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Re: alte Rezepte

Verfasst: So 3. Feb 2019, 20:34
von Doris L.
Vermutlich kennt hier schon jeder Feiertags Rezepte: http://www.feiertagsrezepte.de/rezepte/ ... /home.html und Mehlspeisen : http://www.feiertagsrezepte.de/literatu ... /home.html

Re: alte Rezepte

Verfasst: Mo 4. Feb 2019, 06:10
von hobbygaertnerin
Wow, da find ich soviele Rezepte, da wird mein mehlspeisenliebender Göttergatte nur noch schmausen. Was es da alles an Rezepten gibt, staun.
Bei Gemüsegerichten darf ich nur nicht den Satz- das ist besonders Xsund- verwenden, er mag eigentlich alles an Gemüsigem als Salat, aber so mit Aufläufen usw. da hat er immer so wenig Hunger. :)
Aber es gibt Hoffnung, mit der Zeit hab ich mehr und mehr Gerichte auf den Tisch gebracht, die gut ankommen.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Mo 4. Feb 2019, 09:07
von Doris L.
Nur die blau unterlegten Rezepte kann man öffnen, leider. Sind schon mehr geworden als am Anfang als ich diese Seite entdeckte.
http://www.feiertagsrezepte.de/literatu ... /home.html Vo 1843, hier wird beschreiben wie man zu Hefe vom Bier kommt, wie man sie richtig behandeln muß, Hirschhorn kochen und mehr Rezepte die für uns in der Handhabe schon exotisch sind. Braunmehl, wer kennt das noch?

Re: alte Rezepte

Verfasst: Mo 4. Feb 2019, 14:24
von Zacharias
Ob das heute noch so funktioniert mit der Brauhefe, wage ich zu bezweifeln. Werde ich aber mal probieren.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Mi 6. Feb 2019, 05:32
von hobbygaertnerin
Was mir beim Lesen der Rezepte sehr positiv rübergekommen ist, was es da alles an Suppeneinlagen gab.

Re: alte Rezepte

Verfasst: Sa 2. Mär 2019, 16:58
von Doris L.
Für heute habe ich Griesklöße machen wollen und im Netz gesucht. Ganz das richtige fand ich nicht aber einen Küchenkalender von Anno Tobak mit Speisen für jeden Tag, gleich mit Rezepten. https://books.google.de/books?id=ayI7AA ... &q&f=false Seite 76 für den 2 März.

Re: alte Rezepte

Verfasst: So 3. Mär 2019, 03:39
von hobbygaertnerin
Sehr interessant, was 1831 so auf den Tisch kam.
Beim Schauen ist mir aufgefallen, dass damals sehr viel Suppe gekocht wurde-
alles ohne Magg... Fix und Suppenwürfel.
Wenn auch diese Fix und Suppenwürfel die Arbeit erleichtern, so eine langsam gekochte Suppe schmeckt auch heute noch ganz anders.

Re: alte Rezepte

Verfasst: So 3. Mär 2019, 08:11
von Doris L.
1927 wird auf jeden Fall mit Maggi gewürzt: Hier http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-ku ... age-8380/7, das zweite Suppenrezept. Interessant ist das Fleischlose Gerichte in den Rezepten sind. Butter und Eier werden verwendet. Überhaupt Eier, die werden selbst im Winter großzügig verwendet, 10-12 Eier pro Rezept sind keine Seltenheit.
In irgendeinem alten Buch wird Erbswurst Suppe empfohlen, die kenne ich auch noch.

Noch früher ist irgendwo eine Beschreibung wie man Fleischsuppen Extrakt selbst herstellt damit man immer einen Vorrat davon hat. Diese Masse wird getrocknet und wenn man etwas braucht Stücke davon abgebrochen. Leider weiß ich nicht mehr wo ich das gefunden habe. Ich habe soviel in den alten Büchern gestöbert.

Es gibt Rezepte für Froschschenkel, Biber und Maikäfersuppe und noch andere für uns heutige exotische Zutaten. Lebkuchen werden auch im Januar noch gebacken, das ist heute nach Weihnachten ja tabu. Ich esse Lebkuchen für mein Leben gern, also sollte ich mich an heute gar nicht stören :holy:

Schwierig sind für mich viele Begriffe die man heute gar nicht mehr kennt. Nach Hohlbeere mußte ich guugeln.

