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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 3. Jan 2020, 07:41
von emil17
Ich habe nicht vor, das deutsche Messnetz zu verteidigen.
Ich stelle nur fest, (zum x-ten mal), dass aufgrund der Statistik, die der Bauernverband als Beweis dafür verwendet, dass das Umweltamt etwas gegen sie habe, festgestellt werden kann, dass es nicht zu einer Belastungsreduktion der belasteten Standorte im Landwirtschaftsgebiet unter die gesetzliche zulässige Schwelle gekommen ist.
Warum eine Statistik, die nur auf der Auswertung von belasteten Standorten beruht, in Brüssel oder vom Bauernverband zur Darstellung der allgemeinen Gewässersituation in Gesamt-D verwendet wird, weiss ich nicht.
Dann lese bitte diese Vorlesung den Leuten des BMU und des UBA die die Daten interpretieren und Versuche ihnen zu erklären das das was sie da an Text zu den Zahlen veröffentlichen Murks ist.
Das muss man denen erklären, die diese Daten auf unzulässige Weise mit denen der anderen EU- Staaten zusammenverwurstet haben, nicht dem Amt. Dieses hat ja bei der Veröffentlichung explizit drauf hingewiesen - wie der gelb hinterlegte Text im oben verlinkten YouTube-Video zeigt.
was hat ein Messpunkt zur Kontrolle der LW im Wald zu suchen? Nichts!
Das ist nicht so einfach, denn es könnte ja sein, dass alle Flächen, auch diejenigen, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben, einen gleichen Trend zeigen. Würden beispielsweise alle Standorte, egal ob im LW-Gebiet oder nicht, zurückgehen, dann wäre das ein starker Hinweis dafür, dass die Belastung ursächlich nichts mit Landwirtschaft zu tun hat, und damit eine Entlastung der Bauern.
Die Kontrollen kann man auch nicht weit entfernt von den Belastungsstandorten anordnen. Wenn es also in einem Gebiet nur Wald und intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen gibt, kann es durchaus sinnvoll sein, auch Waldstandorte zu messen. Allerdings dürfen die dann nicht unbesehen in Auswertungen mit einbezogen werden.
Emil, es ist doch offensichtlich das es Schwachsinn ist wenn ich mehr als 10.000 Messstellen habe,
das ich dann über 9.800 davon rauswerfe...
Kommt auf die Fragestellung draufan.
Wenn man eine Darstellung rechnen wollte, die flächenrepräsentativ für das ganze Land ist, müsste man jedenfalls die Daten bereinigen, damit nicht Flächen übergewichtet werden, wo warum auch immer besonders viele Messpunkte liegen. Es sei denn, die Messpunkte seine bewusst so angeordnet worden, dass die Flächenrepräsentativität gegeben ist. Das ist sicher nicht der Fall, wenn man der Bequemlichkeit halber bestehende Daten von Trinkwasserfassungen hernimmt, weil diese Orte gewöhnlich aus gutem Grund dort sind, wo die Belastung gering ist.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jan 2020, 08:38
von Gelöschter Benutzer 54
Die Beiträge zum Methan finden sich in einem eigenen Thema wieder:

viewtopic.php?f=143&t=19503

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 17. Jan 2020, 19:37
von aron
https://www.zeit.de/2020/03/landwirtsch ... ierhaltung

Interessanter Artikel über die Herausforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 17. Jan 2020, 20:50
von Rohana
"Darum muss es in Zukunft heißen: Auf fruchtbarem Boden wird nur noch Nahrung für Menschen angebaut. Tierfutter oder Energie gewinnen wir von Wiesen und Weiden, aus Reststoffen und Abfällen. "
Jaaaa. Weil Menschen auch so gerne Kleegras futtern... oder Ackerbohnen... oder Erbsen :mrgreen: vielleicht Soja.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 17. Jan 2020, 21:02
von Wildmohn
Also, wenn ich da an die vielen Bauern denke, die momentan mit ihren Traktoren in Berlin einreiten, um gegen die Sanktionen der Bundesregierung zu protestieren, weil deren Zukunft durch Dünge- und Pestizideinschränkungen gefährdet sei, dann muss ich erkennen, dass diese Zunft im Vorgestern agiert und in keinster Weise an das Morgen denkt.
Fremdschämen ist da in meinen Augen der treffende Begriff...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 18. Jan 2020, 07:46
von emil17
Da werden dauernd zwei Sachen vermischt:
a) die Ver(sch)wendung hochwertigsten Ackerbodens zur Futtererzeugung für Massentierhaltung oder Biospritproduktion;
b) die Tatsache, dass auf riesigen Flächen menschliche Nahrung nur über Viehhaltung, also Milch- und Graswirtschaft, erzeugt werden kann, weil Klima und Relief nichts anderes zulassen.

