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Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 08:50
von hobbygaertnerin
Das mit den Regeln ist halt so eine Sache,
wer stellt sie auf- wer kontrolliert sie und wer kann sich dann am Ende damit herumschlagen.
Ist doch schon bei dem Wort- Massentierhaltung- hab da schon öfters bei Nichtbauern nachgefragt, was sie sich darunter vorstellen. Bei dem einen sind es mehr als 5 Kühe, dann ist es schon zuviel, der andere hält mehr als 20 Hühner für zuviel, zu sagen, dass man davon auch leben können sollte, wird dann abgewiegelt, weil es die Meisten nicht interessiert.
Unser Garten - und Landschaftsbauer hat aufgehört, die Kinder machen was anderes, er ist jetzt im Rentenalter und kann auch nicht mehr so und vom Verkauf der Pflanzen kann er nicht leben, weil die in jedem Discounter billiger angeboten werden. 2 Gärtnereien in der Gegend haben auch aufgehört,
bei den Metzgereien, Bäckereien nicht viel anders, die Kinder machen was anderes und wollen sich diesen Wust an Arbeit, Bürokram und Verantwortung nicht mehr antun, wo doch jeder Supermarkt inzwischen Fleisch, Wurst, Brot viel billiger anbietet.
In vielen Orten gibt es keine Gastwirtschaft mehr , die gleiche Leier.
Wir erleben derzeit einen ziemlich grossen gesellschaftlichen Umbruch, wohin uns das führt, werden wir sehen.

In Österreich war über viele Jahre im Winter immer eine Vortragsreihe - gesunder Boden, gesunde Pflanze, gesundes Tier, gesunder Mensch- im Zuammenhang gesehen. Fand ich immer sehr gut,
aber ist mir nur ein bisschen zu einfach gesehen, die ganze Verantwortung den Bauern aufzuerlegen und zu fordern und ansonsten werden Zigaretten mit furchtbaren Bildern gekauft, beim Eingang im LEH steht am Anfang gleich nach dem Obst- ein immer grösser werdendes Alkohlangebot, die Zutatenliste bei den Fertiggerichten wird immer länger-
man fährt immer mehr mit dem Auto und die 3. Startbahn in Bayern ist zwar für 5 Jahre rausgeschoben, aber was danach ist, wir werden sehen.

Die Idee mit der Regionalität- ich finde sie sehr gut, heute steht in der Zeitung auch ein Artikel darüber-
und ich kann nur sagen, das wird genauso laufen wie bei Bio und Fair.

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 09:33
von Rohana
marceb hat geschrieben:Es kann ja auch anders gehen, habe hier einen Flyer bekommen von "Regionalwert AG"

https://www.regionalwert-hamburg.de/
Die Agrarwende selber machen. Für gute Lebensmittel und eine enkeltaugliche Landwirtschaft sorgen. Ökologisch, sozial, regional. In Schleswig-Holstein, im westlichen Mecklenburg, im nördlichen Niedersachsen und in Hamburg. Hier mehr zur Regionalwert-Idee.
An sich schöne Idee, das nimmt aber nur eine ganz, ganz kleine Minderheit mit - und ist wieder mit Regulierungs- und Zertifizierungswahn verbunden.

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 13:39
von strega
vielleicht müssten die Landwirte aufhören, speziell diejenigen, die nicht zu den ganz grossen Riesenfischen gehören,
nur danach zu streben, die Massen zu bedienen, den Massen hörig zu sein, Massenware zu produzieren, sich für die Massen zu prostituieren?!

Ich stell mir grad vor was passieren würd, wenn solche Modelle Schule machen....
überall, in allen Bundesländern, in allen Landkreisen
wenn nachgebessert wird wo es vielleicht jetzt am Anfang noch nicht so perfekt läuft
wenn viele Leute,sogenannte Konsumenten, ich nenne sie vielleicht auch Umdenker, ein Stück weit auch vielleicht Revolutionäre, da einsteigen und diese regionalen Produkte kaufen anstatt die Trauben aus Chile und den Knobi aus China

und ein Umdenken stattfände, weg von den Multis, hin zu lokaler Eigenverantwortung
auf beiden Seiten....

ich stell mir grad vor, da würd was anders laufen als bisher :)

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 15:16
von Benutzer 2354 gelöscht
es müssen ja keine Lösungen für die Weltwirtschaft gefunden werden es reicht ja wenn jeder eine Lösung für sich selber findet. :hmm:

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 15:31
von Zaphira
Meine Lösung für mich ist möglichst viel aus dem Garten essen ( hatte noch nie soviel geerntet wie dieses Jahr, ist aber noch ausbaufähig) und nur das nötigste zukaufen, was man nicht selber anbauen kann.

Im Prinzip ist das nur Getreide, Reis, Kartoffeln und ab und zu Fleisch oder Fisch, wenn ich mal Lust darauf habe.

