Re: Was habt ihr heute geerntet?
Verfasst: Fr 28. Aug 2015, 20:13
Wer oder Was spricht dagegen ?Rabe hat geschrieben:Darf man eigentlich bei Regen grüne Bohnen ernten?
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Wer oder Was spricht dagegen ?Rabe hat geschrieben:Darf man eigentlich bei Regen grüne Bohnen ernten?
Man sagt ja immer, dass man Bohnenblätter, Tomatenpflanzen etc. bei Nässe nicht anfassen soll, um keine (Virus-)Erkrankungen zu übertragen.Rabe hat geschrieben:Darf man eigentlich bei Regen grüne Bohnen ernten?
Wasn das fürn Quatsch? Dann hätte ich noch nie eigene Tomaten essen dürfen, denn meistens sind sie spätestens im September von BF befallen.Ich habe auch gestern erst erfahren, dass man gesund aussehende Tomaten von mit Braunfäule befallenen Pflanzen nicht essen soll. :-/
Ich bin Laie und wage es nicht, die Gefährlichkeit von Mykotoxinen für die Allgemeinheit zu beurteilen, deine Qualifikation kenne ich nicht. Vielleicht haben wir mit Glück jemanden hier, der ohne Fahrlässigkeit etwas dazu sagen kann?Thomas/V. hat geschrieben:Wasn das fürn Quatsch? Dann hätte ich noch nie eigene Tomaten essen dürfen, denn meistens sind sie spätestens im September von BF befallen.Ich habe auch gestern erst erfahren, dass man gesund aussehende Tomaten von mit Braunfäule befallenen Pflanzen nicht essen soll. :-/
Quelle archivarisch: krebsgesellschaft.de/ernaehrung_schadstoffe,1045.htmlAuch die Braunfäule (Patulin) der Tomate und der Kartoffel hat Einfluss auf die Entstehung von Krebserkrankungen. An der Tomate wird diese an sich typische Kartoffelkrankheit durch den Pilz Phytophthora infestans hervorgerufen. Die deutsche Bezeichnung des Pilzes – Kraut- und Braunfäule – leitet sich aufgrund der betroffenen Pflanzenteile bzw. der auftretenden Symptome ab. Der Pilz bildet giftige Stoffwechselprodukte, die sogenannten Mykotoxine, zu denen u.a. die krebserregenden Aflatoxine gehören (siehe auch unter „Schimmelpilze“).
Bei Tomaten sind in erster Linie Freilandtomaten betroffen, weniger dagegen – witterungsbedingt – Tomaten im Gewächshaus. Da viele Menschen selbst Tomaten anbauen und diese keineswegs selten von der Braunfäule befallen werden, sollten Sie wissen, dass es bereits bei ersten Anzeichen heißen muss: Finger weg davon! Die Früchte sind nicht nur ungenießbar, ihr Verzehr ist auch gefährlich. Ausschneiden der befallenen Stellen oder Abwaschen und dergleichen schützen nicht!
Mit Ausnahme der Tomatenwurzel kann von dem Pilz die gesamte Pflanze (Frucht, Blatt, Stengel) befallen werden. Auf den Früchten bilden sich graugrüne, später eher braune, runzlige Flecken aus. Dabei bleibt das Fruchtfleisch an den Befallstellen im Gegensatz zu anderen Fruchtfäuleerregern oberflächlich hart. Das macht die Pflanze zusätzlich gefährlich, denn da sie nicht matschig ist wie andere verdorbene Früchte, erkennt man nicht eindeutig, dass sie ungenießbar geworden ist. Hinzu kommt, dass die Farben rot und braun bei einem flüchtigen Blick darauf auch nicht immer klar auseinander zu halten sind.