In meinen Augen ist nicht die Produktion entscheidend, es gibt ja von allem zuviel. Man muss sich die Sinnfrage beim Verbrauch (was, wann, wieviel, von wo?) stellen. In einer Gesellschaft, wo mehr und besser das Gleiche zu bedeuten scheint, ist das offenbar kaum möglich.

Was mich an dem Motiv der Bauerndemo grundsätzlich stört: die fühlen sich von den Konsumenten bevormundet und vom Staat gegängelt, weil die auch eine Meinung dazu haben, wieviel von was zur Nahrungsmittelproduktion eingesetzt werden darf und wie Landschaften aussehen sollen oder eben nicht aussehen sollen, wo solches geschieht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 18. Jan 2020, 08:22
von Benutzer 2354 gelöscht
Unsere Klöckner ( keine Ahnung für was die gerade Ministerin ist ) hat auf der Grünen Woche gesagt. Wir müssen die Produktion der Landwirtschaft bis zum Jahre 2050 um 70 % steigern. Das geht nicht mit Bauernhofromantik. Zitat Ende .
Ich lass das jetzt mal unkommentiert, bevor ich mir ernsthaft Gedanken mache über den Geistigen Zustand unserer " Führungsriege ".

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 18. Jan 2020, 10:22
von Küstenharry
Rohana hat geschrieben: Fr 17. Jan 2020, 20:50 "Darum muss es in Zukunft heißen: Auf fruchtbarem Boden wird nur noch Nahrung für Menschen angebaut. Tierfutter oder Energie gewinnen wir von Wiesen und Weiden, aus Reststoffen und Abfällen. "
Jaaaa. Weil Menschen auch so gerne Kleegras futtern... oder Ackerbohnen... oder Erbsen :mrgreen: vielleicht Soja.
Ja und genau so wird es in der Zukunft sein, dank Klimawandel, klimaschädlicher Massentierproduktion, industrieller Landwirtschaft und Dürresommern.
gerade aus der zeitung:
Pflanzliche Eiweisprodukte werden knapp, für steigende Nachfrage nach Fleischersatzprodukten. Vegane Burger etc.
Absatz und Produktion werden sich vervielfachen.
Hier in der Region baut man daher wieder vermehrt Ackerbohnen an.
Mal sehen, ob ich die neue Genossenschaft finde.
da
https://www.landundforst.de/landwirtsch ... uen-560962

Fleisch muss wieder 20 ,- das Kilo kosten und darf nur einaml pro Woche auf den Teller.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 18. Jan 2020, 17:00
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Sa 18. Jan 2020, 07:46 Da werden dauernd zwei Sachen vermischt:
a) die Ver(sch)wendung hochwertigsten Ackerbodens zur Futtererzeugung für Massentierhaltung oder Biospritproduktion;
b) die Tatsache, dass auf riesigen Flächen menschliche Nahrung nur über Viehhaltung, also Milch- und Graswirtschaft, erzeugt werden kann, weil Klima und Relief nichts anderes zulassen.
Grade wenn organische und mineralische Dünger einge"spart" werden sollen, sind Leguminosen wichtig, auch im Hinblick auf weite und abwechslungsreiche Fruchtfolgen. Das zwanghaft in einen Rahmen für "nur zur menschlichen Ernährung" pressen zu wollen ist Unfug - genauso wie die Annahme dass alles was Weizen ist von Menschen gegessen werden sollte und an Tiere veschwendet wäre...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 18. Jan 2020, 18:14
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben: Sa 18. Jan 2020, 17:00Das zwanghaft in einen Rahmen für "nur zur menschlichen Ernährung" pressen zu wollen ist Unfug....
Zwanghaftes "In-einen-Rahmen-pressen-Wollen" ist immer Unfug.
Z.B. zu behaupten, nur Landwirte können "uns" ernähren - ursprünglich hat sich der Mensch anders ernährt, als Selbstversorger z.B. ;)

Und wir essen sehr viel Bohnen (Trockenbohnen, also die Kerne), Linsen, Kichererbsen, Erbsen - ist fast alle Tage gemeinsam mit Gemüse und Getreide unsere Hauptnahrung.
Nein, wir sind keine Veganer und Soja essen wir eigentlich gar nicht.
Weizen auch nur selten - als "Sonntagsfrühstück" gibt es Brötchen, im Alltag ist es der Roggen :kaffee:

Ich denke, man sollte maßhalten........