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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 30. Apr 2019, 20:41
von Rohana
Ich weiss nicht mehr wer's gesagt hat, aber ich wiederhol's mal ganz schamlos: Wer im Supermarkt das Brathähnchen für 1,99 € kauft, hat sein "Mitspracherecht" an der Kasse abgegeben.
Mündige Bürger? Wenn sie nicht nur mitreden, sondern auch mit-handeln... N bisschen Ahnung (oder zumindest das Akzeptieren selbiger) wär allerdings schon auch praktisch, muss ja alles irgendwie realistisch bleiben. :lala:

Hemmende Gesetzgebung bezieht sich nicht nur auf sowas wie Düngeverordnung. Die finde ich im grossen und ganzen unproblematisch, bin allerdings auch nicht von der Schikane in roten Gebieten betroffen (und was Nmin-Werte angeht, das Thema hatten wir ja kürzlich, könnt man wohl genausogut Kaffeesatz lesen. Naja.). Eher sowas wie die Anerkennung von Leguminosen als Greening, aber mit der Auflage keine PSM zu verwenden. Ohne diese Auflage könnte tatsächlich mal n bisschen heimisches Eiweiss bei der Sache rumkommen, weil's dann - eventuell - genug Anbauvorteile hätte. So halt nicht.

Wir schmeissen auch kein Geld ausm Fenster z.B. für eine Zwischenfrucht, die aufgrund der Witterung keine Chance hat einen vernünftigen Bestand zu bilden, auch wenn das noch so wünschenswert wäre. Wenn das Futter knapp wird weil wir die letzten x Jahre von Reserven zehren mussten statt welche aufzubauen, dann ist eben kein Platz für Experimente. Sind alles wirklich ganz simple Sachen.

Achja, was meinst du eigentlich mit "hochrentablen Monokulturen"? Bzw was ist deine tolle Alternative dazu? Bin echt gespannt :aeh:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 30. Apr 2019, 20:52
von strega
andere Baustelle, aber interessant und im generellen Kontext durchaus passend:

die sardischen Schafzüchter protestierten im Februar mit aufsehenerregenden Aktionen gegen den Milchpreisverfall, der eine echte Schande ist:

https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/v ... 55f60.html

Fakt ist nun halt, dass normalerweise aus Schafsmilch halt jeder Pecorino macht, wie seit Jahrhunderten eben,
nur scheint es wohl so zu sein, dass der Markt da durchaus gesättigt ist

nun gehen mehr und mehr Schafzüchter dazu über, neue Produkte zu kreiren und auch selbst zu vermarkten

hier in der Gegend macht seit neuestem einer, der seine Weiden mitten im Nirgendwo hat, garantiert schadstofffrei, einen phantastischen Schafsmilchjoghurt, hab noch nie vorher so einen genialen Joghurt gegessen...... :) :) :)

jetzt gilt es Absatzmöglichkeiten zu schaffen. Und Kunden aufmerksam zu machen. Hier in der Gegend wird auf Bestellung der Joghurt geliefert einmal pro Woche an eine Gruppe von etwa 30 Personen. Die nehmen nicht ein Becherlein ab, sondern so drei Kilo pro Haushalt.
Ein kleines Ladengeschäft in der nächsten Kleinstadt, das Leute führen, die selbst Brot backen und selbst eingelegtes Gemüse feilbieten ist schon gewonnen dafür.
UND DIE KUNDEN, die gern für ein phänomenales Produkt das doppelte zahlen als für einen nullachtfuffzehnJoghurt ausm Supermarkt, DIE GIBT ES!!!!
JETZT SCHON. :fypig:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 30. Apr 2019, 21:18
von Wildmohn
emil17 hat geschrieben:@Wildmohn: Was gibt dir das Recht, die Neandertaler mit so einem Vergleich zu beleidigen? Die haben immerhin 40'000 Jahre lang gewirtschaftet - und wie die ihre gruppendynamischen Probleme gelöst haben wissen wir nicht.
Dass das nur mit Draufhauen ging, ist sicher falsch, aber es passt zu unserer eigenen Vorstellung der Steinzeit. Die müssen ja primitiv gewesen sein, denn sonst kämen wir vielleicht sogar zur Einsicht, dass auch wir nicht alles soo viel überlegen besser können.
Stimmt schon @emil, habe den Neandertalter nur als Synonym für "primitiv" missbraucht. Ist in der Tat kein sehr geglücktes Beispiel...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 30. Apr 2019, 21:18
von Hildegard
strega hat geschrieben: UND DIE KUNDEN, die gern für ein phänomenales Produkt das doppelte zahlen als für einen nullachtfuffzehnJoghurt ausm Supermarkt, DIE GIBT ES!!!!
JETZT SCHON. :fypig:
..und nicht nur auf Sardinien. :)
Ich erlebe das ja hautnah in unserer Foodcoop mit.Die Ziegenbauern z.B.haben keine Absatzschwierigkeiten ihrer Produkte, sie beliefern auch direkt und sind preislich sogar unter SM! Und sie klagen nicht, dass das nicht rentabel wäre.
Detto die Kartoffelbauern, ...unsere "Landwirtschaft "hier ist noch kleinstrukturiert, viele, eigentlich die meisten, mit mehreren Standbeinen..wie z.B. unser Nachbar (BIO) mit Mutterkuhhaltung, Hopfen ,(Hauptanteil)Hanf und Tee-Kräuter,Kompostieranlage, Wald(der ist aber z. Großteil in den letzten 3 Jahren vernichtet worden).Alles arbeitsintensiv.
Vielleicht macht es die ..nicht vorhandene... Größe, dass jeder gut leben kann? weil sie keine Monopolisten sind, neben denen kein 2.Platz hat?
Oder macht es die Qualität ihrer Erzeugnisse, dass sie ausverkauft sind?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 30. Apr 2019, 21:50
von Wildmohn
Ein kleiner Wegweiser aus der Sackgasse? ;)

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 72958.html

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 30. Apr 2019, 22:04
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Ich weiss nicht mehr wer's gesagt hat, aber ich wiederhol's mal ganz schamlos: Wer im Supermarkt das Brathähnchen für 1,99 € kauft, hat sein "Mitspracherecht" an der Kasse abgegeben.
Meinst du, er hätte das Mitspracherecht behalten dürfen, wenn er für´s gleiche Brathähnchen 19,99 bezahlt hätte??

Österreich erlaubt Bienengift durch die Hintertür

Also so wirklich viel erfährt man als normaler Konsument nicht über diese Notfallzulassungen und warum und wann sie erlaubt werden...
egal, wieviel ich an der Kasse für´s Hähnchen zahle.
In dem Video dann wird auch gesagt, dass Bienen gerne aus Pfützen Wasser trinken, weil dieses mineralstoffreich ist. Stimmt das etwa nicht?

@Wildmohn, ja, das könnte vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung sein.....

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 07:14
von Buchkammer
75 Minuten Doku vom MDR - verfügbar bis 6.5.2019:

Armes Huhn - armer Mensch - Vom Frühstücksei zur Wirtschaftsflucht
... Aber nicht allein die Eierproduktion, auch die stetig steigende Nachfrage nach Hähnchenbrust & Co. fördert die Massentierhaltung – mit Auswirkungen bis nach Afrika.

So stößt das Filmteam in Ghana auf tiefgefrorene Billighühner aus Europa, leere Hühnerställe und große Armut. „Unsere Agrarpolitik in Europa erzeugt auf der anderen Seite der Welt Flucht“,...
Quelle: siehe Link oben

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 3. Mai 2019, 21:15
von Rohana

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 11. Mai 2019, 07:35
von Buchkammer
Artensterben: Weltbiodiversitätsrat fordert nachhaltigere Landwirtschaft
Die Artenvielfalt weltweit nimmt durch den Einfluss des Menschen rapide ab: Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, viele drohen innerhalb der nächsten Jahrzehnte zu verschwinden, lautet die eindringliche Warnung des Weltbiodiversitätsrat IPBES. Der globale Zustandsbericht des Rates zur biologischen Vielfalt an Land, zu Wasser und in der Luft, dessen Zusammenfassung am 6. Mai von Vertretern aus 132 Mitgliedsstaaten verabschiedet wurde, stellt fest, dass die Landwirtschaft zu den Haupttreibern des Artensterbens zählt. „Die überwältigenden Belege des globalen IPBES-Zustandsberichts, die aus vielen unterschiedlichen Wissensbereichen stammen, zeigen ein bedrohliches Bild“, sagte der Vorsitzende von IPBES, Sir Robert Watson. „Die Gesundheit der Ökosysteme, von denen wir und alle anderen Arten abhängen, verschlechtert sich schneller denn je zuvor. Wir untergraben die Basis unserer Volkswirtschaften, Lebensgrundlagen, unserer Ernährungssicherheit, Gesundheit und Lebensqualität weltweit.“

145 Experten aus 50 Ländern haben unter Beteiligung von 310 Co-Autoren den Bericht über drei Jahre hinweg verfasst. Sie beurteilten die Veränderungen der letzten 50 Jahre, indem sie systematisch rund 15.000 wissenschaftliche und staatliche Quellen auswerteten. Der Bericht stellt fest, dass etwa eine Million der geschätzt 8 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf der Erde vom Aussterben bedroht sind, viele davon innerhalb von Jahrzehnten. ...
Quelle und kompletter Artikel: https://www.weltagrarbericht.de/aktuell ... 33684.html

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 11. Mai 2019, 08:33
von Benutzer 4754 gelöscht
Buchkammer hat geschrieben:
Quelle und kompletter Artikel: https://www.weltagrarbericht.de/aktuell ... 33684.html
Diese Seite ist genauso tendenziös wie das Newsletter von Bayer...
Der Herausgeber der Seite Benny Harlin schreibt sich selbst:
Mitarbeit in Selbsthilfe-Organisationen, Fotosatz-Unternehmer und Herausgeber lokaler Zeitschriften, Redakteur bei der TAZ, Buchautor, Mitglied des Europäischen Parlamentes (Grüne), Mitarbeit beim Greenpeace-Magazin, Leiter des Chemie-Bereichs und Berliner Büros von Greenpeace Deutschland, Koordinator der Gentechnik-Kampagne bei Greenpeace International

Ja, der IPBES ist ein Gremium der UN,
aber in diesem Gremium tummeln sich ausschließlich Politiker die wir in DE den Grünen zuordnen würden.
Neben diesen gibt es noch etliche Abgeordnete von Umwelt"schutz"organisationen.
Vertreter der Industrie und der Landwirtschaft fehlen gänzlich...