Nur durch blosse Wiederholung wird nichts wahr.
Der Herr will partout nicht begreifen, dass, wenn etwas gut ist, mehr davon möglicherweise besser, aber nochmal sehr viel mehr davon nicht zwingend noch besser ist.
Dazu hat er schöne Beispiele, die zeigen, was ihm wichtig ist und was nicht:
Schweine bringen dann schnell ein hohes Schlachtgewicht, wenn sie bedarfsgerecht ernährt werden. Alles andere wäre Verschwendung von Ressourcen.
Oh, da ist ja gerade die Tierhaltungsproblematik vergessen worden.
Nun, er schreibt ja selber, er sei 1954 geboren. Offenbar lebt er auch geistig noch in dieser Zeit, wo mehr und besser stets dasselbe war. Deshalb referiert er ja auch im Reichstag (Zeile 4 im oberen Link sowie im Titel), obwohl der schon damals nicht mehr so hiess.
Warum er den Bauernbetriebsschwund unter das Thema Artensterben stellt, wird wohl sein Geheimnis bleiben.
Dann wieder mal das leidige Nitratproblem:
Nitrat: Ja,richtig, Deutschland hat ein Problem mit Nitrat. Richtig ist auch, dassmit Messstellen gearbeitet wird, die nicht repräsentativ sind.
Das ist wie mit den Geschwindigkeitskontrollen: Wenn die Polizei nicht vorzugsweise dort kontrollieren würde, wo viel und oft gerast wird, gäbe es viel weniger Raser. Die machen das auch völlig unrepräsentativ. Dass es um Durchsetzung geltenden Rechts geht (Grenzwerte bzw Strassenverkehrsordung), muss man ja nicht erwähnen.
Zum Thema Naturschutz:
Ihr wollt mehr Naturschutz? Können wir. Ich kann auch Hamster produzieren oder Schmetterlinge oder seltene Blumen. Kann ich alles. Aber wer bestellt, der bezahlt auch. Ich kann Hecken pflanzen, einen Forst anlegen oder auch einen Teich. Geht alles, kann ich alles. Aber eben nicht auf eigene Kosten.
Dass er nix für andere macht, ohne dafür bezahlt zu werden ist ok.
Aber: Hat er da nicht vergessen, dass er ziemlich viel Geld kriegt vom Staat für Sachen, die nicht der reinen Ertragsoptimierung dienen? Dürfen jetzt die anderen fragen, ob er macht, wofür er bezahlt wird? Muss nicht auch er wie jeder in diesem Land Gesetze beachten, die ihn einschränken, wo sein Tun anderen Schaden zufügt? Das gehört eben auch zu den Regeln.
Am Schluss wirds dann streckenweise besser bzw. realitätsnäher, er wünscht mehr Unternehmertum von den Bauern und Neuordnung der Verbände.
Leider macht er ein wenig sehr viel politische Werbung, als dass das Ganze noch als reine Meldung aus der Landwirtschaft durchgehen könnte:
Da bleibt als Hoffnungsschimmernur noch die wirtschaftsliberale FDP. Und eine Partei am rechten Rand, die alle Unzufriedenen und Unverstandenen einsammelt. Derzeit mit großem Erfolg, aber ohne Konzept.
Als Landwirt in Europa sollte man, wenn man weniger als ein paar Tausend ha bewirtschaftet, sehr vorsichtig sein, wenn man ein liberalere Wirtschaft fordert. Das könnte ein Eigentor werden.