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Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: Sa 7. Mär 2026, 18:21
von Eule
welche Faktoren hindern Menschen an egoistischem Verhalten? 1. Überlebensnotwendigkeiten und 2. affektive Bindungen.
In Stammesverbänden war soziale Isolation (ausgestoßen, "verbannt" sein) nahezu identisch mit einem Todesurteil, darum hatte die Gemeinschaft immer Vorrang vor dem Individuum. In größeren Gruppen übernehmen "Regeln" die Sicherung der Gemeinschaft, wenn die affektiven Beziehungen dafür nicht mehr ausreichten (Anonymität). Regeln "funktionieren" nur, wenn sie eingehalten werden, was in der Gemeinschaft akzeptiert, kontrolliert u. bei Verstoß sanktioniert wird. Gibt es solche Regeln nicht, oder werden sie nicht durchgesetzt, passiert das, was Vera erlebt hat.

Das ist jetzt stark vereinfacht, ich weiß, aber ich sehe einfach auch die statistische Wahrscheinlichkeit, dass unter 250 - 300 Leuten genügend (eine "handvoll" reicht) A...löcher vertreten sind, um das beschriebene Ergebnis zu erzielen, als sehr hoch an.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: Sa 7. Mär 2026, 19:36
von emil17
Andersrum: was haben solche Projekte, die schon über Jahre funktionieren, gemeinsam und welche Anfangsfehler haben sie nicht gemacht?

Familie kann auch so oder so sein, da gibt es neben denen, die dem Ideal nahe kommen, auch schlimme Sachen, etwa der Familienpatriarch, der seine Untertanen pardon Frau und Kinder übel geschunden hat, oder der missratene Sohn, der alles durchgebracht hat, was die anderen erarbeitet haben, oder auch der Altbauer, der nicht übergeben kann, ohne weiter überall mitreden zu wollen.
Ein Grund des häufigen Scheiterns sehe ich darin, dass die Zielgruppe nicht definiert ist. Diejenigen, die in der Anfangsphase des Projektes in Vorleistung gegangen sind, können nicht einschätzen, wen sie da als Mitträger begrüssen.
Es kann auf zwei Arten schief gehen. Einmal indem motivierte und auch redliche Leute kommen, die aber nichts können, weil ihnen jede praktische Veranlagung abgeht (gibt sich, hat und macht Mühe), und dann andere, die gar nicht vorhaben, sich wirklich zu engagieren, sondern nur so tun und dann wieder verschwinden, meist mit grossem Kollateralschaden. Die tun sich leicht, weil die anderen ja offen für Neues sind und an das Gute im Menschen glauben. Da haben so dröge Sachen wie Geld, Verträge, Pflichtenheft und so weiter einen schlechten Ruf.

Das ist dann wie in einem Rentensystem, wo Leute Leistungen beziehen, die nichts beigetragen haben. Kennt man die Leute schon länger persönlich, dann weiss man, ob man sie trotzdem unterstützen sollte oder ob es einfach Drückeberger sind.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: Sa 7. Mär 2026, 20:34
von Rohana
Kirschkernchen hat geschrieben: Sa 7. Mär 2026, 18:16 Rohana: "Mann und Frau, und was wenn du bissl mehr Leute brauchst als nur zwei?"

In mehreren hunderttausend Jahren Menschheitsgeschichte hats gereicht, erst seit 50 Jahren verbessern wirs.
Mit welchem Erfolg, Rohana?
Hast du nach dem grün zitierten aufgehört zu lesen? Und, ich hab Kinder. Eins sogar mit seinen drei Jahren handwerklich sehr kompetent. Trotzdem ist er erst 3 und nicht 30 und insofern in seiner Leistungsfähigkeit noch ziemlich beschränkt.
Die Strukturen, die bei uns greifen, bauern allesamt auf Verbindlichkeit auf. Dabei sind Familienbande nur bedingt notwendig - das einzige was es braucht sind verbindliche, langfristige Absprachen zwischen zwei oder mehr Parteien, die beiden Seiten bei essentiellen Aufgaben nützlich sind.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: So 8. Mär 2026, 07:35
von emil17
Die Familie funktioniert, wenn die Mitglieder so aufgewachsen sind, dass es gar nicht hinterfragt wird, wer wie davon profitiert, wenn man für die anderen etwas tut. Ich ziehe nicht Kinder gross, weil es sich für mich rechnet, und meine Kinder helfen mir nicht, weil es sich für sie lohnt. Wenn sich auch noch alle respektvoll behandeln, wird das alles nicht als Last empfunden, sondern als selbstverständlich. Respekt fängt schon damit an, dass man den anderen nicht mehr Arbeit macht als nötig, und dass man ein wenig mit- und vorausdenkt.
So gesehen ist Verbindlichkeit ein juristischer Begriff, den es erst braucht, wenn Personen miteinander etwas vereinbaren, die nicht anderweitig verbunden sind.

