Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
- ohne_Furcht_und_Adel
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Würden die ganzen umherreisenden Tanklastzüge mit Gülle grundsätzlich illegal und würden die Tierexkremente vorrangig zunächst kompostiert, bevor die Felder damit gedüngt werden, wären komplizierte Auswertungsverfahren vielleicht meist unnötig.
Ja, der individuelle konvi Landwirt mag so naturverbunden sein wie er will, er ist ja oft nur ein Zahnrad in der ganzen Industrie und kann nicht alleine der Geschichte den überfälligen Schubs geben. Deswegen muß man auch nicht nur auf die Anwender einprügeln, als wären sie die Hauptschuldigen. Ich kann ja auch nicht einfach den Laboranten bei bayer dafür verantwortlich machen, was Roundup alles anrichtet.
Ja, der individuelle konvi Landwirt mag so naturverbunden sein wie er will, er ist ja oft nur ein Zahnrad in der ganzen Industrie und kann nicht alleine der Geschichte den überfälligen Schubs geben. Deswegen muß man auch nicht nur auf die Anwender einprügeln, als wären sie die Hauptschuldigen. Ich kann ja auch nicht einfach den Laboranten bei bayer dafür verantwortlich machen, was Roundup alles anrichtet.
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Oelkanne: Dank für den Hinweis!
Also wird mit CaCl2-Auszug gemessen.
Da wundern mich die Streuungen nicht.
Wenn man eine Probe sticht, werden die Feinwurzeln des Aufwuchses abgeschnitten, und durch die Tätigkeit der Mikroben wird dann sehr viel Stickstoff frei, der nicht aufgenommen werden kann und deshalb gehen die Werte hoch, wenn man nicht kühlt.
Ebenso gibts hohe Werte kurz nach Ernte, weil Unmengen tote Feinwurzeln abgebaut werden.
Das bedeutet, dass diese Methode nicht gut ist, um das zu messen, was man wissen will. Die grösste Menge von verfügbarem N ist bei einem halbwegs intakten Boden eben nicht frei in der Bodenlösung.
Wegen der Abhängigkit von Zufälligkeiten ist sie nicht einmal gut geeignet, um verscheidene Böden vergleichen zu können, die gleich (ungeschickt) beprobt worden sind.
Das erklärt auch, warum die Nitratgehalte in Gewässern zu hoch sein können, obwohl sich die Bauern an die Düngeverordnung halten.
Also wird mit CaCl2-Auszug gemessen.
Da wundern mich die Streuungen nicht.
Wenn man eine Probe sticht, werden die Feinwurzeln des Aufwuchses abgeschnitten, und durch die Tätigkeit der Mikroben wird dann sehr viel Stickstoff frei, der nicht aufgenommen werden kann und deshalb gehen die Werte hoch, wenn man nicht kühlt.
Ebenso gibts hohe Werte kurz nach Ernte, weil Unmengen tote Feinwurzeln abgebaut werden.
Das bedeutet, dass diese Methode nicht gut ist, um das zu messen, was man wissen will. Die grösste Menge von verfügbarem N ist bei einem halbwegs intakten Boden eben nicht frei in der Bodenlösung.
Wegen der Abhängigkit von Zufälligkeiten ist sie nicht einmal gut geeignet, um verscheidene Böden vergleichen zu können, die gleich (ungeschickt) beprobt worden sind.
Das erklärt auch, warum die Nitratgehalte in Gewässern zu hoch sein können, obwohl sich die Bauern an die Düngeverordnung halten.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wie erklärst du dir die Abweichung zwischen den Laboren, Emil? Da die Proben gemeinsam und nach derselben Vorgehensweise genommen, geteilt und verschickt wurden, dürfte es doch derartige Abweichungen nicht geben, wenn die Labore unter Einhaltung derselben Standards arbeiten...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
- emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wenn deine Annahme richtig ist, kann es wegen unterschiedlichen Temperaturbedingungen und mikrobieller Aktivität (unsorgfältiges Probenhandling - wie kommt die Probe vom Erdbohrer zum Labor) zu solchen Effekten kommen.Rohana hat geschrieben:Wie erklärst du dir die Abweichung zwischen den Laboren, Emil? Da die Proben gemeinsam und nach derselben Vorgehensweise genommen, geteilt und verschickt wurden, dürfte es doch derartige Abweichungen nicht geben, wenn die Labore unter Einhaltung derselben Standards arbeiten...
Auch die Hochrechnung von NO3¨und NH4" -Konzentrationen aus definierten Probevolumina zu kg N/ m2 Bodenfläche, die man wissen will, ist nicht ganz ohne, da sind noch einige Annahmen zu treffen. (Porenvolumen, Steinanteil, Wurzelmenge alles in Abhängigkeit von der Bodentiefe)
Es kann aber auch sein, dass nicht die gleichen Proben mehrfach gemessen wurden, sondern die Felder mehrfach unabhängig beprobt wurden.
Besser wäre die Bestimmung nach Kjeldahl, ist aber aufwendiger und teurer.
Ein Grundproblem an der Sache ist, dass es organisch im Bodenhumus gebundenes N gibt, das nur sehr langsam frei wird. Bodenchemie, vor allem Humuschemie, ist eine Sache für sich, da man es nie mit chemisch definierten Substanzen, sondern mit einem Gemisch aus schlecht definierbaren mehr oder weniger polymeren Huminsäurekomplexen zu tun hat. Eine totale Veraschung würde mehr als der pflanzenverfügbare Stickstoff liefern.
Was die Auswaschmethode nicht berücksichtigt und weshalb ich sie für ungeeignet halte, um Rückschlüsse auf pflanzenverfügbaren Stickstoff zu bekommen, ist, dass Pflanzen etwa einen Drittel der Nettophotosyntheseleistung in Wurzeln und Wurzelexsudate investieren. In armen Böden mehr, in überdüngten weniger. Damit wird ein ganzer Zoo von Mikroben und Pilzen am Leben gehalten, die dafür die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar machen.
Ein Boden ist nicht einfach eine Hydrokultur mit lehmigem Sand und Torf statt Blähton als Substrat!
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- Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Danke für deine Einschätzung

Nein, es geht aus dem Artikel klar hervor wie Probennahme und Zuteilung gelaufen ist.emil17 hat geschrieben: Es kann aber auch sein, dass nicht die gleichen Proben mehrfach gemessen wurden, sondern die Felder mehrfach unabhängig beprobt wurden.
Das weiss jeder Bauer! Bloss werden wir angehalten/gezwungen, nach dieser Methode vorzugehen...Ein Boden ist nicht einfach eine Hydrokultur mit lehmigem Sand und Torf statt Blähton als Substrat!
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
https://www.topagrar.com/acker/news/pfl ... tent=start
Nur durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln lässt sich die gesamte Bevölkerung ernähren mit den gleichzeitig geringsten negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
Auftraggeber war das EU Parlament, geforscht/analysiert hat die Universität Löwen (Belgien).
Hier haben also weder die Öko-Langfinger noch die Chemieindustrie in die Suppe gespuckt.
Nur durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln lässt sich die gesamte Bevölkerung ernähren mit den gleichzeitig geringsten negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
Auftraggeber war das EU Parlament, geforscht/analysiert hat die Universität Löwen (Belgien).
Hier haben also weder die Öko-Langfinger noch die Chemieindustrie in die Suppe gespuckt.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
....Nur durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln lässt sich die gesamte Bevölkerung ernähren mit den gleichzeitig geringsten negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
Von den Auswirkungen auf die Menschen wird nicht gesprochen???
Von den Auswirkungen auf die Menschen wird nicht gesprochen???
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst
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Benutzer 4754 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Wir sind Teil der Umwelt, das sollte dir bewusst sein.Hildegard hat geschrieben:....Nur durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln lässt sich die gesamte Bevölkerung ernähren mit den gleichzeitig geringsten negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
Von den Auswirkungen auf die Menschen wird nicht gesprochen???
Im Prinzip sind wir nicht mehr als ein paar bessere Affen die es eben zu etwas mehr als der Durchschnittsaffe gebracht haben.
Aber welche direkten Folgen hat es auf dich wenn ich morgen früh um 4 wieder mit der Spritze losfahre?
Richtig,
keine.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Bei der Studie wurde bestimmt nicht alles berücksichtigt. Logisch gibts weniger Erträge, wenn einfach die Gifte weggelassen werden und sonst nichts geändert wird. Da gehört ein wenig mehr dazu. Ausserdem müsste auch jeder seinen Fleischverbrauch reduzieren, dann kann man die Flächen fürs Soja mit nützlicherem Bepflanzen.
Wenn bei der Finanzierung der Studie kein Geld durchs Hintertürchen von so einem Chemiekonzern geflossen ist, fresse ich einen Besen! Auch Unis sind dort involviert, seis jetzt die Medizin oder Agrarabteilung!
Wenn bei der Finanzierung der Studie kein Geld durchs Hintertürchen von so einem Chemiekonzern geflossen ist, fresse ich einen Besen! Auch Unis sind dort involviert, seis jetzt die Medizin oder Agrarabteilung!
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viktualia
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Doch, es hat Auswirkungen: https://www.selbstvers.org/forum/viewto ... 92#p384492Aber welche direkten Folgen hat es auf dich wenn ich morgen früh um 4 wieder mit der Spritze losfahre?
Richtig,
keine.

