Seite 226 von 535
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 10. Jul 2019, 11:28
von Benutzer 72 gelöscht
woidler hat geschrieben:und das ist bei
"Tierquälerei in einem der größten deutschen Milchviehbetriebe (das Erste)" nicht unbedingt ersichtlich.
nix für ungut
Ich hab hier extra die Quellenangabe (das Erste) dazugeschrieben, weil ich dachte, jeder kennt diesen Fernsehsender "das Erste"
Wenn man auf meinen link klickt, kommt man auf die Seite von "das Erste", deutscher Fernsehsender:
https://www.swr.de/report/presseinforma ... index.html
Auf dem Milchviehbetrieb Endres in Bad Grönenbach im Allgäu fügt das Personal den Kühen immer wieder schwere Schmerzen zu. Tiere werden getreten und geschlagen. Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Hilfe von Hüftklammern und Traktoren durch den Stall geschleift. Einige Tiere werden in ein Krankenabteil des Stalls gebracht und dort nicht ausreichend versorgt.
Das geht aus einer mehrere Wochen umfassenden Videodokumentation aus den Ställen hervor, die der Redaktion von der Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz übergeben wurde. Nach Auffassung von Prof. Holger Martens, einem Experten für Rinderhaltung, verstoßen die dokumentierten Zustände eindeutig gegen die bestehenden Gesetze.
(Begleittext zu dem Video)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 10. Jul 2019, 14:15
von Benutzer 72 gelöscht
woidler hat geschrieben:auf was er dann eigentlich klickt , und das ist bei
"Tierquälerei in einem der größten deutschen Milchviehbetriebe (das Erste)" nicht unbedingt ersichtlich.
Wenn man mit der Maus auf den link wandert, aber nichts drückt, dann steht unten in einer Zeile die vollständige Adresse.
Ist mir leider erst jetzt eingefallen, hat mir mal irgendwer im Forum gesagt
nix für ungut

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 12. Jul 2019, 08:19
von christine-josefine
https://www.spiegel.de/wirtschaft/agrar ... 76654.html
" Kritischer Bericht über Agrarkonzern Cargill "Das schlimmste Unternehmen der Welt"
Ob Aldi, Edeka, Nestlé oder McDonald's - alle haben Produkte von Cargill. Der Konzern ist ein Riese auf dem Agrarmarkt - und laut einem Bericht mitverantwortlich für Kinderarbeit, Regenwaldzerstörung und Umweltverschmutzung."
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 12. Jul 2019, 12:01
von strega
was muss passieren damit solche Unternehmen zu Fall gebracht werden können?
da gehts um schwerste Verbrechen und keinen scheints zu jucken......................................................................................
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Jul 2019, 21:44
von Benutzer 72 gelöscht
In Dornbirn läuft noch bis 8. September die Sonderausstellung "Wir essen die Welt".
https://www.inatura.at/veranstaltungen- ... -die-welt/
Für mich besonders faszinierend das Beispiel der Kohlrabi, welches dort angeführt wird.
Denn da werde ich mal bestätigt, waum ich am Straßenrand keine "regionalen" Erdbeeren kaufen will.....
Wie regional ist die Kohlrabi, die ich auf einem durchschnittlichem deutschen (oder österreichischem) Bauernmarkt kaufen kann?
Das Saatgut stammt aus einer spezialisierten Gärtnerei, meistens Holland oder so. Das Patent gehört einem großen internationalen Saatgutkonzern. Der Samen wurd zum Beispiel in China erzeugt, dann wird vorgezogen mit russischem Torfmoor. Gedüngt wird das Feld mit Salzen aus Afrika und der Ukraine, die Landmaschinen stammen aus den USA, der Treibstoff aus dem Iran.
Dann wird es endlich regional: die landwirtschaftlichen Arbeiter!
Moment??
Das sind Saisonarbeiter aus dem europäischen Osten.....
Es geht auch anders - nur ....
Das muss halt auch bei "den Konsumenten" ankommen und nicht jeder kann sich einen eigenen Bauern leisten, öh ich meinte: immer zum Hofladen einkaufen fahren.
Ein Dilemma.
Ich hab leider keine Lösung außer selber anbaun und das geht selten bei allem....
Wir haben heute Seewinkler Reis gegessen. Obwohl nicht poliert (also quasi Vollkorn) hat es meinen Kindenr geschmeckt.
Sicher !!! vor allem wegen der Begeisterung "und der Reis ist echt im Burgenland gewachsen? Könnte der auch bei uns im Garten...? mmmh! der schmeckt gut"
https://dasmundwerk.at/reis-aus-dem-seewinkel/
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 11:21
von Rohana
So viele nicht-internationale Saatgutkonzerne gibts leider nicht mehr, aber egal wer die Lizenzen hält, Saatgut wird nicht allzu weit weg erzeugt - klimatisch gesehen. Es muss ja zu unseren Bedingungen passen