Die Frage ist, wie man ein funktionierendes Zusammenleben erzwingen kann, wenn sich Personen zusammentun, die ganz unterschiedliche Geschichte haben und sich nicht kennen.
Früher und oft auch heute noch wurde das mit Religion und strenger Rollenverteilung erreicht. Es soll ja aber mit persönlicher Freiheit zusammengehen.

Ich persönlich glaube nicht daran - Zusammenarbeit mit manchen Personen kann so hilfreich sein wie ein Jagdhund, den man dem Wild hinterhertragen muss.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: So 8. Mär 2026, 17:06
von aron
emil17 hat geschrieben: So 8. Mär 2026, 07:35

Die Frage ist, wie man ein funktionierendes Zusammenleben erzwingen kann, wenn sich Personen zusammentun, die ganz unterschiedliche Geschichte haben und sich nicht kennen.
Vorschlag:
Anwärter auf Mitgliedschaft in dem Projekt sollten erst mal eine Probezeit ihm Projekt verbringen, sagen wir ein halbes Jahr und wenn es denn passt, eine gewisse Geldsumme in das Projekt einbringen. Falls es dann irgendwann doch nicht mehr passen sollte, gibt es die eingebrachte Geldmenge nur dann zurück, falls sich eine Ersatzperson für den „ Aussteiger“ finden sollte, der die gleiche Geldsumme einbringen kann und von der Restgruppe akzeptiert wird.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: So 8. Mär 2026, 17:55
von Kirschkernchen
Vorstellungsgespräch, Probezeit und verwirkbare Kaution.
Bekommt man dann nicht genau die Leute in das Projekt, vor denen Aussteiger fliehen?
Fehlt noch ein gut ausgefüllter Impfpass.

Sucht man dann nicht eher geeignete Mitarbeiter?
Wir melden uns bei ihnen...
...bei ihrem Kronenchakra.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: So 8. Mär 2026, 17:57
von aron
Wieso schließt das eine das andere aus?

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: So 8. Mär 2026, 19:51
von Rohana
Ich sag's mal so, es haben alle gut reden, die nicht den Schaden haben - materiell und immateriell. Letzten Endes muss es für den Ausrichter der ganzen Geschichte passen (genauso wie für die Mitwirkenden!), da soll und darf doch der bzw. diejenige sich frei entscheiden wie das Verfahren laufen soll.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: Mo 9. Mär 2026, 17:15
von aron
Klar kann der Projektleiter das Verfahren aussuchen, mit dem er seine Mitstreiter findet!
Mein Vorschlag zielt darauf hin, das Risiko, einen ungeeigneten Mitstreiter zu finden, zu minimieren.

Re: Gratisgrundstück für SV-Gemeinschaft

Verfasst: Di 10. Mär 2026, 11:34
von Till
Ich halte den Austausch darüber, was nicht wie erwartet gelaufen ist und dahingehende Verbesserungsvorschläge für durchaus sinnvoll.

Mein Vorschlag ist, sich erstmal eine schon länger "funktionierende" Gemeinschaft anzusehen und sich ggf. dieser auf Zeit anzuschließen, um lernen, was man (nicht) will und wie man das (nicht) umsetzen kann.
Mich interessiert u. A. ob Vera irgendwelche Miet- oder Nutzungsverträge geschlossen hatte.