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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 13:40
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Mi 23. Okt 2019, 13:02
Rohana hat geschrieben: Mi 23. Okt 2019, 12:22Mit dem Wahlzettel ist das so eine Sache. Es gibt schlichtweg keine Partei mehr, die wirklich was für die Landwirtschaft tut und nicht nur schöne Worte macht. 1,5% der Bevölkerung haben in einer Demokratie eh keine Chance. Wir sind auf die Solidarität der Bevölkerung angewiesen - und wenn es die nicht gibt, dann gibt es uns bald nicht mehr.
Wenn das so ist, dann sollte man nicht Solidarität einfordern mit immer noch mehr "ihr müsst mehr zahlen und weniger verbieten", sondern Goodwill erzeugen.
Äh? Sollen wir wirklich die simpelsten Zusammenhänge ignorieren und betteln gehen? Nö, sorry, wenn's Geld nicht reicht, wird eben nicht gemacht - und da ja so böse gegen die Subventionen gewettert wird, sollte ja jeder Konsument bereit sein den Realpreis zu zahlen, nicht wahr?
Produziert der Streichelzoohof Lebensmittel oder nur Idylle?
[...]
Der einzige Vorteil, der der Konsument von einer hocheffizienten Landwirtschaft hat, sind billige Lebensmittel.
Ich sehe nicht dass die billigen Lebensmittel zum Ladenhüter werden. Du etwa? Wer rennt denn in die Discounter, wo ist denn der grösste Umsatz hierzulande? Siehe oben. Für eine deutlich überwiegende Mehrheit der Konsumenten ist der Preis DAS Entscheidungskriterium.
Mich stört, wenn auf der Milchpackung eine Kuh auf der Wiese zu sehen ist und dann das meiste doch aus der Intensivhaltung kommt. Dann kann ich ganz bewusst Heumilch (und eben nicht kunstheugefütterte Stallkuhmilch) kaufen. Mir scheint, hier mauern die Bauernverbände im Interesse der Grossen.
Tut mir ja leid deine Seifenblase zerplatzen zu lassen aber das hat mal gar nix mit den Bauernverbänden zu tun. Die Kuh kann im Winter nicht auf der Wiese stehen und wenn du eine ausschliesslich extensiv-Bodenheu-gefütterte Kuh haben willst, bzw die Milch davon, kannst du das sicher bekommen, aber nicht im LEH und auch nicht für 1,50 Euro.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 14:58
von emil17
Rohana hat geschrieben: Mi 23. Okt 2019, 13:40 Ich sehe nicht dass die billigen Lebensmittel zum Ladenhüter werden. Du etwa? Wer rennt denn in die Discounter, wo ist denn der grösste Umsatz hierzulande? Siehe oben. Für eine deutlich überwiegende Mehrheit der Konsumenten ist der Preis DAS Entscheidungskriterium.
Sag ich doch, und genau deswegen ist Subvention nur zur Produktionsverbilligung, damit man bei den niedrigen Preisen mithalten kann, unfair gegenüber den anderen Gewerben.
Eine Mehrheit der Konsumenten wäre bereit, Subventionen und auch gewisse Mehrpreise zu bezahlen, wenn sie dafür umweltverträglich produzierte Lebensmittel und eine abwechslungs- und artenreiche Landschaft bekommen und den Bauern eine Existenz sichern können.
Jetzt zaht man Subventionen per Steuergelder, kriegt dafür Billiglebensmittel, es gibt Umweltschäden und die kleinen Bauernbetriebe, die am ehesten noch Mehrwert auserhalb des Supermarktes schaffen könnten, werden trotzdem immer weniger. Und bei jeder Forderung seitens der Zahlenden (vermindert die Umweltschäden, bitte tierfreundlichere Haltung, etc.) kommt stereotyp "gibts nicht für lau, kostet extra, was meint ihr denn"
Daher ist die Forderung, die Bauern sollen wie jedes andere Gewerbe auch behandelt werden, logisch und absehbar. Wer mit Lebensmittelproduktion oder mit Landschaftspflege Geld verdienen kann unter Einhaltung der Vorschriften und Auflagen, der wird das weiterhin tun und die anderen sollen es halt bleiben lassen - so wie jedes andere Gewerbe auch.
Tut mir ja leid deine Seifenblase zerplatzen zu lassen aber das hat mal gar nix mit den Bauernverbänden zu tun. Die Kuh kann im Winter nicht auf der Wiese stehen und wenn du eine ausschliesslich extensiv-Bodenheu-gefütterte Kuh haben willst, bzw die Milch davon, kannst du das sicher bekommen, aber nicht im LEH und auch nicht für 1,50 Euro.
Krieg ich hier für 1.20 Franken den Liter. Direkt ab lokaler Molkerei. Die ist genossenschaftlich organisiert. Die machen Käse, und der ist so gut, dass er ohne Werbung problemlos weggeht.
Es geht also. Was machen die hier falsch?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 15:10
von Rohana
Wie gross ist die Molkerei? Füttern da alle nur Bodenheu und kein Kraftfutter jedweder Art? :roll: wir sind auch in einer Genossenschaftsmolkerei. Die macht Werbung, der Käse geht weg, alles tutti. :kuuh:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 15:24
von Teetrinkerin
Ich zahle für die Heumilch im Bioladen 1,39 €. Laktosefreie Biomilch kostet 1,49 €. Allerdings verwende ich für meinen Schwarztee zum Frühstück oder fürs Müsli meistens Hafermilch (schmeckt mir besser) . Kostet 2,29 € aus heimischem Hafer vom Bodensee.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 15:45
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana post_id=395637 time=1571826142 user_id=3529 hat geschrieben:Ganz genau, Sicht der Konsumenten. Dass das nicht der Realität entspricht oder entsprechen muss, ist ja klar :)
Ja, sicher klar: die Realität ist das, was die Landwirte sehen :haha:


