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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 09:18
von emil17
Oelkanne hat geschrieben: ...
und jetzt?
Im Wasser haben Pestizide nichts verloren. Punkt.
Würde man die akkumulierte Menge statt jedes Produkt einzeln bewerten, dann wäre die Situation noch schlimmer als sie es ist.
Wenn der Agrarexperte sagt, es sei ja logisch, dass etwas im Wasser nachweisbar sei, nachdem man Gewässer aus intensiv bewirtschafteten Gegenden zur Haupteinsatzzeit messe, dann bedeutet das, dass die Anwender die Sache nicht im Griff haben.
Ausserdem sollen die Hersteller der Pflanzenschutzmittel die Unbedenklichkeit beweisen, nicht die Betroffenen den Schaden.
Wir diskutieren hier übrigens nicht über ein Verbot, sondern über die Einhaltung von per Gesetz vorgegebenen Grenzwerten.
Grenzwerte sind genau so sinnvoll und genau so verhandelbar wie Höchstgeschwindigkeiten auf Strassen.
einer der Experten im Link hat geschrieben:Wir haben ja die Umweltziele Landwirtschaft, da gibt es einen Rahmen. Und die Landwirtschaft ist daran, mit ihrem Aktionsplan PSM etwas zur Verringerung zu unternehmen.
Schön, also besteht Handlungsbedarf. Immerhin das ist unstrittig.
Das hingegen
Neonikotinoide, eine Gruppe hochwirksamer Insektizide. Auch sie sind Nervengifte und kommen natürlich vor, wie beispielsweise in der Tabakpflanze.
ist so nicht ganz richtig: Neonicotinoide sind Derivate, d.h. von der chemischen Struktur her vom Nicotin abgeleitete Substanzen, die es so natürlicherweise nicht gibt und die synthetisch hergestellt werden. Zudem befindet sich Nicotin natürlicherweise in der Pflanze, da es im Geweben gebildet wird, und bleibt auch dort. Das bedeutet, dass kein Lebenwesen, das nicht an einem Tabak herumnagt, damit in Berührung kommt.
Der Vergleich im Link, der eine Verharmlosung bezweckt, ist deshalb unzulässig, denn "unterschiedliche chemische Substanzen haben unterschiedliche Eigenschaften" (Grundkurs Chemie, erstes Kapitel).
Genau so unpassend könnte man deshalb sagen, was haben Sie gegen Lawinen, Schnee ist doch ein Naturprodukt.
Richtig hingegen ist der Umkehrschluss - bloss weil etwas natürlicherweise vorkommt, ist es noch lange nicht harmlos. Prominente Beispiel sind Blausäure (als Glykosid in Bittermandeln, Kirschkernen usw.) oder Monofluoracetat, eines der potentesten Gifte, chemisch von der Essigsäure abgeleitet und natürlicherweise in südafrikanischen Ginftpflanzen vorhanden.

Bleibt noch das Argument der Konkurrenzfähigkeit, das im Link angesprochen wird. natürlich ist das für jemanden, der davon leben muss, das zentrale Problem.
Ich frage mich aber, ob der Steuerzahler Umweltschäden sowie deren Behebung zwangsweise mitfinanzieren muss, nur damit ein Gewerbe konkurrenzfähig bleibt.
Ich verlange auch, dass er mitzureden hat, wenn er das tut, welche Ziele (Menge und billig, oder gut und umweltschonend und teuer) vorrangig sind.
Wenn ich als Konsument hochpreisige, weil umweltschonend produzierte Lebensmittel kaufe, dann muss ich die Kollateralschäden der anderen, die billig produzieren, ja trotzdem mittragen. Ich zahle also zweimal. Deshalb ist es nicht angängig, einfach alles auf die Konsumenten abzuschieben.
Deshalb müssen Umweltstandards per Gesetz und für alle (nicht nur für die Landwirtschaft!) gelten und kompromisslos durchgesetzt werden, auch wenn die davon finanziell betroffenen quietschen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 09:49
von Benutzer 6456 gelöscht
Ich glaube erst, dass diese Substanzen harmlos sind, wenn sich die Leute, die das Zeug verspritzen, bei jedem (!) Durchgang auch selbst drunterlegen und sich vollspritzen lassen. Das bitte über ein paar Jahre und nicht sofort unter die Dusche rennen! Selber ablecken ist allerdings erlaubt!

