ihno hat geschrieben:Wir haben es gestern noch auf dem Markt über die Sonderstellung der Landwirtschaft gehabt. Keine "normale " Firma fängt an in einer Absatzkrise mehr Menge zu produzieren . Nur dem Landwirt fällt nix anderes ein als in einen übervollen Markt noch mehr Kühe zu kaufen und noch mehr Milch zu produzieren.
Gärtner sollen da übrigens nicht viel besser sein.
Naja. Die Landwirte müssen sehr langfristig planen und wurden seit Jahrzehnten darauf gedrillt, antizyklisch zu investieren.
D.h. Ställe bauen und Maschinen kaufen, wenn der Markt am Boden liegt, weil dann beides billiger ist und weil man dann startklar ist, wenn der Markt wieder hoch geht.
Die Milchmenge in D hat auch nicht oder nur ganz wenig zugenommen, weil den Neubauten auch viele aufgebende Betriebe gegenüber stehen, oder die Neubauten wegen der niedrigen Preise noch nicht voll belegt werden. Europaweit hat die Menge aber angezogen.
Trotzdem sind die Käselager wohl ziemlich leer und auch das übliche Horten von Milchpulver für das Weihnachtsgeschäft soll bei den Molkereien bisher ausgeblieben sein, wohl wegen der Verunsicherung, ob die Preise nicht noch weiter fallen.
Mein Verdacht ist aber, dass der Milchmarkt ähnlich wie der Schweinemarkt inzwischen eine solche Sättigung erfahren hat, dass die üblichen Zyklen sich immer mehr in die Tiefpreisphase verschieben.
Aber selbst die Milchmarktexperten wagen derzeit keine Prognosen oder geben sehr gegensätzliche Prognosen ab.
Die Intervention scheint bisher nur im Baltikum wirklich angelaufen zu sein, wo die Auswirkungen des verlorenen russischen Marktes extrem sind.
Ich bin jedenfalls sehr froh, keinen neuen Milchviehstall und die zugehörigen Schulden an der Backe zu haben.