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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 07:40
von Benutzer 4754 gelöscht
Die Rübenwerden in Feldrandmieten gelagert und das geht ein Monat lang gut, nur dürfen sie dabei nicht erfrieren und wieder auftauen.
Nur einfrieren ohne auftauen geht auch.
Der Zucker baut sich nicht ab.
Würde er sich abbauen würde niemand seine Rüben auf Mieten lagern, schließlich wird man nach Zuckerertrag bezahlt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 08:09
von Manfred
Einfach mal nach Lagerverluste Zuckerrüben googlen. Da gibt es umfangreiche Untersuchungen zu.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 2. Okt 2015, 14:46
von Benutzer 4754 gelöscht
Am besten ist es aber immer noch wenn der Roder sie auf Halde kippt und die Maus sie kurze Zeit später wieder aufsammelt
Direkt vom Roder auf den LKW ist nicht gut
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 4. Okt 2015, 14:08
von Manfred
Ernte 2015 - was bleibt im Geldbeutel des Bauern?
Das bayerische Wochenblatt nach nachgerechnet.
Nach Abzug der Direktkosten (Saatgut, Düngung, Pflanzenschutz, Maschinenkosten, Hagelversicherung etc.) bleibt den Bauern bei folgenden Durchschnittserträgen im Mittel pro ha ein Deckungsbeitrag von:
Ertrag 78,6 dt Qualitätsweizen: 438 Euro
Ertrag 61,3 dt Triticale: 149 Euro
Ertrag 61,1 dt Wintergerste: 100 Euro
Ertrag 56,6 dt Hybridroggen: 85 Euro
Ertrag 54,9 dt Sommergerste: 296 Euro
Ertrag 40,0 dt Winterraps: 508 Euro
Ertrag 32,9 dt Futtererbsen: -13 Euro
Ertrag 24 dt Sojabohnen: 290 Euro
Ertrag 100 dt Körnermais: 444 Euro
Von diesen Deckungsbeiträgen müssen alle sonstigen Kosten des Betriebes bestritten werden.
Das sind im Mittel pro ha:
Allgemeine Festkosten von 485 Euro
Pachtkosten von 195 Euro
Personal und Zinsaufwand von 70 Euro
Summe: 750 Euro
Dazu kommen die Einnahmen aus der EU-Betriebsprämie in Höhe von 320 Euro pro ha.
Es bleiben also pro ha 750 - 320 = 430 Euro, die im Mittel aus dem Deckungsbeitrag bezahlt werden müssen.
D.h. Bei Qualitätsweizen, Winterraps und Körnermais können geringe Gewinne erzielt werden. Bei allen anderen aufgelisteten Ackerfrüchten zahlen die Bauern 2015 drauf...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 4. Okt 2015, 20:24
von Benutzer 4754 gelöscht
Hast du was Anderes erwartet?
Das ist der Grund warum es immer mehr einseitige Getreide-Mais Fruchtfolgen gibt, bei denen sich die Fusarien freuen

Raps ist nicht jeder Betriebsleiters Sache genauso so Zuckerrüben, die bringen aber bis jetzt noch einen sicheren Gewinn.
Nach dem Wegfall der Zuckermarktordnung wird sich das aber sicher auch ändern....
Soja und Gerste könnte bei einem Viehbetrieb noch wirtschaftlich sein, da das Kraftfutter auch immer teurer wird...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 4. Okt 2015, 21:05
von Manfred
Nein, habe ich nicht. Ist ja seit langem so.
Was mich dagegen sehr wundert ist, dass Leute wie du trotzdem krampfhaft an ihrer High-Input-Strategie festhalten, obwohl völlig klar ist, dass die wuchernden Kosten den stagnierenden Agrarpreisen immer weiter davon laufen und das Rationalisierungspotential endlich ist.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 4. Okt 2015, 21:18
von Benutzer 4754 gelöscht
Manfred hat geschrieben:Nein, habe ich nicht. Ist ja seit langem so.
Was mich dagegen sehr wundert ist, dass Leute wie du trotzdem krampfhaft an ihrer High-Input-Strategie festhalten, obwohl völlig klar ist, dass die wuchernden Kosten den stagnierenden Agrarpreisen immer weiter davon laufen und das Rationalisierungspotential endlich ist.
Du musst eben höchste Erträge erzielen um deine Verluste so gering wie möglich zu halten, bzw die mini gewinne aus deiner Fläche heraus quetschen zu können.
Was würdest du denn machen, wenn du mit diesen Preisen arbeiten müsstest?
Auch "High-Input-Strategie" oder irgend was ohne Bodenbearbeitung, ohne Pflanzenschutz, ohne Dünger nur Säen warten Ernten?
Die Frage ist nicht(!) böse gemeint.
Ein Bio-Landwirt hat eine noch düstere Gewinnaussicht...
Was noch richtig Geld bringt sind maschienenerntefähige Feldgemüse und Erdbeeren.
Davon braucht man aber nicht sooo viel

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 4. Okt 2015, 21:48
von Manfred
Müssen tut man gar nichts, außer man hat sich in eine Lage gebracht, in der man keine Entscheidungen mehr treffen kann.
Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg ist nicht der Umsatz, sondern der Gewinn, also die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Und da eröffnen Low-Input-Strategien eben Möglichkeiten, die der herkömmlich wirtschaftende Landwirt nicht mehr hat.
Ich sehe meinen kleinen Betrieb jedenfalls auf einem guten Weg. Und wenn ich mir ansehe, wie viele Betriebe weltweit es durch den Wechsel von High-Input auf Holistic Managment aus übelsten Verschuldungssituationen hin zu ordentlichen Gewinnen schaffen, bin ich zuversichtlich, dass auch bei den deutschen Bauern irgendwann der Groschen fallen wird. Wobei unser durch die ganzen politischen Eingriffe extrem verzerrter und mit Barrieren verbauter Markt sich da ungleich schwerer tut als in anderen Ländern.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 5. Okt 2015, 14:04
von Benutzer 4754 gelöscht
Müssen tut man gar nichts, außer man hat sich in eine Lage gebracht, in der man keine Entscheidungen mehr treffen kann.
d.h. du würdest deinen Betrieb schließen?
ch sehe meinen kleinen Betrieb jedenfalls auf einem guten Weg.
Wie klein ist denn klein?
Ich meine mit (normalem) "Betrieb" min. ca. 130ha Ackerland und 70 Stück Milch-/Mastvieh.
Alles kleinere ist im Vollerwerb nicht wirtschaftlich die Nächstenjahre m.M.n. über die Runden zu bringen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 5. Okt 2015, 20:04
von osterheidi
mensch ölkanne das is nicht wahr.
mein ex und ich haben einen biovollerwerbsbetrieb ohne vieh mit nur 40 ha eigengrund aufgebaut.
sie haben jetzt an die 90 ha mit zupacht. allerdings wird alles an ackerfrüchten selbst vermarktet. 5 feste arbeitsplätze......