:grinblum:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 12:37
von Benutzer 4754 gelöscht
SunOdyssey hat geschrieben:Ich glaube erst, dass diese Substanzen harmlos sind, wenn sich die Leute, die das Zeug verspritzen, bei jedem (!) Durchgang auch selbst drunterlegen und sich vollspritzen lassen. Das bitte über ein paar Jahre und nicht sofort unter die Dusche rennen! Selber ablecken ist allerdings erlaubt!

:grinblum:
du reibst dich also allmorgendlich mit Pril statt Handcreme ein, putzt deine Zähne mit Vollwaschpulver?
Zu Frühstück gibt's bei dir bestimmt auch trockene Nudeln in Nähmaschinenöl geschwenkt und dazu ein Glas frischer Glasreiniger,
am besten gut gekühlt.

Der Maurer nimmt bestimmt statt trocken Shampoo lieber Zement und der Maler kippt lieber weiße Farbe statt Milch in sein Müsli.

Die Bürokauffrau finde Kosmetik zu teuer und knackt lieber die Tonerpatrone des Kopierers, und der Tankwart nimmt sein kühles Blondes aus der E10 Zapfsäule,
da fehlt ihm aber etwas die Schaumkrone...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 12:51
von Benutzer 72 gelöscht
:hmm: :hmm: :dreh: :aeug:

Ich wasche auch den Salat nicht mit Pril (ich wasche nicht mal unser Geschirr damit ... Ich nehme ein ganz "ungiftiges" Bio-Handspülmittel :mrgreen:
weil Pril will ich nicht auf unserem Grundstück versickern lassen.

Das Wasser des kärntner Wörthersees war damals getestet und mit Trinkwasserqualität ausgezeichnet worden.
Ja, ich hab draus getrunken! :lol:

Das verstehe ich unter "harmlos".

Druckerschwärze, Vollwaschpulver, Pril und Benzin - wer nennt das alles "harmlos"?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 14:18
von Rohana
ina maka hat geschrieben: Druckerschwärze, Vollwaschpulver, Pril und Benzin - wer nennt das alles "harmlos"?
Wer fordert denn, diese Dinge zu verbieten weil sie giftig sind? Wer regt sich darüber auf dass sie benutzt werden? ... :roll:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 14:47
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Wer fordert denn, diese Dinge zu verbieten weil sie giftig sind? Wer regt sich darüber auf dass sie benutzt werden? ...
Ja, wohl! Ich tät mich sehr aufregen, wenn ein Landwirt auf die Idee käme, den Salat mit Pril zu waschen, die Erdäpfel mit Benzin zu düngen oder mit Druckerschwärze die Blattläuse zu verteiben.

Die Frage dürfte wohl sein, welche und wieviele Gifte "man" in der freien Natur und dort, wo unser aller Lebensmittel wachsen anwenden ("verteilen") soll.

"Harmlos" ist es aber nicht. :im:

Ich konnte Oelkannes link nicht öffnen, ich weiß nur, dass er seeeehr unpassende Vergleiche verwendet hat
du reibst dich also allmorgendlich mit Pril statt Handcreme ein, putzt deine Zähne mit Vollwaschpulver?
Zu Frühstück gibt's bei dir bestimmt auch trockene Nudeln in Nähmaschinenöl geschwenkt und dazu ein Glas frischer Glasreiniger,
am besten gut gekühlt.

Der Maurer nimmt bestimmt statt trocken Shampoo lieber Zement und der Maler kippt lieber weiße Farbe statt Milch in sein Müsli.

