf es schon wegen dem Gleichbehandlungsprinzip nicht geben. Deswegen muss eine Subvention an eine erkennbare Leistung im positiven Sinne und nicht bloss an einen Verzicht gebunden sein.
Was eine Verschmutzung ist und was nicht, kann nur von unabhängiger Seite entschieden werden. Weder ein asthmakranker Anwohner einer stark befahrenen Strasse noch ein Autofabrikdirektor können sachlich beurteilen, wieviele Abgase zumutbar sind.
Wenn man den Naturschutzfachstellen diese Kompetenz abspricht, tut man das Gleiche wie wenn man den Richtern vorwirft, sie seien an möglichst strengen und absurden Gesetzen interssiert, weil sie diesen ihre Existenz verdanken. Sowohl Naturschutzverbände wie auch Bauernvertreter sollen angemessen gehört werden. Entscheiden soll aber derjenige, der die Geschichte bezahlt, nicht der, welcher das Geld bekommt.

Dann ist da noch die Tatsache, dass Landwirtwschaft auf Subventionen angewiesen ist und der Subventionszahler schon mitreden darf, was er für sein Geld kriegen möchte. Da Landwirtschaft an sich schon eine biodiversitätsfördernde Tätigkeit ist (oder wenigstens sein sollte), rechtfertigt das einen Teil dieses Geldes. Nur müsste dann jedes Gewerbe, das im weitesten Sinne nützlich ist, schon deswegen subventioniert werden, wiederum aus Gründen der Gleichbehandlung. Ich wüsste jetzt aber nicht, dass jeder Schuhmacher und jeder Malermeister, bloss weil er Schuhe macht oder Wände anstreicht, dafür vom Staat extra Geld bekommt.

Ich sehe Probleme nicht in der generellen Orientierung der Landwirtschaft an mehr Umweltverträglichkeit, wozu nun mal Verzicht auf Überdüngung gehört. Es wird dann schwierig werden, wenn von Dänemark bis Griechenland die gleichen Vorschriften gelten sollen. Und da hat die EU einiges an Nachholbedarf.

Die Pandemie stärkt die Position der Landwirte, weil sie den Wert lokaler Produktion in Zeiten eingeschränkter Mobilität beweist. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die man ausnutzen sollte. Eine biodiversitätsfördernde Produktionsweise könnte die ideale Werbung dafür sein und die direkten Ertragsausfälle im Vergleich mit der bisherigen, schon aus Sicht der Gewässerbelastung untragbaren Produktionsweise überkompensieren. Nur lassen sich die Leute nicht mehr so einfach hinters Licht führen. Biodiversität riecht und hört und sieht man draussen, nicht auf Hochglanzpapier und nicht an Traktorendemos.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 18:22
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Fr 15. Mai 2020, 15:34 Die Pandemie stärkt die Position der Landwirte, weil sie den Wert lokaler Produktion in Zeiten eingeschränkter Mobilität beweist. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die man ausnutzen sollte.
Nur leider merken die Landwirte davon wenig. Ich hab zumindest noch niemanden gesehen der jetzt auf einmal mehr zahlen will für das selbe Produkt, nur Märkte die einbrechen weil die Handelsströme gestört sind...
Eine biodiversitätsfördernde Produktionsweise könnte die ideale Werbung dafür sein und die direkten Ertragsausfälle im Vergleich mit der bisherigen, schon aus Sicht der Gewässerbelastung untragbaren Produktionsweise überkompensieren.
Könnte. Ich meine, da ist immer die Frage wie man denn "biodiversitätsfördernde Produktionsweise" versteht... nur mal als Beispiel: Wir haben die Tage mal diskutiert ob und wo man bissl Kulap mitmachen könnte... tja. Wir bräuchten entweder doppelte Fläche oder wir müssen die Kühe halbieren für solche Spielereien. Hab noch nicht gerechnet aber ich wette dass der Gewinnausfall bei weitem nicht kompensiert wird.
Aber hey, spätestens dann wenn die Bevölkerung Hunger hat, wird Blümchenwiese wieder ein Luxusprodukt. :lala:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 21:10
von emil17
Rohana hat geschrieben: Fr 15. Mai 2020, 18:22 [Ich hab zumindest noch niemanden gesehen der jetzt auf einmal mehr zahlen will für das selbe Produkt, nur Märkte die einbrechen weil die Handelsströme gestört sind ...
Für das selbe Produkt wird niemand mehr zahlen wollen, aber für ein besseres Produkt schon.
Iim Markt mit Angebotsüberhang und entsprechend tiefen Preisen sitzt derjenige der kauft am längeren Hebel.
Die Produktionsweise ist eine wichtige Produkteigenschaft, das haben einige schon verstanden.

Dieses Jahr wird der Auslandtourismus viel schwächer sein als sonst, folglich werden viele Deutsche aus purer Verzweiflung im eigenen Land unterwegs sein müssen und dadurch entdecken, dass schöne Ecken nicht nur nach ein paar Stunden Flieger erreichbar sind.
Da sollten sich die Bauern mit ihren Betrieben gut positionieren und auch den Verkauf ab Hof bedenken. Eine strukturreiche Landschaft könnte sich da viel besser auswirken als eine, die bloss maschinengängig und hoch produktiv ist.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 21:23
von Rohana
Die Landschaft samt ihrer Struktur lässt sich nicht mal eben so ändern, wenn überhaupt, und für den schönen Anblick zahlt niemand den, der's ermöglicht. Was willst du direkt vermarkten, wenn du nicht grade Milch, Eier oder Gemüse hast? Weizen? Raps? Biogas? Oder ein Rind to go? ;) Lieber Emil, das sagt sich alles so easy... und die leeren Regale lassen drauf schliessen dass es keineswegs immer einen Angebotsüberhang gibt.