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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 14:47
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Wer fordert denn, diese Dinge zu verbieten weil sie giftig sind? Wer regt sich darüber auf dass sie benutzt werden? ...
Ja, wohl! Ich tät mich sehr aufregen, wenn ein Landwirt auf die Idee käme, den Salat mit Pril zu waschen, die Erdäpfel mit Benzin zu düngen oder mit Druckerschwärze die Blattläuse zu verteiben.

Die Frage dürfte wohl sein, welche und wieviele Gifte "man" in der freien Natur und dort, wo unser aller Lebensmittel wachsen anwenden ("verteilen") soll.

"Harmlos" ist es aber nicht. :im:

Ich konnte Oelkannes link nicht öffnen, ich weiß nur, dass er seeeehr unpassende Vergleiche verwendet hat
du reibst dich also allmorgendlich mit Pril statt Handcreme ein, putzt deine Zähne mit Vollwaschpulver?
Zu Frühstück gibt's bei dir bestimmt auch trockene Nudeln in Nähmaschinenöl geschwenkt und dazu ein Glas frischer Glasreiniger,
am besten gut gekühlt.

Der Maurer nimmt bestimmt statt trocken Shampoo lieber Zement und der Maler kippt lieber weiße Farbe statt Milch in sein Müsli.

Die Bürokauffrau finde Kosmetik zu teuer und knackt lieber die Tonerpatrone des Kopierers, und der Tankwart nimmt sein kühles Blondes aus der E10 Zapfsäule,
da fehlt ihm aber etwas die Schaumkrone...
und da wollte ich nur sagen, wie absurd das ist. :engel:

Mag sein, dass SunOdyssey auch ein bisschen übertrieben hat, aber:
harmlos sind diese "Gifte" (Pestizide, Pflanzenschutzmittel wie man´s nennen mag...) sicher nicht!!
Und das wird aber des öfteren behauptet.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 14:49
von Benutzer 72 gelöscht
Tjaja, geht bloss bestimmt nicht wenn jeder Eringer hat... oder wenn P€ta und Konsorten Kuhkämpfe verbieten (lassen) ;) abgesehen davon bin ich nicht scharf auf Umgang mit aggressiven Kühen mit Hörnern. Darf natürlich jeder halten wie er will - mir reicht Zweinutzung. :kaffee:
Ich habe extra für solche Diskussionen einen Faden in der relativen Realität eröffnet ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 03:06
von Benutzer 6456 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:
SunOdyssey hat geschrieben:Ich glaube erst, dass diese Substanzen harmlos sind, wenn sich die Leute, die das Zeug verspritzen, bei jedem (!) Durchgang auch selbst drunterlegen und sich vollspritzen lassen. Das bitte über ein paar Jahre und nicht sofort unter die Dusche rennen! Selber ablecken ist allerdings erlaubt!

:grinblum:
du reibst dich also allmorgendlich mit Pril statt Handcreme ein, putzt deine Zähne mit Vollwaschpulver?
Zu Frühstück gibt's bei dir bestimmt auch trockene Nudeln in Nähmaschinenöl geschwenkt und dazu ein Glas frischer Glasreiniger,
am besten gut gekühlt.

Der Maurer nimmt bestimmt statt trocken Shampoo lieber Zement und der Maler kippt lieber weiße Farbe statt Milch in sein Müsli.

Die Bürokauffrau finde Kosmetik zu teuer und knackt lieber die Tonerpatrone des Kopierers, und der Tankwart nimmt sein kühles Blondes aus der E10 Zapfsäule,
da fehlt ihm aber etwas die Schaumkrone...
Da ist ein gewaltiger Denkfehler drin in deinem Post! Wie schon sehr oft übrigens! Erstens vergleichst du Äpfel mit Birnen und zweitens behaupten all diese Leute nicht, dass das auf keinen Fall ungefährlich ist für die Natur und drittens haben wir eine Wahl!
Bei dem Zeugs, was hier versprüht wird, hat weder der Mensch noch das Tier, was auf den Flächen leben muss, eine Wahl! Und immer wieder wird behauptet, dass es doch total ungefährlich ist.

Na dann, siehe oben....

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 20:38
von sybille
Ich gebe es auf. Oelkanne und Rohana sind so festgefahren das es keinen Sinn mehr macht.
Zum Glück geht es hier auch anders und davon profitiere nicht nur ich sondern auch die Umwelt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 21:36
von Rohana
Festgefahren? Eher eingeparkt.

