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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 11. Dez 2019, 19:14
von Rohana
Ich lese grade ein wenig im Bericht rum. Viel konkretes sagt der nicht zum Im/Export... aber z.B. sind wir grösster Weinimporteur der Welt mit 14 Mill Hektoliter Verbrauch ausländischer Weine pro Jahr (Gesamtverbrauch 20 Millionen Hektoliter, deutsche Erzeugung 9,7 Millionen Hektoliter in 2018). Und wir sind grösster Eierimporteur der EU mit "nur" 72% Selbstversorgungsgrad :hmm: bei Milch sind wir Nettoexporteur... :kaffee:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 11. Dez 2019, 22:25
von Hildegard
Rohana hat geschrieben: Mi 11. Dez 2019, 19:14 :hmm: bei Milch sind wir Nettoexporteur... :kaffee:
Und einige unserer Biobauern liefern ihre Milch in eine bayrische Molkerei, ..weil sie besser zahlen...während sie ihre eigene, vor 23 Jahren neu gegründete, aufließen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 12. Dez 2019, 06:10
von Benutzer 2354 gelöscht
Rohana hat geschrieben: Mi 11. Dez 2019, 19:14 Ich lese grade ein wenig im Bericht rum. Viel konkretes sagt der nicht zum Im/Export... aber z.B. sind wir grösster Weinimporteur der Welt mit 14 Mill Hektoliter Verbrauch ausländischer Weine pro Jahr (Gesamtverbrauch 20 Millionen Hektoliter, deutsche Erzeugung 9,7 Millionen Hektoliter in 2018). Und wir sind grösster Eierimporteur der EU mit "nur" 72% Selbstversorgungsgrad :hmm: bei Milch sind wir Nettoexporteur... :kaffee:
Heist das es gibt zuviel Milch und zu wenig Eier ?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 12. Dez 2019, 07:58
von Rohana
Wenn man etwas erfolgreich exportiert, ist es dann "zuviel"? :hmm:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 12. Dez 2019, 10:12
von Benutzer 72 gelöscht
Manfred hat doch des öfteren erwähnt (bemängelt?), dass Deutschland sich mit Nahrung nicht selber versorgen kann... :hmm:
stimmt das? warum? - fehlt die Fläche oder wird "zu luxuriös" gegessen?
arbeiten zu wenig Menschen in der Landwirtschaft?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 12. Dez 2019, 11:35
von emil17
ina maka hat geschrieben: Do 12. Dez 2019, 10:12 Manfred hat doch des öfteren erwähnt (bemängelt?), dass Deutschland sich mit Nahrung nicht selber versorgen kann... :hmm:
stimmt das? warum? - fehlt die Fläche oder wird "zu luxuriös" gegessen?
Es bedeutet, dass nicht alles, was in Deutschland gegessen wird, in Deutschland erzeugt wird.
Der Rest ist Standpunktssache.
Wenn Lebensmittelautarkie wichtig ist, gibts weder Bananen noch Oliven. Lebensmittelautarkie ignoriert die Tatsache, dass Essen mehr ist als Kalorienbereitstellung.
Wenn man Handel nicht als normale Beziehung zwischen Staaten akzeptiert, darf die Landwirtschaft konsequenterweise nur einheimischen Treibstoff verwenden, nur mit Landmaschinen aus deutschem Stahl und nur mit in Deutschland entwickelten und hergestellten Computern arbeiten.
Wenn man Handel als normale Beziehung zwischen Staaten akzeptiert, dann ist die Tatsache, dass wir importierte Lebensmittel verbrauchen, genauso kein Problem wie die Tatsache, dass Ausländer im Ausland mit Autos aus deutscher Fertigung herumfahren.
Ich habe mich hier bewusst nicht zur Qualität und zu den Herstellungsbedingungen von Importware geäussert. Lebensmittelhandel und sinnlose Lebensmitteltransporte (z.B eingeflogene Avocados zu Preisen billiger als einheimische Äpfel) sind ebenfalls nicht dasselbe, wobei sich die Definition von Sinnlosigkeit in diesem Zusammenhang wiederum daraus ergibt, ob Umwelt oder Rendite berücksichtigt werden.

