Bevor ihr Euch da um des Kaisers Bart streitet:
es ist naiv anzunehmen, irgend eine Tablette täte einfach so den Zweck.
Das Ganze findet in Gegenden statt, wo vor allem Analphabeten leben und es kaum irgendwie nutzbare Infrastrukturen gibt.
Die Rechnung 40'000 (oder 250'000) Opfer mal 35 Cent pro Vitamintablette mal 365 Tage pro Jahr = Gesamtkosten von 5 Mio USD pro Jahr und das Problem ist gelöst, stimmt so jedenfalls nicht.
Bei uns sterben pro Jahr vermutlich mehrere 10'000 an Rauchen oder Überfressen und die Regierung ... tut auch nix.
Ein Problem dort ist nach meiner Einschätzung (ich war nie vor Ort, rede also wie der Papst vom Kindermachen), dass das Länder sind, in denen man tatsächlich verhungern kann. D.h. es gibt keinen Staat der sich kümmert oder das auch nur zu seinen Aufgaben zählen würde. Die kaufen lieber Atombomben und Panzer oder der Präsident und sein Clan werden noch reicher.
Zudem, und das ist jetzt zynisch, sterben in chronisch überbevölkerten Ländern sehr viele Leute an ganz banalen Sachen (nicht trinkbares Trinkwasser z.B.), die ursächlich zu behandeln hierzulande ganz wenig Geld kosten würde. Oder glaubt hier jemand, die 40'000 Opfer pro Jahr hätten sich, diese Vitamin A Tabletten oder das Schüsselchen Golden Rice täglich vorausgesetzt, alle zu glücklichen und von Gesundheit strotzenden Familienvätern und -müttern entwickelt?
Lysistrata hat geschrieben:1 Liter Palmöl kostet, wenn ich richtig umgerechnet habe, ca. 0,50 € pro Liter, und bei 1,1 Mrd. Menschen in Afrika wäre das doch ein Klacks, vom finanziellen her
Das ist leider nicht so einfach, die Ölpalme braucht ganzjährig feuchtes Tropenklima und wird deswegen in Südostasien so erfolgreich kultiviert. In Afrika ist dieser Klimatyp eher selten und dort gibts dann so Plagen wie Tsetse, die eine Besiedelung verhindern. Kommt das Produkt von auswärts, hast du wieder das Verteilungsproblem. In tropischen Ländern brauchst du für die Verteilung von Lebensmitteln eine Kühlkette und dafür wieder eine Infrastruktur an Energie und Verkehr.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.