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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 30. Sep 2019, 19:18
von Rohana
Weiss nicht... manchmal mache ich Kälber führig und gehe ein bisschen in die Pampa damit (insbesondere solche mit Sehnenverkrümmung, da ist das dann quasi Krankengymnastik). Mit einer brünstigen Kuh über die Strasse zu spazieren ist nicht unbedingt mein Traum :hmm: auch der Rucksackbulle ist angenehmer im Handling als einer in der Herde und wesentlich weniger gefährlich dazu.
Hat alles seine Vor- und Nachteile :)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 30. Sep 2019, 19:52
von Teetrinkerin
Wir hatten bis Anfang der 90er Jahre den Gemeindefarren und da kamen die Bauern aus dem Ort teilweise mit der Kuh daher spaziert. Mein Opa war damals schon recht alt, hat aber immer den Bullen, der wirklich ein mächtiges Vieh war (nicht zu vergleichen mit den Bullen, die heute gemästet werden und zum Schlachter kommen) an der lockeren Kette zum Deckstand geführt. Ich glaube, der hat sich schon jedes Mal mächtig drauf gefreut. :lol: :engel:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 30. Sep 2019, 20:08
von Hildegard
wir mussten als unter 10Jährige bereits mit einem Stock die Kuh antreiben, wenn Vater sie am Strick 2km zum Stier geführt hat.Dann hatten wir aber im Haus zu warten, bis die Deckung vorbei war...manchmal haben wir aber doch beim Fenster rausgeguckt.. :)
Damals wurden im Herbst die Kühe noch gehütet..da gabs noch keinen E-Zaun..das war oft eine schöne Rennerei, vor allem am Beginn, wenn sie das erstemal nach einem 3/4 Jahr wieder auf die Weide kamen.
Das Nachbarpferd aus dem Stall holen und eingeschirren, wenn wir es zur Arbeit brauchten gehörte auch zu unseren Aufgaben. Das Kummet war aber so schwer, ..und wir noch so klein, ..dass wir es nur zu zweit mit Hilfe eines Stockerls, als "Leiter", über den Pferdekopf hieven konnten.War von den Erwachsenen wer in der Nähe, hat er uns dabei geholfen, den Rest hatten wir wieder allein zu machen.
Waren lang genug um die Pedale zu erreichen, dann war es selbstverständlich, dass wir Traktor fuhren.
"Kinderarbeit" war ganz normal. Jeder hatte seine altersentsprechenden Aufgaben. Als 6 Jährige waren wir jedenfalls schon reif genug um als "Elementarpädagogen" ...mehr oder weniger freiwillig und begeistert... unsere jüngeren Geschwister oder Nachbarkinder zu betreuen.
Dabei haben wir aber so nebenbei das meiste gelernt, wie ,wann, warum man dies so macht.Learning by doing halt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 30. Sep 2019, 20:14
von Wildmohn
Oelkanne hat geschrieben: Man beachte bitte die Flächenstruktur/die vielen Bäume und Hecken als es um die Kartoffeln geht, (...)
Und man beachte bitte die Flächenstruktur heutiger landwirtschaftlich genutzter Flächen.
Alles plattgemacht, damit die Fläche rational und effektiv das Maximalprinzip erfüllt, wo kein Vogel mehr zwitschert und der Wind die Ackerkrume davonträgt...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 30. Sep 2019, 22:53
von Rohana
Jaja Wildmohn... du darfst gerne drölfzigeckige Handtücher bewirtschaften, nur zu :lol:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 30. Sep 2019, 23:32
von Benutzer 4754 gelöscht
Wildmohn hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben: Man beachte bitte die Flächenstruktur/die vielen Bäume und Hecken als es um die Kartoffeln geht, (...)
Und man beachte bitte die Flächenstruktur heutiger landwirtschaftlich genutzter Flächen.