Zum Thema Lebensmittelautarkie liesse sich noch sagen, dass in Ländern, wo das von oben strikt verordnet wurde und wird, sich die Regierungsmitglieder selber nie daran gehalten haben.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 1. Jan 2020, 16:01
von Manfred
Hier haben sich endlich mal ein paar Leute die Mühe gemacht, die Missstände bei deutschen Nitratmessnetz und bei den diesbezüglichen Meldungen an die EU allgemeinverständlich darzustellen:

https://www.youtube.com/watch?v=kP0h0krkq5U

Leider waren Informationen dazu bisher fast ausschließlich in der Fachpresse zu finden.
Ich hoffe, das Video bringt euch eines der Themen, weshalb die Bauern auf die Straßen gehen, etwas näher.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 1. Jan 2020, 18:58
von emil17
Dazu passend:
Bauern und Medien – eine Beziehung unter Spannung
https://www.bauernzeitung.de/meinungen/ ... -spannung/
daraus, ziemlich am Schluss:
Wie die Landwirtschaft in ein so schlechtes Licht geraten konnte, erklärt der langjährige Agrarjournalist so: “Viele in der Branche haben Kritik allzu lange als Luxusdiskussion abgetan. Aber die Gesellschaft sagt nun zu Recht: Wie können uns diesen Luxus leisten. Uns interessiert nicht mehr nur, dass ausreichend und preiswert Nahrungsmittel da sind, sondern wir wollen wissen, wie die Tiere gehalten werden und wie es mit der Artenvielfalt auf den Äckern aussieht.” Viele Landwirte der jungen Generation sähen das genauso. Aber noch habe man eben die Landwirtschaft, die die Gesellschaft lange gewollt habe: volle Regale zu jeder Jahreszeit und das möglichst preiswert. “Das Bewusstsein für neues Denken ist da, aber es umzusetzen, braucht Zeit und Geld.”
Ob Demonstrieren gegen zu hohe Messwerte hilft?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 1. Jan 2020, 21:25
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Mi 1. Jan 2020, 18:58 Ob Demonstrieren gegen zu hohe Messwerte hilft?
Falsche Frage, Emil. Niemand demonstriert gegen "zu hohe Messwerte".

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 1. Jan 2020, 21:58
von emil17
Manfred hat geschrieben: Mi 1. Jan 2020, 16:01 Hier haben sich endlich mal ein paar Leute die Mühe gemacht, die Missstände bei deutschen Nitratmessnetz und bei den diesbezüglichen Meldungen an die EU allgemeinverständlich darzustellen
Das dem Video zugrundeliegende Nitratbelastungsmessnetz in Deutschland dient ausschliesslich der Wirksamkeitsüberprüfung von Massnahmen zur Verringerung der Nitratbelastung im Landwirtschaftsgebiet. Es ist nicht repräsentativ für den Zustand des Grundwassers allgemein. Dazu hätte es eines ganz anderen Probedesigns bedurft.
Das kann man alles im Vidoe selber nachlesen (Zeit 6:25, Text dortselbst gelb unterlegt).
Der Auftrag der EU an die Mitgleidstaaten ist:
Die Mitgliedstaaten sorgen für die Aufstellung und Durchführung geeigneter Überwachungsprogramme, damit die Wirksamkeit der in diesem Artikel vorgesehenen Aktionsprogramme beurteilt werden kann. Die Mitgliedstaaten [die Artikel 5 in ihrem gesamten Gebiet anwenden] überwachen den Nitratgehalt der Gewässer (Oberflächengewässer und Grundwasser) an ausgewählten Messstellen, an denen der Grad der Nitratverunreinigung der Gewässer aus landwirtschaftlichen Quellen festgestellt werden kann. Quelle:Messnetz zur Nitratrichtlinie Aktueller Sachstand aus Sicht der LAWA© LfU
Weil die einzelnen Mitgliedstaaten diesen Auftrag unterschiedlich umsetzen, sind die Statistiken und Messnetze nicht vergleichbar und ein Rankig wie im Video (Zeit 8:18) folglich unzulässig.

Wer ein wenig von Statistik versteht oder auch nur sorgfältig recherchiert hätte, dem wäre dies nicht entgangen.
Der Fehler wäre schon vermieden worden, wenn man zur Kenntis genommen hätte, was das ausführende Amt selber dazu sagt, bevor man einen Bericht darüber macht und publiziert.
Warum dann die Videomacher das österreichische Messnetz als Vergleich detailliert beschreiben und dann trotzdem Statistiken mit verschiedenem Design einfach so zusammenwurschteln, kann bewusster Wille oder Schlamperei sein, korrekt ist es jedenfalls nicht. Weil die Autoren des Videos den Text, der das Unheil verhütet hätte, selber gelb unterlegt in das Video kopiert haben (siehe oben), liegt der Verdacht nahe, dass da mit der unseriösen Darstellung von Fakten politische Stimmung gemacht werden soll.
Manfred hat geschrieben: Mi 1. Jan 2020, 16:01Leider waren Informationen dazu bisher fast ausschließlich in der Fachpresse zu finden.
Wenn man sieht, was politisch interessierte Kompilatoren aus Fachpressebeiträgen machen, ist es wohl besser, auch zukünftig die Fachpresse zu lesen. Information ist was anderes.