Re: alte Rezepte

Verfasst: So 3. Mär 2019, 08:49
von hobbygaertnerin
Eichhörnchen und Waldrappe ( ein selten gewordener Vogel)wurden auch verspeist- nicht als Arme-Leute Futter, sondern bei den Oberen.
Was Oben modern war, ging dann in Stufen nach Unten.
Wenn ich es noch recht in Erinnerung habe, hat Justus von Liebig den Suppen- bzw. Fleichwürfel erfunden.
Hab neulich mal in einem Anfall von Zeitverschwendung die Inhaltsliste von Suppenwürfeln und Fleischwürfeln, ein paar Fixprodukte m LEH , gelesen und wenn so eine langsam gekochte Suppe auch Arbeit macht, zeitaufwendig ist, es ist mir lieber als Suppenwürfel oder -würze.
Im Herbst mache ich jedes Jahr einige Gläser Suppenwürze aus Gemüse, das kommt zur gekochten Fleischsuppe dazu-
auch eine gute Sosse aus Knochen ist ein Luxusprodukt, aber der Geschmack :holy:
Lebkuchen hab ich noch in der Gefriertruhe, für ein paar Mal gibts noch an trüben niesligen Tagen Tee mit den frisch aufgetauten Lebkuchen, schmecken ganz anders als diese ewig lange im Voraus gebackenen Elisenlebkuchen in den Päckchen. Ausserdem ärgert es mich, dass überall in dem gekauften Zeugs Palmfett und Unmengen an Zucker verarbeitet werden, in meine Lebkuchen kommt Honig und wenn nötig Butter.
Wir haben dank der heutigen Möglichkeiten ein grosses Angebot an Lebensmitteln zu jeder Zeit, man braucht nicht mehr viel in der Küche stehen, wenn man es nicht will, aber das lesen der Zutatenliste ist immer sehr ernüchternd.

Re: alte Rezepte

Verfasst: So 3. Mär 2019, 12:21
von Doris L.
Jaja, Justus Liebig war das mit den industriellen Fleischextrakten. Ich meine aber was anderes, selbstgemachtes und gefunden habe ich es in meinem eigenen alten Kochbuch von 1900.

Glace, getrocknete Fleischessenz oder Suppenzelten
Man bedeckt den Boden einer weiten Kasserolle mit Nierenfett, Zwiebelscheiben, zerschnittenen Mohrrüben, Petersilienwurzeln, Sellerie und Porree; dann legt man 2 kg. zerschnittenes Ochsenfleisch und 1 kg. Kalbfleisch darauf und dünstet es bei mäßiger Hitze mit einigen Eßlöffel Wasser, bis der Saft hellbraun ist. Nun gießt man 6 Liter Bouillon darauf und lässt es langsam sieden, wobei man sorgfältig abschäumt. Nachdem man die Brühe 6-7 Stunden hat kochen lassen , gießt man sie durch eine Serviette , läßt sie erkalten und entfettet sie.
Am andern Tag siedet man sie auf hellem Feuer in einem flachen Geschirr stark ein und stellt sie wieder an einen kühlen Ort.
Am dritten Tag kocht man sie , nachdem man sie nochmals entfettet , im Wasserbade noch dicker ein, wobei natürlich beide Gefässe unverdeckt sein müssen.
Nachdem sie wieder eine Nacht am kühlen Ort gestanden , muß sie jetzt so fest sein , daß man mit einem Messer Stücke abschneiden kann.
Man trocknet dieselben in einem kühlen Luftzuge, wickelt sie in Papier und bewahrt sie in einer Schachtel an einem kühlen trockenen Ort.

Ich hatte noch ein anderes Rezept gefunden, aber ich habe nicht die Absicht das nachzumachen. Da braucht man am Besten ein Holzofen.
Frisches Suppengemüse mache ich auch in Salz ein, oder Thymian in Salz. Bleibt ewig haltbar.

Lebkuchen oder Lebzelten darf ich ja gar nicht soviel machen, die wären ratzfatz gegessen :roll: