Seite 242 von 535
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 01:31
von Benutzer 4754 gelöscht
emil17 hat geschrieben:Oelkanne hat geschrieben:
Ohne Nervengifte, Multienzymhemmer, Häutumgshemmer, Giftgas und Mineralöl gebe es kein Bio-Obst, kein Bio-Gemüse, keine Bio-Kartoffeln und kein Bio-Bier.
Auch die in der Bio-Landswirtschaft gibt es Wirkstoffe die B1 (sehr Bienengefährlich) sind oder auch schon nach einmaliger Anwendung das Bodenleben nachhaltig schädigen.
Hast du da einen Link oder eine Liste der Substanzen? Wenn das stimmt, fühle ich mich über den Tisch gezogen.
Aber bitte nur neu erfundene synthetische Substanzen, die es so in der Natur nirgendwo gibt!
Was nicht zählt: Wirkstoffe die aus Pflanzen extrahiert werden, Bacillus thuringiensis etc. Denn diese Substanzen gibt es schon seit jeher in der Natur und die Lebewelt hat gelernt damit fertig zu werden, obwohl man mit Nikotin problemlos Leute umbringen kann. Dass gewisse Pflanzen Häutungshemmer enthalten, um sich selber vor Insektenbefall zu schützen, ist ebenfalls bekannt.
Pflanzenschutzmittel ist Pflanzenschutzmittel.
Egal wo der Wirkstoff herkommt, wer ihn entdeckt/erfunden hat oder wie er synthetisiert wird.
Nervengift: Pyrethrum
Multienzymhemmer: Kupferionen
Häutungshemmer: Azadirachtin
Giftgas: Schwefel (setzt sich auf der Blattoberfläche zu Schwefeldioxid um, dieses Gas wirkt dann gehen Pilze)
Mineralöl: Parafinöl
B1 Insektizid: Spinosad
Bodenlebenschädigend ab der ersten Anwendung: Kupferionen reduzieren eklatant die Regenwurm Population.
Diese Geschichte, ohne Nervengifte, Multienzymhemmer, Häutumgshemmer, Giftgas und Mineralöl gebe es kein Bio -egal was, wurde uns ebenfalls erzählt- von einem Professor, der als Mensch sehr angenehm war. Was seine Aussagen relativiert hat war, dass er einen von der Basler Chemie gesponsorten Lehrstuhl hatte und auch noch in der Agroforschung einer Chemiefirma tätig war.
In meine Studienzeit fiel der zaghafte Beginn des Bio-Weinbaus in der Schweiz. Unmöglich, hiess es. Ohne chemischen Pflanzenschutz kein Ertrag, hiess es.
Kupfer ist im Biolandbau noch ein Problem. Aber sonst? was alles ist heute Standard, was damals nach Ansicht der Experten nie hätte funktionieren können?
Ach das bischen Kupfer
Der Bio-Weinbau ist von Kupfer abhängig,
es geht nicht ohne.
Selbst die "Extrem-Bio" von Demeter erlauben Kupfer im Weinbau.
Einmal ausgebracht wird das Kupfer nie wieder abgebaut. Es reichert sich im Boden immer mehr an und schädigt immer stärker das Bodenleben.
Aber auch das bischen Kupfer, ist doch alles Öko

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 07:55
von Rohana
Die Unterscheidung in "natürlich" und "chemisch" ist für mich oftmals hinfällig, weil Chemie eben auch Natur ist. Nur weil "die Natur" ihre Bauklötze noch nicht so zusammengesetzt hat wie es ein Mensch jetzt tut (oder zumindest dabei nicht ertappt wurde), heisst ja nicht dass sie es nicht könnte. Eine Substanz in der falschen Menge, am falschen Ort oder zum falschen Zeitpunkt kann grosse Schäden anrichten, egal welchen Ursprungs. Landwirtschaft ohne wie auch immer gearteten Pflanzenschutz ist jedenfalls sinnfrei - nicht unmöglich, aber selten wirtschaftlich umsetzbar. Das kann man vielleicht im Garten machen, und auch da werden die Pflanzen geschützt (sieht man u.a. auch an den Themen hier im Forum), sonst hat man bald nicht mehr viel zum ernten. Wen das nicht juckt, sei's drum...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 10:00
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Die Unterscheidung in "natürlich" und "chemisch" ist für mich oftmals hinfällig, weil Chemie eben auch Natur ist. Nur weil "die Natur" ihre Bauklötze noch nicht so zusammengesetzt hat wie es ein Mensch jetzt tut (oder zumindest dabei nicht ertappt wurde), heisst ja nicht dass sie es nicht könnte. Eine Substanz in der falschen Menge, am falschen Ort oder zum falschen Zeitpunkt kann grosse Schäden anrichten, egal welchen Ursprungs.
Du sagst es eh selber: ""die Natur" ihre Bauklötze noch nicht so zusammengesetzt hat wie es ein Mensch jetzt tut [....] Eine Substanz in der falschen Menge, am falschen Ort oder zum falschen Zeitpunkt kann grosse Schäden anrichten,"
Ungefähr das
ist der Unterschied zwischen "chemischen" Giften und "natürlichen":
emil17 hat geschrieben:diese Substanzen gibt es schon seit jeher in der Natur und die Lebewelt hat gelernt damit fertig zu werden, obwohl man mit Nikotin problemlos Leute umbringen kann.
Klimawandel??
Ja, hat es immer schon gegeben, das stimmt - aber durch den Einfluss des Menschen passiert er jetzt viel schneller und genau diese Schnelligkeit ist es, die Probleme verursacht, weil sich da "die Natur" nicht mehr anpassen kann. Früher ist der Klimawandel sehr sehr langsam passiert, da hatten die Lebewesen Zeit, sich daran anzupassen.
ist ja nicht so, dass "der Mensch" das CO² erfunden hätte und ein "Gift" ist es erst Recht nicht ....
?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 10:50
von Mika
ina maka hat geschrieben: Ungefähr das ist der Unterschied zwischen "chemischen" Giften und "natürlichen":
Oh ja, ich möchte vor allem mal auf das unglaubliche Rizin hinweisen. Das ist so wunderbar natürlich, das killt alles und fällt, obwohl von Mutter Natur (TM) produziert, unter das Kriegswaffenkontrollgesetz...
ina maka hat geschrieben:
Klimawandel?? (...) Früher ist der Klimawandel sehr sehr langsam passiert,
Tut mir leid, das stimmt jetzt so mal überhaupt nicht.
ina maka hat geschrieben: da hatten die Lebewesen Zeit, sich daran anzupassen.
Das hat ja auch an der Perm/Trias-Grenze unglaublich gut funktioniert..... NOT!
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 11:03
von Rohana
ina maka hat geschrieben:Ungefähr das
ist der Unterschied zwischen "chemischen" Giften und "natürlichen":
emil17 hat geschrieben:diese Substanzen gibt es schon seit jeher in der Natur und die Lebewelt hat gelernt damit fertig zu werden, obwohl man mit Nikotin problemlos Leute umbringen kann.
Wo ist Nikotin unproblematisch? Siehst ja was das Rauchen anrichtet - aber wer lieber am "natürlichen" Gift stirbt statt an synthetischen Stoffen, ist vielleicht weniger tot...
Ist auch nicht umsonst als Wirkstoff im Pflanzenschutz verboten.
http://www.cvuas.de/pub/beitrag.asp?sub ... lang=DE%20
https://www.gartenlexikon.de/tabaksud-herstellen/
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 11:06
von Benutzer 72 gelöscht
danke, Mika.
Es ist also der Stand der Wissenschaft, dass sich "das Leben" und "die Natur" noch nie an einen Klimawandel anpassen konnte??
Na umso schlimmer! Wie soll sich jetzt "die Natur" und "das Leben" daran gewöhnen, dass wir Gifte aus der Natur isolieren und großflächig verteilen, die vorher nur für den giftig waren, der an den Samen des Wunderbaumes naschte?
möchte dich daran erinnern, dass Salz kleine Kinder töten kann!