Stammt von eben diesem Dr. Berndt, Mykologische AG im Naturwissenschaftlichen Verein Bielefeld, gefunden im Forum der deutschen Gesellschaft für Mykologie.Während grüne (unreife) Tomaten einen hohen Gehalt des Plasmagiftes Solanin aufweisen und akut giftig sind, ist Solanin in reifen Tomaten nur noch in Spuren nachweisbar. Ein Befall mit P.i. veranlasst die Tomate Phytoalexine, das sind Abwehrstoffe, z.B. Solanin und Chlorogensäure, zu bilden. Diese Vorgänge sind für den Befall von Kartoffeln gut untersucht, aber auch für Tomaten anzunehmen. Die Mykotoxinforschung ist nur noch schwer überschaubar.
Im Grunde kann jedes Lebensmittel, Früchte und Obst bei entsprechenden feucht-warmen Umweltbbedingungen mit Aspergillus und Penicillium befallen werden, die carzinogene Aflatoxine und das zellgiftige Patulin (wie in faulen Äpfeln) bilden.
Akute Vergiftungen nach Verzehr befallener Tomaten sind nicht zu befürchten, wenn überhaupt, sind gesundheitliche Folgen erst nach chronischer Aufnahme zu erwarten.
Aber der Hinweis, dass Ausschnneiden der braunen Stellen nicht ausreicht, ist zu beachten, da sich Mykotoxine in "nassen" Früchten ungehindert ausbreiten.
MfG, Dr. Siegmar Berndt

Ich hoffe, ich komme auch zu dieser entspannten Erkenntnis. Bei der ganzen Fäulnis in diesem Tropenklima gäbe es eine Menge zu entsorgen, trotzdem finde ich es angebracht erst zu recherchieren und sich dann eine Meinung zu bilden. Das heisst noch lange nicht, dass ich hier eine Massenhysterie mit Verzicht auf selbst gezogenes Gemüse lostreten will! Dass das Leben tödlich ist, ist MIR sehr gut bewusst. Der Weg dahin, der Zeitpunkt und die selbstgemachten Krankheiten auf dem weg dahin sind ein anderer Schnack.Olaf hat geschrieben:Halt ich auch für groben Unfug.
Inzwischen bin ich der Überzeugung, das Pilzsporen allgegenwärtig sind, außer -wenns gut läuft - im Eingeweckten. Was bitte da soll ich kontaminieren?
Und, das ist jetzt gewagte Theorie, scherts meinen Darm, wenn ich akzeptable Früchte von einer befallenen Pflanze esse?
Es könnte ja vielleicht irgendwie ein Nebenprodukt entstehen wie Penicillin, was sich, auf die Bohnen bezogen, auch durch Hitze nicht zerstören ließe wie Solanin.
Aber dann hätte sich die gierige Presse längst draufgestürzt: "esst keine selbstgeernteten Tomaten, kauft nur noch den sterilen Hydrokulturkrams aus Holland!" "Alter Mann an eigenen Tomaten gestorben!" "Tötliche Bohnen!"
Na, was solls, Thomas und ich sind also der bislang lebendige Gegenbeweis ohne Anspruch auf wissenschaftliche Studie.
Btw, ich hab auch draußen und auch an den Kartoffeln bislang keine Anzeichen von Braunfäule, da stimmt was nicht. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?
LG
Olaf
Das die befallenen Früchte ungenießbar sind, bestreite ich gar nicht. Die hab ich auch noch nie gegessen.Die Früchte sind nicht nur ungenießbar, ihr Verzehr ist auch gefährlich. Ausschneiden der befallenen Stellen oder Abwaschen und dergleichen schützen nicht!
Naja, die habe ich auch angebaut bzw. baue sie noch an. Resistent sind sie nicht, aber trotz teilweise sehr frühem Befall (letztes Jahr ging es schon Mitte Juli los) war die Ernte doch zufriedenstellend. EIn paar Knollen sind natürlich immer befallen, aber die kann man meistens erkennen und aussortieren, spätestens wenn man den Keller nochmal inspiziert. Das geht natürlich bei größeren Mengen nicht, bei den ca. 100 kg für den Eigenverbrauch ist es aber machbar.Bei Kartoffeln habe ich gestern recherchiert: Die Sorten "Agria" und "Laura" sollen ziemlich Braunfäule-resistent sein.