Manfred hat geschrieben:@Emil:
Nur eine kurze Antwort zur Biodiversität
Erstens ist jeder Beitrag zur Biodiversitätssteigerung wichtig, dazu muss man nicht die ganze Fläche hernehmen. Ein wesentlicher Teil der Vielfalt kommt durch unterschiedliche Nutzungen auf nicht zu grossen Flächen, nicht durch Vielfalt innerhalb der gleichen Nutzung zustande.
Zweitens kann niemand Biodiversität von Pilzen und Mikroben auf Artniveau bestimmen, einfach weil es keine Methodik gibt, um zuverlässig Arten von Bodenmikroben usw. zu zählen und auseinanderzuhalten.
Wenn du das nicht reproduzierbar und mit akzeptabler Genauigkeit kannst, bleibt es eine rein akademische Übung ohne praktischen Wert.
Aus dem gleichen Grund sind viele Tierarten nicht geeignet, denn sie sind nicht ortsgebunden und schwer sicher nachzuweisen.
Folglich macht man das, was praktikabel ist: man erhebt den Wert auf verschiedenen Flächen mit der exakt gleichen Methodik basierend auf verwendbaren Organismengruppen und vergleicht. Nur so erhält man aussagekräftige Werte.
Wieviele Arten von symbiontischen Mikroben deine Kühe enthalten, ist deshalb zwar interessant, aber für Fragen der Bewertung von Lebensräumen nicht von Belang. Zudem habe ich noch nie gehört, dass man eine Wiese danach bewertet, ob die Kühe des Bauern gerade drauf sind oder nicht.
Wenn du willst, dass deine Wiesen zur Stallzeit wesentlich artenärmer sind als zur Weidezeit, dann kannst du so verfahren. Stellt sich die Sinnfrage.
Ein auf Biodiversität beruhender Parameter zur Beurteilung der Qualität von Lebensräumen hat natürlich wie jeder andere auch Nachteile:
Wenn du deine Kuh schlachtest und statt dessen ein paar Arten Ungeziefer züchtest, hat keiner Freude an der vermehrten Biodiversität.
Wenn ich dir Distel- und Kardensamen in einen Acker werfe, könntest du mich vielleicht sogar wegen Besitzstörung oder Sachbeschädigung anzeigen, dabei habe ich nur die Biodiversität gesteigert.
Und dann kommt der Naturschutz und verbietet die Beweidung, um die Biodiversität zu fördern.
Wer ist "der" Naturschutz
Auf welchen Flächen kann man dem Nutzer ohne gesetzliche Grundlage, Eigentumstitel oder vertraglicher Vereinbarung verbieten, weiterhin zu tun was er vorher noch tun durfte?
Klassisches Beispiel von keine Ahnung, was sie tun und wovon sie reden.
Ich glaube dir schon lange, dass du in gewissen Naturschutzangelegenheiten keine Ahnung hast, was sie tun und wovon sie reden.
Die wahren Landräuber und Bauernfeinde sind aber Industrie, Einfamilienhausbauer mit ihren Zierrasen und Scottergärten auf ehemals besten Nutzflächen, Bodenspekulanten, Verkehrsflächen und Freizeitvergnügungen wie Golfplätze und so weiter. Denk mal drüber nach.