Alles plattgemacht, damit die Fläche rational und effektiv das Maximalprinzip erfüllt, wo kein Vogel mehr zwitschert und der Wind die Ackerkrume davonträgt...
vielen Dank Wildmohn für die selbstentlarvung das du den Film nicht angeguckt hast :)

In den besagten Szenen (Minute 15:30 und 19:40) sieht man weder Baum noch Hecke,
sondern Rüben bzw Kartoffeln bis zum Horizont.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 1. Okt 2019, 08:23
von Wildmohn
Hatte mich schon gewundert, dass Du sowas schreibst. :haha:
Ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt meiner Aussage.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 1. Okt 2019, 15:42
von hobbygaertnerin
Ich hab die Kartoffelernte von Hand viel mehr geschätzt als dann mit dem Vollernter.
Mit der Hand war es sicher nicht so schnell, aber da wurde viel mehr gelacht, Spass gemacht, pro Korb bekamen wir einen kleinen Betrag fürs Taschengeld und am Schluss das Kartoffelfeuer und die im Feuer gebratenen Kartoffeln, das war eine Spezialität. Rüben hacken, verziehen, meine Eltern hatten dafür meist wenig Zeit also durfte ich alleine nach der Schule dort draussen tätig werden, meist oft noch im Schlepptau meine Geschwister bespassen, die viel jünger als ich und an dieser langweiligen Arbeit keine Freude hatten. Am Schlimmsten fand ich das Aufstellen von Getreidegarben, die Hitze, der juckende Staub der Garben- der Mähdrescher, welch eine segensreiche Erfindung.
Als Kind war ich mir sehr sicher, dass ich was anderes machen möchte- und wenn Bäuerin, dann nur mit Garantie, dass dort keine Kartoffeln und Rüben zu hacken wären. Ich war auch froh, dass wir auf dem Hof keine Schweine mehr hatten, als Kind musste ich immer den Schweinestall ausmisten, die Schweine waren nett, da konnte ich nichts sagen, aber wenn sie gefüttert wurden, dann kam eine ganze Schar von Tieren mit sehr langen Schwänzen und vor denen graut mir heute auch noch bis aufs Blut.
Damals war es total selbstverständlich, dass Kinder überall mithelfen mussten, es hat sicher nicht geschadet und nebenher hab ich eine Menge gelernt- ich konnte mit 10 Jahren ziemlich gut kochen, hab früh gelernt, die Arbeit zu sehen und sie sinnvoll zu erledigen. Sebst das Hähnchen sclachten hab ich als Kind lernen müssen, das war für mich die furchtbarste Arbeit, aber auf einem Hof war Leben und auch der Tod ein Alltagsbegleiter. Die kleinen Ferkeln im Schweinesatll, ich fand die immer so nett, aber immer wieder gab es, dass eine Sau nicht feinfühlig war und das eine oder andere ihrer Ferkel platt machte.
Wir bekamen jedes Jahr Flaschenlämmer,die wir mit der Hand aufzogen- sie wurden im Herbst verkauft und das Geld kam auf unser Sparkonto-
Mithelfen bei der Gartenarbeit- heute bin ich echt froh um dieses erlernte und erworbene Wissen, das Aufwachsen als Bauernkind hat sicher mit mir was gemacht-
heute kann ich Bauernkinder sehr gut verstehen, dass sie die Biege machen.
Man kann heute sehr preiswert bei Ald...... einkaufen, braucht sich nicht bücken, abmühen und kann höchstens schimpfen und lästern.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 1. Okt 2019, 18:31
von Wildmohn
Ein sehr schön beschriebener Eindruck des bäuerlichen Lebens aus Deiner Kindheit @hobbygärtnerin. :daumen:
Nur Dein Fazit finde ich etwas ungerecht und leicht überheblich.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 1. Okt 2019, 19:33
von viktualia
Nur Dein Fazit finde ich etwas ungerecht und leicht überheblich.
Das hier?:
bei Ald...... einkaufen, braucht sich nicht bücken, abmühen und kann höchstens schimpfen und lästern.
Wildmohn, das ist ja Schleichwerbung - Ald... produkte verdienen Lob und Wertschätzung?

Ich finde das Fazit realistisch.
Alles in bequemer Höhe, ausser die ganz billigen Sachen, große Einkaufswagen, ultraschnelle Kassierer (mein persönlicher Grund, nicht im A. mein Geld zu lassen - diese Hetzerei) und lästern geht immer, nech?