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 11:08
von Rohana
Widersprichst du dir grade selbst?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 11:10
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Wo ist Nikotin unproblematisch?
Für einen Tabakschwärmer??
immer
(was am Rauchen so problematisch ist, ist übrigens nicht vor allem das Nikotin

)
@Rohana: ich widerspreche gerade mir selbst? oh ...
schön, dass du den Widerspruch erkennst

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 12:38
von Manfred
Wildmohn hat geschrieben:
Mein Gott, dauert das lange, bis auch der letzte das schnackelt...
Wir beiden verfolgen halt komplett gegensätzliche Ansätze.
Ich suche nach echten, ganzheitlichen Lösungen, welche die bisherigen Verfahren überflüssig machen.
Deshalb engagiere ich mich in Sachen Holistic Management und Regenerative Landwirtschaft.
Du dagegen willst blindwütig zerstören, was dir nicht gefällt und hoffst darauf, dass dann alles besser wird.
Quasi die klassische Revolution, die dann mit steter Regelmäßigkeit ihre eigenen Kinder frisst.
Bei einer weltweiten Zwangsumstellung auf den sogenannten Ökolandbau (der ja mit dem ursprünglichen Biolandbau-Gedanken fast gar nichts mehr zu tun hat) würden wir auf den bisher konventionellen Anbauflächen ca. 50% Ertragsverlust sehen und den regionenweisen Totalausfall ganzer Ernten durch Pilzkrankheiten erlegen.
Die Folge wäre Hunger. Weniger in den reichen Ländern, die anderen das Essen wegkaufen können. In den ärmeren Ländern würde ich von mehreren 100 Millionen Hungertoden ausgehen.
In der Not würden die dann natürlich jede noch nicht urbar gemachte Fläche neu in Produktion nehmen und so diverse Rest-Lebensräume bedrohter Arten vernichten.
Ich will weder mitschuld an einem solchen Massenmord an Menschen noch an der Massenausrottung von Arten sein.
Ich unterstelle dir, dass du das auch nicht möchtest. Aber dann solltest du besser durchdenken, was du forderst.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 9. Okt 2019, 13:43
von Benutzer 72 gelöscht
Manfred hat geschrieben:Die Folge wäre Hunger. Weniger in den reichen Ländern, die anderen das Essen wegkaufen können. In den ärmeren Ländern würde ich von mehreren 100 Millionen Hungertoden ausgehen.
In der Not würden die dann natürlich jede noch nicht urbar gemachte Fläche neu in Produktion nehmen und so diverse Rest-Lebensräume bedrohter Arten vernichten.
oder ....
in der Not beginnen die "armen" Länder, ihre reiche Ernte selber zu essen, weil die "reichen" Länder draufkommen, dass man von Geld nicht satt wird - ?
noch gibt es ja da und dort das Wissen, wie man der Erde Essen abgewinnt,
ohne dafür "unsere" "reiche" Technologie, Dünger- und Pflanzen"schutz"mittel zu benutzen.
Und mit diesem Wissen gelebte Gemeinschaften zerstören nicht den natürlichen Lebensraum, sie nutzen ihn, sind Teil desselben und bewahren ihn letztendlich....
Ich hör schon auf zu träumen, fürchte der blaue Kachina wird nicht kommen - und der rote auch nicht ....
Wieso ist Deutschland/Österreich/die Schweiz, halt Mitteleuopa, so "reich"??
wegen der fruchtbaren Böden, die uns soviel Nahrung bringen?