Die Bürokauffrau finde Kosmetik zu teuer und knackt lieber die Tonerpatrone des Kopierers, und der Tankwart nimmt sein kühles Blondes aus der E10 Zapfsäule,
da fehlt ihm aber etwas die Schaumkrone...
und da wollte ich nur sagen, wie absurd das ist. :engel:

Mag sein, dass SunOdyssey auch ein bisschen übertrieben hat, aber:
harmlos sind diese "Gifte" (Pestizide, Pflanzenschutzmittel wie man´s nennen mag...) sicher nicht!!
Und das wird aber des öfteren behauptet.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 14:49
von Benutzer 72 gelöscht
Tjaja, geht bloss bestimmt nicht wenn jeder Eringer hat... oder wenn P€ta und Konsorten Kuhkämpfe verbieten (lassen) ;) abgesehen davon bin ich nicht scharf auf Umgang mit aggressiven Kühen mit Hörnern. Darf natürlich jeder halten wie er will - mir reicht Zweinutzung. :kaffee:
Ich habe extra für solche Diskussionen einen Faden in der relativen Realität eröffnet ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 03:06
von Benutzer 6456 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:
SunOdyssey hat geschrieben:Ich glaube erst, dass diese Substanzen harmlos sind, wenn sich die Leute, die das Zeug verspritzen, bei jedem (!) Durchgang auch selbst drunterlegen und sich vollspritzen lassen. Das bitte über ein paar Jahre und nicht sofort unter die Dusche rennen! Selber ablecken ist allerdings erlaubt!

:grinblum:
du reibst dich also allmorgendlich mit Pril statt Handcreme ein, putzt deine Zähne mit Vollwaschpulver?
Zu Frühstück gibt's bei dir bestimmt auch trockene Nudeln in Nähmaschinenöl geschwenkt und dazu ein Glas frischer Glasreiniger,
am besten gut gekühlt.

Der Maurer nimmt bestimmt statt trocken Shampoo lieber Zement und der Maler kippt lieber weiße Farbe statt Milch in sein Müsli.

Die Bürokauffrau finde Kosmetik zu teuer und knackt lieber die Tonerpatrone des Kopierers, und der Tankwart nimmt sein kühles Blondes aus der E10 Zapfsäule,
da fehlt ihm aber etwas die Schaumkrone...
Da ist ein gewaltiger Denkfehler drin in deinem Post! Wie schon sehr oft übrigens! Erstens vergleichst du Äpfel mit Birnen und zweitens behaupten all diese Leute nicht, dass das auf keinen Fall ungefährlich ist für die Natur und drittens haben wir eine Wahl!
Bei dem Zeugs, was hier versprüht wird, hat weder der Mensch noch das Tier, was auf den Flächen leben muss, eine Wahl! Und immer wieder wird behauptet, dass es doch total ungefährlich ist.

Na dann, siehe oben....

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 20:38
von sybille
Ich gebe es auf. Oelkanne und Rohana sind so festgefahren das es keinen Sinn mehr macht.
Zum Glück geht es hier auch anders und davon profitiere nicht nur ich sondern auch die Umwelt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 21. Apr 2019, 21:36
von Rohana
Festgefahren? Eher eingeparkt.

Eine Meldung, zu der ich leider keinen Link hab weil es derzeit nur einen Artikel aus dem Sächsischen Wochenblatt dazu gibt: "Vom Maschinenring Elb-Havel-Winkel in privaten Laboren veranlasste Untersuchungen von Bodenproben auf N-min-Werte bringen erhebliche Unterschiede zwischen den Instituten und zum Teil extreme Werte." Wo Labor1 für ein Feld 360 Nmin ermittelt, hat Labor 2 47,2 gefunden, auf einem anderen Feld hat Labor2 14, Labor3 124 .... :eek: :platt:
Wie soll man eine ansatzweise sinnvolle Düngebedarfsermittlung machen, wenn die Werte so eine Kaffeesatzleserei darstellen? Das kann doch echt nicht wahr sein.

(Zur Erläuterung: Nmin ist der Stickstoffgehalt im Boden, den man bei der Düngebedarfsermittlung anrechnet. Also quasi das, was sich die Pflanzen aus dem Boden holen (können sollten), weil es zu dem Zeitpunkt dort vorhanden ist. Der weitere Bedarf, ausgehend von der zu erwartenden Ernte, darf organisch (bis zu 170 N) und/oder mineralisch zugeführt werden.)