und wer meint dass die regionale Landwirtschaft so böse ist, der soll sich mal fragen wo die Klamotten am Leib herkommen und wo die Möbel auf denen er sitzt, das Auto was er fährt und der Treibstoff, PC, Handy etc... was davon ist "um die Ecke" gefertigt worden - und wo kommen die Rohstoffe her? Sorry, Globalisierung ist Realität, und nicht nur in der Landwirtschaft - ich würde sogar behaupten, da ist sie am ehesten vermeidbar!
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 11:47
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:und wer meint dass die regionale Landwirtschaft so böse ist,
Wer meint das??
Rohana hat geschrieben:der soll sich mal fragen wo die Klamotten am Leib herkommen und wo die Möbel auf denen er sitzt, das Auto was er fährt und der Treibstoff, PC, Handy etc...
Da hast du ein ebenso wichtiges Thema angeschnitten!!!
- eines übrigens wo Landwirte Konsumenten sind
nein, also mir und soweit ich verstanden hab auch den Ausstellern geht es eher darum, dass es schwierig ist, als Konsument Regionalität wirklich erkennen zu können.
(und
Regionalität soll man kaufen, das wird ja fast überall gefordert)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Jul 2019, 13:01
von Rohana
Ja nu, bei der Landwirtschaft kannst du das zu einem gewissen Grad, aber versuch's mal bei anderen Produkten. Kurz: Du jammerst auf hohem Niveau

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 18. Jul 2019, 13:05
von strega
@Rohana
Frage dazu: wenn Saatgut für die Landwirtschaft tendentiell schon eher regional erzeugt wird wie du sagst
was und wieviel so grob anteilig kommt davon echt von regionalen Firmen, die selbständig arbeiten
oder gibts nur noch Saatgut von Grosskonzernen zu kaufen,
die halt Verkaufsstellen regional errichtet oder fusioniert oder sonstwas haben,
damit die lokalen und regionalen Bauern scheinbar befriedigt sind?
Sprich: auch wer "regionales" Saatgut kauft kauft eher bei Bay.r und co oder nicht?
ps. die anderen Produkte wie Autos lassen wir mal einen Moment aussen vor in Sachen Regionalität....
wobei ich mal jetzt so kühn behaupte dass meine Klamotten und Lebensmittel und Brennstoffe (abgesehen vom Diesel) hauptsächlich mittel- oder südeuropäischen Ursprungs sind und nicht aus Fernost
und dass das auch möglich ist ohne MillionärIn zu sein

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 18. Jul 2019, 13:43
von Teetrinkerin
Bei Saatgut für Getreide, Mais etc. kenne ich mich nicht aus, aber ich kann was zu Gemüsesaatgut sagen (was ja auch landwirtschaftlich genutzt wird). Es gibt natürlich Saatguterzeuger, die in D arbeiten und hier Saatgut erzeugen. Aber das ist die Ausnahme. Für Konzerne spielt der Anbau in klimatisch gleichen oder ähnlichen Anbaugebieten keine Rolle. Vielmehr klimatisch günstiges Klima (ganzjährige Saatgutvermehrung möglich), weniger Krankheitsdruck und vor allem aber auch niedrige Lohnkosten. Arusha (Tansania) hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Entwicklungszentren für Saatgut entwickelt. Klimatisch herrschen dort völlig andere Bedingungen als hier.
Da ich selbst seit einigen Jahren Saatgutvermehrung im eigenen Garten betreibe und vermehrt von Saatguterhaltern aus der Region kaufe, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Pflanzen häufig besser mit unserem Klima zurecht kommen. Vor allem bei den dicken Bohnen ist es mir heuer aufgefallen. Nach einigen Jahren Pause habe ich mal wieder dicke Bohnen ausgesät. Bisher waren die Pflanzen immer sehr mit Läusen befallen (Saatgut bisher Eigenmarke einer großen Gartencenterkette), dass sogar die Schoten komplett klebrig und schwarz waren. Dieses Jahr (Saatgut von einem Erhalter, der nur 50km weiter weg wohnt) hatte die Pflanzen, trotz Läuseplage, viel weniger Läuse, einzelne Pflanzen sogar so gut wie keine.
Edit: Vor allem bei Gemüse für den Überwinterungsanbau, der kommerziell leider kaum noch eine Rolle spielt (außer bei Gemüse wie Grünkohl, Rosenkohl, Lauch), ist ein Anbau und die Saatguterzeugung in klimatisch gleichen oder ähnlichen Gebieten m.E. enorm wichtig.