Eine Meldung, zu der ich leider keinen Link hab weil es derzeit nur einen Artikel aus dem Sächsischen Wochenblatt dazu gibt: "Vom Maschinenring Elb-Havel-Winkel in privaten Laboren veranlasste Untersuchungen von Bodenproben auf N-min-Werte bringen erhebliche Unterschiede zwischen den Instituten und zum Teil extreme Werte." Wo Labor1 für ein Feld 360 Nmin ermittelt, hat Labor 2 47,2 gefunden, auf einem anderen Feld hat Labor2 14, Labor3 124 .... :eek: :platt:
Wie soll man eine ansatzweise sinnvolle Düngebedarfsermittlung machen, wenn die Werte so eine Kaffeesatzleserei darstellen? Das kann doch echt nicht wahr sein.

(Zur Erläuterung: Nmin ist der Stickstoffgehalt im Boden, den man bei der Düngebedarfsermittlung anrechnet. Also quasi das, was sich die Pflanzen aus dem Boden holen (können sollten), weil es zu dem Zeitpunkt dort vorhanden ist. Der weitere Bedarf, ausgehend von der zu erwartenden Ernte, darf organisch (bis zu 170 N) und/oder mineralisch zugeführt werden.)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 21:41
von Benutzer 4754 gelöscht
SunOdyssey hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:
SunOdyssey hat geschrieben:Ich glaube erst, dass diese Substanzen harmlos sind, wenn sich die Leute, die das Zeug verspritzen, bei jedem (!) Durchgang auch selbst drunterlegen und sich vollspritzen lassen. Das bitte über ein paar Jahre und nicht sofort unter die Dusche rennen! Selber ablecken ist allerdings erlaubt!

:grinblum:
du reibst dich also allmorgendlich mit Pril statt Handcreme ein, putzt deine Zähne mit Vollwaschpulver?
Zu Frühstück gibt's bei dir bestimmt auch trockene Nudeln in Nähmaschinenöl geschwenkt und dazu ein Glas frischer Glasreiniger,
am besten gut gekühlt.

Der Maurer nimmt bestimmt statt trocken Shampoo lieber Zement und der Maler kippt lieber weiße Farbe statt Milch in sein Müsli.

Die Bürokauffrau finde Kosmetik zu teuer und knackt lieber die Tonerpatrone des Kopierers, und der Tankwart nimmt sein kühles Blondes aus der E10 Zapfsäule,
da fehlt ihm aber etwas die Schaumkrone...
Da ist ein gewaltiger Denkfehler drin in deinem Post! Wie schon sehr oft übrigens! Erstens vergleichst du Äpfel mit Birnen und zweitens behaupten all diese Leute nicht, dass das auf keinen Fall ungefährlich ist für die Natur und drittens haben wir eine Wahl!
Bei dem Zeugs, was hier versprüht wird, hat weder der Mensch noch das Tier, was auf den Flächen leben muss, eine Wahl! Und immer wieder wird behauptet, dass es doch total ungefährlich ist.

Na dann, siehe oben....
Egal ob Benzin, Waschmittel, Pflanzenschutzmittel, Zement oder Wandfarbe:
gemäß den Anleitung verwendet sind alle fünf ungefährlich.
Verstöst man aber, wie von Dir gefordert, gegen die Anleitung kann die ungefährlichkeit nicht mehr garantiert werden.

Wo hast du bitte eine Wahl?
OK, statt Waschpulver kann man auch Flüssigwaschmittel verwenden, statt Benzin Diesel tanken (aber bitte nicht in das selbe Auto), das macht es aber nicht "besser".
Kopierer funktionieren nur mit Toner/Tinte und bauen ohne Zement heute ist unmöglich.
Wenn du statt Dispersionsfarbe eine Kalkfarbe verstreichst wird es eher gefährlicher als umgekehrt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 22:19
von emil17
Zu den unterschiedlichen Ergebnissen zum N-Gehalt von Bodenproben kann ich nur sagen, dass man darüber ohne genaue Kenntnis des Beprobungskonzeptes und der Messmethode gar nichts sagen kann.
Um die Ergebnisse vergleichbar zu bekommen, müsste man sich exakt an die Beprobungsstandards der landwirtschaftlichen Ämter zur Ermittlung der gemäss Düngeverordnung massgeblichen N-Mengen halten. Das ist von jedem Labor, das beteiligt war, nachzuweisen und darzulegen.
Derartige Streuungen in Messkampagnen sind, wenn wir einmal annehmen, dass die Labors fähig sind, zu messen was im Reagenzglas ist, fast immer Indizien für grobe Fehler oder Unsorgfältigkeiten im Beprobungskonzept.
Zum Beispiel erlaubt die oft verwendete, weil bequeme Methode, das Nitrat und Ammonium im freien Bodenwasser zu messen (indem man eine definierte Menge Boden mit Destwasser auswäscht und dann photometrisch misst), keinen Rückschluss auf das pflanzenverfügbare N, weil gute Böden das N festhalten und nur mit Ionenaustausch freigeben.
Es misst ja auch keiner den allgemeinen Wohlstand in einer Stadt, indem er nachschaut, wieviel Geld auf der Strasse herum liegt.
Im Bodenwasser gelöstes N ist aber in Gebieten mit Niederschlagsüberschuss, wozu ganz Deutschland gehört, der Auswaschung unterworfen. Ungestörte Waldböden enthalten fast kein N im Bodenwasser, obwohl die Pflanzen alle gut stickstoffversorgt sind.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 22:23
von Rohana
emil17 hat geschrieben:Zu den unterschiedlichen Ergebnissen zum N-Gehalt von Bodenproben kann ich nur sagen, dass man darüber ohne genaue Kenntnis des Beprobungskonzeptes und der Messmethode gar nichts sagen kann.
Um die Ergebnisse vergleichbar zu bekommen, müsste man sich exakt an die Beprobungsstandards der landwirtschaftlichen Ämter zur Ermittlung der gemäss Düngeverordnung massgeblichen N-Mengen halten. Das ist von jedem Labor, das beteiligt war, nachzuweisen und darzulegen.
Naja, die Labore sind alle für diese Proben akkreditiert, da sollte man doch annehmen dass die das auch vernünftig machen? Insbesondere im Hinblick darauf, dass für die roten Gebiete demnächst eigene Bodenproben für Nmin (feldweise!) verpflichtend sind...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 22:52
von Benutzer 6122 gelöscht
Mal zwei - wie ich finde- positive Nachrichten, wie man Landwirte unterstützen könnte und Blühstreifen für Insekten fördern könnte:

Blüh-Paten in Thüringen. 170 Unterstützer haben sich schon gefunden. Ich finde, das ist eine tolle Idee! :)
https://www.n-tv.de/regionales/thuering ... 79812.html

Und mittels Stromanbieter Blühstreifen unterstützen:

https://www.agrarheute.com/energie/anbi ... fen-552126

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 00:01
von Benutzer 4754 gelöscht
emil17 hat geschrieben:Zu den unterschiedlichen Ergebnissen zum N-Gehalt von Bodenproben kann ich nur sagen, dass man darüber ohne genaue Kenntnis des Beprobungskonzeptes und der Messmethode gar nichts sagen kann.
Um die Ergebnisse vergleichbar zu bekommen, müsste man sich exakt an die Beprobungsstandards der landwirtschaftlichen Ämter zur Ermittlung der gemäss Düngeverordnung massgeblichen N-Mengen halten. Das ist von jedem Labor, das beteiligt war, nachzuweisen und darzulegen.
Derartige Streuungen in Messkampagnen sind, wenn wir einmal annehmen, dass die Labors fähig sind, zu messen was im Reagenzglas ist, fast immer Indizien für grobe Fehler oder Unsorgfältigkeiten im Beprobungskonzept.
Zum Beispiel erlaubt die oft verwendete, weil bequeme Methode, das Nitrat und Ammonium im freien Bodenwasser zu messen (indem man eine definierte Menge Boden mit Destwasser auswäscht und dann photometrisch misst), keinen Rückschluss auf das pflanzenverfügbare N, weil gute Böden das N festhalten und nur mit Ionenaustausch freigeben.
Es misst ja auch keiner den allgemeinen Wohlstand in einer Stadt, indem er nachschaut, wieviel Geld auf der Strasse herum liegt.
Im Bodenwasser gelöstes N ist aber in Gebieten mit Niederschlagsüberschuss, wozu ganz Deutschland gehört, der Auswaschung unterworfen. Ungestörte Waldböden enthalten fast kein N im Bodenwasser, obwohl die Pflanzen alle gut stickstoffversorgt sind.
Die Untersuchungsverfahren sind in DE einheitlich und in den sog. LUFA-Methoden definiert.
N-Min Untersuchung findest du unter Zeichen A 6.1.4.1
https://www.vdlufa.de/Methodenbuch/inde ... 08&lang=de

Die N-min Probe ist für uns Praktiker eine sehr fragile Sache.
Die Probennahme selbst mit dem bohrstock aus bis zu 90cm tiefe ist noch relativ problemlos mittels Technik lösbar.
Das viel größere Problem ist die Lagerung und der Transport der Proben:
das muss immer knapp über dem Gefrierpunkt erfolgen.
gefrorene proben mag das Labor nicht, zudem werden die Messergebnisse beim Auftauen verfälscht.
Viel schlimmer und das weit aus größere Problem ist das zu warme transportieren/lagern von Proben, fällt die Kühlung auch nur kurz aus schnellen die Ergebnisse in die Höhe.
Unteranderem deshalb halte ich die N-Min Methode für nicht praxisgerecht.

Ein deutlich besseres System ist die EUF-Methode die von der Südzucker AG angeboten wird:
hier ist keine Kühlung erforderlich da die Methode nicht ausschließlich den bereits gelösten Stickstoff erfasst (dessen Menge sich innerhalb weniger Tage gravierend ändern kann, rauf wie runter) sondern auch den nachlieferbaren Stickstoff ausweist.