Die Realität ist vielleicht, dass "die Bienen" sterben :roll:

Könnten wir mal Lösungen suchen, statt dauernd nur die Schuld wegzuschieben?
Mal angenommen, es gäbe keine Landwirte mehr.
Nee: anders! Mal angenommen, es gäbe keine Konsumenten mehr, dann gäbe es schlagartig keinen Pestizid-Herbizid-Kunstdüngereinsatz mehr etc.

Denn nur Konsumenten kaufen, oder? :roll:
(ich meine mal, Landwirte kaufen oben genannte Dinge)
Rohana post_id=395637 time=1571826142 user_id=3529 hat geschrieben:Wer fördert denn die Grossen?
Jeder, der nach Hektar bezahlt und nicht nach erbrachter Leistung vielleicht? :roll: :oma:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 15:49
von Benutzer 72 gelöscht
@ Teetrinkerin: danke.
Wir machen das genauso! Kaufen halt auch noch rohe Heumilch, die etwas teurer ist ...
Aber das ist es mir wert!
Dafür verzichte ich darauf, für unseren Garten Dünger und Pflanzenschutzmitel zu kaufen...

böse böse Konsumenten sind wir aber auch.....

(durch´s "wenig-Fleisch-Essen" können wir uns geldmäßig bessere Lebensmittel leisten, freut halt die Schweinebauern nicht soooo)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 16:17
von Rohana
Rohe Heumilch, die etwas teurer ist... was ist dann Hafermilch? Oh man. Ich hätt da noch n bisschen Blümchenwiese zum selbstabgrasen, ist sogar vegan wenn man die Heuhüpfer nicht mitverspeist! :hmm:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 16:40
von Teetrinkerin
Was soll das, Rohana? Du beschwerst dich, dass du/ ihr nicht gewertschätzt werdet und dann wirst du beleidigend anderen gegenüber. Ich habe mir meine Laktoseintoleranz nicht ausgesucht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 17:48
von emil17
Rohana hat geschrieben: Mi 23. Okt 2019, 16:17 Ich hätt da noch n bisschen Blümchenwiese zum selbstabgrasen, ist sogar vegan wenn man die Heuhüpfer nicht mitverspeist!
Die sind doch auch vegan! :eek:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 23. Okt 2019, 20:53
von Rohana
Teetrinkerin hat geschrieben: Mi 23. Okt 2019, 16:40 Was soll das, Rohana? Du beschwerst dich, dass du/ ihr nicht gewertschätzt werdet und dann wirst du beleidigend anderen gegenüber. Ich habe mir meine Laktoseintoleranz nicht ausgesucht.
Wo liest du da eine Beleidigung hinein? :eek: Ich finde es lediglich befremdlich dass Hafer"milch" fast doppelt so viel kostet wie echte Milch. Über Geschmack lässt sich streiten, das sei dir unbenommen, ebenso krankheitsbedingte Präferenzen.

Emil: Wenn die Heuhüpfer vegan sind, sind es die Kühe auch... :hmm: