Man ignoriere also den Markt, die Gewinne kommen von selbst? Steile These.emil17 hat geschrieben: Wird langfristig nachhaltig gewirtschaftet, stellen sich bei richtig arbeitenden Unternehmen die Gewinne von selber ein, die Sicherung der Rentabilität ist deshalb das unwichtigste Kriterium.
Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
- Rohana
- Förderer 2018

- Beiträge: 4789
- Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
- Familienstand: verheiratet
- Wohnort: Oberpfalz
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
-
Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Rohana hat geschrieben:Man ignoriere also den Markt, die Gewinne kommen von selbst? Steile These.emil17 hat geschrieben: Wird langfristig nachhaltig gewirtschaftet, stellen sich bei richtig arbeitenden Unternehmen die Gewinne von selber ein, die Sicherung der Rentabilität ist deshalb das unwichtigste Kriterium.
emil17 hat geschrieben:Wenn dadurch Lebensmittel teurer werden, kann man nur entgegnen, dass die Leute sich daran gewöhnen müssen, die wahren Kosten der Waren bezahlen zu müssen.
Ich weiß nicht, ob ich emil richtig verstanden hab, aber ich meine schon, dass die Sicherung der Rentabilität nicht Aufgabe des Gesetzesgebers ist.
- emil17
- Beiträge: 8438
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das ist nur aus der Froschperspektive des Kleinunternehmers eine steile These.
Wenn man in einer Sackgasse ist, kann man so aber nicht herauskommen.
Ausserdem ist das nicht auf meinem Mist gewachsen:
Wenn man einfach weiterwurschtelt und all seine Beziehungen daran setzt, ein bisheriges Geschäftsmodell mit Lobbyismus und politischem Einfluss weiter zu erhalten, dann kann das kurzfristig gut gehen, langfristig ist dann dafür der Ofen ganz aus.
Wenn man in einer Sackgasse ist, kann man so aber nicht herauskommen.
Ausserdem ist das nicht auf meinem Mist gewachsen:
Die meisten Bauern sagen ja, dass sie lieber anders würden als sie müssen ... also kein Glaube daran, es so gut wie möglich zu machen.„Immer habe ich nach dem Grundsatz gehandelt, lieber Geld verlieren als Vertrauen. Die Unantastbarkeit meiner Versprechungen, der Glaube an den Wert meiner Ware und an mein Wort, standen mir höher als ein vorübergehender Gewinn.“ Robert Bosch
Wenn man einfach weiterwurschtelt und all seine Beziehungen daran setzt, ein bisheriges Geschäftsmodell mit Lobbyismus und politischem Einfluss weiter zu erhalten, dann kann das kurzfristig gut gehen, langfristig ist dann dafür der Ofen ganz aus.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- Rohana
- Förderer 2018

- Beiträge: 4789
- Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
- Familienstand: verheiratet
- Wohnort: Oberpfalz
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das erzählst du mal denen, die ihre landwirtschaftliche Existenz verloren haben und verlieren werden. Von schönen Worten lebt in der Realität keiner, auch kein Landwirt! Aber is klar, die waren alle nicht "nachhaltig" genug... 
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
- emil17
- Beiträge: 8438
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das trifft alle Gewerbe genau gleich, wer sich nicht beizeiten umstellt, hat irgendwann verloren.Rohana hat geschrieben:Das erzählst du mal denen, die ihre landwirtschaftliche Existenz verloren haben und verlieren werden.
Wenn du zur Masse der Angestellten gehörst und die Geschäftsleitung beschliesst, dass die Umsatzrendite im Ausland besser ist, machen die zu und du hast gar nichts.
Oder A fusioniert mit B und du kriegst den blauen Brief und hast gar nichts, obwohl du immer fleissig und redlich gearbeitet hast.
Von solchen Ereignissen oder Entwicklungen sind wesentlich mehr Menschen betroffen worden als es Landwirte gibt, die aufhören.
Es wurde schon gesagt, die Landwirte die aufgegeben haben, können das durch den Verkauf ihrer Ländereien oft besser abfedern als die Kleingewerbler.
Ausserdem hat das Modell, nur Betriebe ab xy ha sind überlebensfähig und xy wird jedes Jahr ein wenig grösser, den inneren Verzehr schon eingebaut.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
- Rohana
- Förderer 2018

- Beiträge: 4789
- Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
- Familienstand: verheiratet
- Wohnort: Oberpfalz
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ja und? Was hat das mit "nachhaltig wirtschaften" zu tun und "stellen sich Gewinne von selber ein"?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
-
Benutzer 3370 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Rohana hat geschrieben:Ja und? Was hat das mit "nachhaltig wirtschaften" zu tun und "stellen sich Gewinne von selber ein"?
Wenn du nachhaltig wirtschaftest, dann gibt es deinen Betrieb morgen auch noch.Nachhaltiges Wirtschaften oder Corporate Sustainability (CS): Dies bedeutet, sein Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben
Wenn es deinen Betrieb morgen auch noch gibt, dann müssen sich die Gewinne von sebst eingestellt haben.
-
Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
RichardBurgenlandler hat geschrieben:Rohana hat geschrieben:Ja und? Was hat das mit "nachhaltig wirtschaften" zu tun und "stellen sich Gewinne von selber ein"?Wenn du nachhaltig wirtschaftest, dann gibt es deinen Betrieb morgen auch noch.Nachhaltiges Wirtschaften oder Corporate Sustainability (CS): Dies bedeutet, sein Kerngeschäft grundsätzlich sowohl sozial und ökologisch verantwortlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben
Wenn es deinen Betrieb morgen auch noch gibt, dann müssen sich die Gewinne von selbst eingestellt haben.
Wenn es den Betrieb morgen aber nicht mehr gibt weil die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist da ohne das der Betrieb dafür etwas kann,
was dann?
Ein Kleinbetrieb kann weder die Preise für die Produkte bestimmen, noch kann er die Preise für seine Einkäufe bestimmen,
produziert er zu teuer obwohl er seine Arbeitszeit zu gering entlohnt oder bietet der Markt nur unterirdische Preise (aus sicht des Kleinbauern) ist der Ofen einfach aus.
Kommen dann noch so schöne Forderungen nach neuer Gülletechnik (ein neues Güllefass kostest etwa 250.000€) oder neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten) wird immer öfter der Laden dicht gemacht bevor man sich hoch verschuldet und in wenigen Jahren alles wieder über den Haufen geworfen wird.
-
Benutzer 72 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das ist welche Größenordnung? nur so ungefähr ....Oelkanne hat geschrieben:neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten)
-
Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das ist eine Schätzung von mir für eine Betrieb mit 100 Sauen, 1000 Mastplätzen für Schweine oder 50 Kühe.ina maka hat geschrieben:Das ist welche Größenordnung? nur so ungefähr ....Oelkanne hat geschrieben:neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten)
In meinem Heimatort hat einer vor 3 Jahren einen neuen Kuhstall für 150 Kühe gebaut:
pro Kuh 10.000€, also 1,5 Millionen Euro Investitionssumme nur für den Stall.
Die Siloanlagen hat er teilweise vom alten Stall übernommen und für nur 500.000€ erweitert (totaler neubau 1 Mio).
Was der Abriss des alten Stalls und die Erdbau-/Asphaltarbeiten drum rum gekostet haben weis sich nicht.
