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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 09:23
von Taraxacum
Da hat das ;) gefehlt.

Zum Thema täglich Fleisch. Fleisch ist nicht gleich Fleisch. Wenn wir ein en schönen Hahn schlachten haben wir an 4 Tage Fleisch zu essen Tag!: Keulen und Brust, Tag2: Frikassee aus denm restlichen Fleisch, Tag3: aus den Innereien eine Art Ragout, Tag4: aus der Karkasse eine kräftige Brühe, wahlweise als Gemüse- oder als Nudelsuppe. Übrig bleiben Federn (kompost), Füße, Kopf und Gedärm. Soll ich unsere Familie jetzt verdammen, weil wir an 4 Tagen hintereinander Fleisch hatten?

Wer Fleisch nur in Schnitzel, Kotlett und Braten denk, denkt viel zu kurz. Wenn von einem Tier alles, was möglich ist, auch gegessen wird, ist es für mich ok, jeden Tag Fleisch zu essen aber unser wohlstandsverwöhntes Volk will halt nur die edlen Teile, der Rest wird zBsp. nach Afrika exportiert und ruiniert die dortigen Viehbauern. Und das ist nur ein Beispiel. Wenn sich etwas ändern soll, darf es so etwas subventioniert nicht mehr geben, nicht nur für landwirtschaftliche Produkte. Wundern, dass die Menschen an unseren Grenzen stehen, aber deren Lebensgrundlage kaputtmachen. Sorry, da muss man ansetzen. Und da sehe ich nicht nur den Verbraucher in der Pflicht sondern vor allem das Kapital.
Wenn hier bei uns die Sachen erzeugt werden, nach unseren Gesetzen und Normen, muss das für alle eingeführten Produkte ebenfalls gelten. Egal, ob Strom, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Bekleidung und Rohstoffe. Dann lohnt es nicht mehr, die Sachen mehrfach um den Erdball zu schippern um den nächsten Verarbeitungsschritt noch billiger zu bekommen. Das wäre fair für alle. Und nicht zu vergessen wir werden einfach zu viele, die Ressourcen verbrauchen (wollen). Das geht nicht auf der vorhandenen Fläche mit traditionellen Mitteln. Schon allein der Gedanke, die Berliner oder Münchner müssten/sollten alle ein Feld/Garten bewirtschaften um sich ihre Nahrung selber zu erzeugen. Wo denn bitte. Wir hier, die die Möglichkeit dazu haben ok aber es reicht leider auch nur für uns gerade so aus. Und was essen dann die anderen?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 11:30
von Rati
Wildmohn hat geschrieben: Fr 17. Jan 2020, 21:02 Also, wenn ich da an die vielen Bauern denke, die momentan mit ihren Traktoren in Berlin einreiten, um gegen die Sanktionen der Bundesregierung zu protestieren, weil deren Zukunft durch Dünge- und Pestizideinschränkungen gefährdet sei, dann muss ich erkennen, dass diese Zunft im Vorgestern agiert und in keinster Weise an das Morgen denkt.
Fremdschämen ist da in meinen Augen der treffende Begriff...
Oh sicher denken die an Morgen,und gerade deshalb haben sie ja Angst um ihre Höfe.
Fremdschämen würde ich mich eher für Klöckner und Co.
ihno hat geschrieben: Sa 18. Jan 2020, 08:22 Unsere Klöckner ( keine Ahnung für was die gerade Ministerin ist ) hat auf der Grünen Woche gesagt. Wir müssen die Produktion der Landwirtschaft bis zum Jahre 2050 um 70 % steigern. Das geht nicht mit Bauernhofromantik. Zitat Ende
dieses herunterleiern des ewigen Steigerungsmatrats ist bezeichnend für den Blödsinn der da von Großkonzernen in die Ohren der Politiker geflüstert wird.

Ich war gestern auf der Demo in Berlin und eines wurde da ganz oft betont.
Wir wollen keine Spaltung in gute und böse Bauern, zwischen konvi. und bio. Wir brauchen Zusammenarbeit auf Ackerebene, an der Einkaufstheke und auf der Strasse… an der Basis. Wir brauchen Förderung von Qualität statt Quantität und wir brauchen regionale Vermarktungsnetze statt Massenexport.
Die Bauern welche gestern mit ihren Treckern in Berlin waren haben Wege gefunden etwas anders zu probieren (und es waren nicht nur Biobauern dabei!) und sind bereit weiter zu machen.
Wer erzogen werden muss sind die Großkonzerne, die Einzelhandelsriesen und die Gläubigen der ewigen Wachstumsspirale.

Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 11:36
von Gelöschter Benutzer 54

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 11:47
von Rati
Danke kraut, sehr bezeichnend das Bild.
Und glaubt mir auch auf der gestrigen Demo gab es einige die mit den Zähnen knirschen wenn sie hören das alle zusammenarbeiten sollen... aber sie sind bereit dazu.

Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 11:58
von Benutzer 2354 gelöscht
Aldi und co fordern höhere Löhne für die Bauern ( war ne Radiomeldung )
Was ?wie ? wo ?
sind die Bauern neuerdings Angestellte der Industrie ? habe ich da was verpasst ?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 12:27
von Rati
Na zumindest sind Aldi und Co & die Kunden der Bauern und wenn der Kunde von sich aus sagt das er mehr bezahlen will... bitte gern. :mrgreen:
:haha: aber wir wissen ja was das wirklich ist... scheinheiliger Scheibenkleister. :kaffee:

Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 14:32
von Rohana
ihno hat geschrieben: So 19. Jan 2020, 11:58 Aldi und co fordern höhere Löhne für die Bauern ( war ne Radiomeldung )
Was ?wie ? wo ?
sind die Bauern neuerdings Angestellte der Industrie ? habe ich da was verpasst ?
Wenn's so weitergeht, wird das so. Stichwort vertikale Integration :roll:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 16:00
von Benutzer 2354 gelöscht
ah dann sind die Bauern demnächst Scheinselbständige ähnlich wie die Paketboten ?
Fragt sich jetzt nur noch wo sie dann Selbstständig sind . Bei der Bank oder beim Aldi .

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 19:01
von sybille
ihno hat geschrieben: So 19. Jan 2020, 16:00 ah dann sind die Bauern demnächst Scheinselbständige ähnlich wie die Paketboten ?
Fragt sich jetzt nur noch wo sie dann Selbstständig sind . Bei der Bank oder beim Aldi .
Das sind sie doch jetzt schon. Die Bauern sind abhängig von der Wirtschaft und der Politik und Scheinselbständige da sie nicht selbst die Bedingungen und die Preise bestimmen können.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 19. Jan 2020, 21:55
von emil17
Der Begriff Scheinselbständigkeit ist juristisch wesentlich enger gefasst als umgangssprachlich.
Niemand kann unabhängig vom Markt Preise und Qualiät angebotener Dienstleistungen oder Produkte völlig selbst bestimmen, das ist also kein Kriterium.
Wenn hingegen Selbständigkeit nur vorgegeben wird, um ein anderes Rechtsverhältnis zwischen Arbeitgeber und -nehmer zu definieren, damit der Auftraggeber sein unternehmerische Risiko auf den Arbeitnehmer abwälzen oder Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sparen oder Arbeitnehmerschutz umgehen kann, dann liegt Scheinselbständigkeit vor.