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 15:34
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:das nimmt aber nur eine ganz, ganz kleine Minderheit mit...
:lol:

stell dir mal vor, "regional" ist immer eine ganz ganz kleine Minderheit.
Aber eben nicht nur "nur eine" ;)

könnte man ja auch "bei sich zu Hause" probieren und die eigene Ware direkt vor Ort anbieten .... :engel:
"seht her! makelloses Getreide, ist gespritzt und mit allem nötigen behandelt. Nein, zertifiziert oder kontrolliert ist es nicht. Aber dafür sicher pilzfrei - muss es ja sein, weil ich hab alle erforderlichen Fungizide angewendet. ist sicher gesünder als dein eigenes unkontrolliertes Bio-Getreide. Wieso willst du die Kontrollergebnisse sehen? Ich lehne den Zertifizierungswahn ab! Du musst mir das schon glauben"
ihno hat geschrieben:es müssen ja keine Lösungen für die Weltwirtschaft gefunden werden es reicht ja wenn jeder eine Lösung für sich selber findet.
Wer ist denn "die Weltwirtschaft"??
Ja, hast Recht - kein Landwirt muss "die Welt" ernähren.
Stichwort "Außenschutz" ..... :holy:

Aber wir hatten früher mal auch Hungersnöte! (die es komischerweise heute überall gibt außer bei uns - weil wir so eine tolle, effiziente Landwirtschaft haben ??)

egal, man könnte ja für den Fall einer akuten Hungersnot ein bisschen "weltweit solidarisch" sein...

hm

Wieso fällt mir jetzt das Sprücherl ein.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Ich zumindest bau die Erdbeeren, die wir essen, in unserer Wiese an und brauch dafür kein Glashaus in irgendwo..
ist ein Beginn, den Zucker schaffen wir noch nicht. :flag:

Aber ich denke, jedes kleine Teilchen trägt zum großen Ganzen bei

sorry, aber ich glaube noch immer, dass es wenn es bei uns keine "Bauern" mehr gibt (und es gibt es fast keine mehr!!), dass es dann
a) mehr Agrarkonzerne geben wird und
b) mehr Selbstversorgung

Letzteres wäre doch nicht schlecht
und ersteres haben wir sowieso und nennen es "Bauernhof".

Wie wäre es ohne Schuster, Schneider, Müller, Bäcker?
ohne Schule und Greilser im Dorf??

ohne Ubahn-Fahrer? ..................... :pfeif:

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 15:56
von Benutzer 2354 gelöscht
ina maka hat geschrieben:
Aber wir hatten früher mal auch Hungersnöte! (die es komischerweise heute überall gibt außer bei uns - weil wir so eine tolle, effiziente Landwirtschaft haben ??)

:
wir haben soviel Geld das wir den Ärmeren ihr Futter wegnehmen können, so wir dann nicht genug haben.

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 16:55
von emil17
Dies hat auch sehr viel mit einer funktionierenden Nahrungsmittellogistik zu tun.

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 17:06
von Rohana
ina maka hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:das nimmt aber nur eine ganz, ganz kleine Minderheit mit...
:lol:

stell dir mal vor, "regional" ist immer eine ganz ganz kleine Minderheit.
Hast du mal da auf die Karte geguckt? Und dann überlege mal wieviele Bauern und wie viele verarbeiteten Betriebe dort in der Ecke sind... "regional" ist alles in dieser Region - und die ist nun wahrlich nicht klein!

Re: wie wärs ohne Bauern und dem ganzen Umfeld?

Verfasst: Mo 5. Nov 2018, 20:03
von Wildmohn
viktualia hat geschrieben:Mettbrötchen? Als Paradebeispiel für ein durch Antibiotika verursachtes Risiko?
Du bist echt aus ner anderen Generation.
Ja, Mettbrötchen als Paradebeispel.
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 623d5.html
Da es sich hierbei um Erzeugnisse aus Rohwurst handelt, werden vorhandene Keime nicht zwangsläufig abgetötet, was für immungeschwächte Erdenbewohnener zu einem großen Gesundheitsrisiko werden kann.
Ist das eine eine Generationenfrage?
Und dass Landwirte per se ersteinmal als Risikogruppe angesehen werden https://enorm-magazin.de/landwirte-sind-risikopatienten und somit als besondere Gesellschaftmitglieder in deutschen Krankenhäusern behandelt werden, habe ich mir nicht aus den Fingern gesaugt...
Um centauri nicht zu sehr zu verägern, schlage ich hiermit den Bogen zur ursprünglichen Frage:
Ohne Bauern und dem ganzen Umfeld hätten wir vielleicht weniger gravierende Probleme, jedoch ohne geht es auch nicht, also gilt es Hoffnung zu setzten in eine Agrarreform, die Lebensmittel und Umwelt wieder genießbar und sicher macht.
Ist ein langer Weg dorthin, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt....