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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2019, 08:30
von Rohana
Lemminge? Naja. Man kann nur so oft das Rad neu erfinden. Milch ist ein Massenprodukt, genau wie Fleisch oder Mehl. Natürlich kann man sich von anderen abheben indem man jetzt z.B. Eringer-Milch anbietet, die wecken die Kampfkuh in dir, oder so. Als Nische mag das taugen - solange bis ein paar mehr das machen, dann muss deine Eringer-Milch von der Superkuh sein oder sonstigwelche besonderen Merkmale aufweisen. Solange, bis andere gleichziehen...
Klar darf und soll man seine Leistung vermarkten (Weidemilch, Biomilch, Heumilch...) aber sobald das Standard wird, ist der Vorteil dahin. GVO-frei ist da das beste Beispiel für. Das höher-schneller-weiter macht auch vor diesen "Hervorhebungsmerkmalen" nicht halt, so erstrebenswert sie auch sein mögen. Da unser Standort nix in der Richtung Weide/Heumilch wirtschaftlich leisten kann, können wir so oder so nicht mitspielen. Vielleicht bei A2-Milch
Achja, Eringer-Milch würde ich gerne mal verkosten, sagst dann Bescheid?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2019, 08:36
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Milch ist ein Massenprodukt, genau wie Fleisch oder Mehl.
Was wäre, wenn jeder das nötige Land hätte, sich selber zu versorgen - wären dann "die Bauern" noch immer sooo wichtig??
Wer täte dann noch die undankbare Aufgabe übernehmen, Pestizide zu erzeugen, Traktoren zu bauen oder Haare zu schneiden? (bei uns in der Familie mach ich das

)
nur so zum nachdenken, ich halte Landwirte nicht für Menschen, die nichts können, aber "Landwirt" ist man in erster Linie, weil man Land hat (oder eben wegen der Ungerechtigkeit, die emil erwähnt hat - Land pachtet).....
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2019, 08:40
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Da unser Standort nix in der Richtung Weide/Heumilch wirtschaftlich leisten kann, können wir so oder so nicht mitspielen.
etwas anderes anbaun??
hat nicht jeder Standort seine speziellen Besonderheiten?
Jeder Ort hat die passende Kuh
- oder so ähnlich??
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2019, 08:45
von Rohana
Stell dir vor jeder hätte das nötige Land, hätte er auch die nötige Motivation die Arbeit zu machen und die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse, die Arbeit gut zu machen? Land haben ist das eine, Land bewirtschaften das andere. Siehe Kiesvorgärten und Rasenmähroboter.
etwas anderes anbaun??
hat nicht jeder Standort seine speziellen Besonderheiten?
Jeder Ort hat die passende Kuh
- oder so ähnlich??
Bei uns wachsen Steine besonders gut, aber die will keiner haben
Manche Standorte sind halt speziell unergiebig, ich fürchte das ist schwierig zu vermarkten

kauft unsere Milch, da steckt besonders viel Arbeit drin! oder so...

Nein, ernsthaft, ich denke wir sind schon recht gut an den Standort angepasst so wie wir derzeit wirtschaften, aber wir sind ja nicht im Vakuum, um uns rum tut sich auch was. In 10 Jahren wird es sicher anders sein.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2019, 18:21
von emil17
Ich bin der Ansicht, dass Standard-Lebensmittel aus der Umgebung kommen sollen, wenn diese solche erzeugt, und dass man, wenn man in einer Gegend wohnt, die gute Standard-Lebensmittel erzeugt, sich auch zur Hauptsache davon ernähren soll. Milch zum Beispiel ... es gibt keinen Grund, warum man z.B. in einem Supermarkt in der Nähe von Darmstadt Milch aus der Normandie kaufen können soll. Die ist zweifellos gut, aber wenn ich in der Normandie bin, fehlt mir Milch aus Hessen nicht, die zweifellos auch gut ist.
Damit musst du auch keinem aus einer anderen Region Konkurrenz machen. In Gegenden mit viel Milchwirtschaft muss man halt Käse draus machen. Ist der gut und hat einen Namen, so kriegt man auch einen anständigen Preis dafür. Hier ist das so, die Käserei kann alles ohne Werbung verkaufen, obwohl die Landwirtschaft hier "nur" Wein und Milchprodukte sowie etwas Fleisch erzeugt.
Man kann natürlich auch nur so eine Art essbaren Gummi herstellen, dafür hunderte von Tonnen, und dann über die schlechten Preise klagen.
Eringer-Milch? Ist halt Milch, wir beziehen sie von der Molkerei um die Ecke roh, so um die 70 Liter pro Monat. Die ist je nach Jahreszeit anders, Im Mai hat sie wesentlich mehr Rahm als im Herbst.
Wir bezahlen etwa die Hälfte der Differenz von dem, was der Bauer kriegt, zum Abgabepreis im Supermarkt. Das ist für uns ein doppeltes Geschäft - besserer Preis und keine Milchpackungen im Abfall.
Von Juni bis Ende September gibts keine, weil dann die Milch auf der Alp verkäst wird.
Label oder Bo-Zertifikat? Brauchts nicht, man kennt sich.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2019, 20:32
von Rohana
emil17 hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, dass Standard-Lebensmittel aus der Umgebung kommen sollen, wenn diese solche erzeugt, und dass man, wenn man in einer Gegend wohnt, die gute Standard-Lebensmittel erzeugt, sich auch zur Hauptsache davon ernähren soll.
Soweit die Theorie, der ich auch zustimme. Aber was meinst du welcher Anteil der Verbraucher a) weiss, wo seine Milch, sein Fleisch und sein Mehl ursprünglich herkommt und sich b) dafür interessiert? Ich weiss jedenfalls wie schwierig es sein kann wenn man versucht das im Supermarkt oder Discounter rauszufinden, damit habe ich mich lange beschäftigt, und wohl dem, der in der Nähe eine entsprechende kleinstrukturierte Infrastruktur hat (Bäcker, Metzger z.B.)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2019, 10:22
von Sonne
Rohana hat geschrieben:Bei uns wachsen Steine besonders gut, aber die will keiner haben
Dito. Wir sind auch steinreich.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2019, 18:39
von emil17
Da wo ich wohne, baute man früher die Häuser aus Holz, weil sie die Steine für die Berge gebraucht haben.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 07:07
von Benutzer 4754 gelöscht
emil17 hat geschrieben:In der Schweiz (Kanton Bern) sind bei einer
Untersuchung von Kleingewässern über 80 problematische Substanzen gefunden worden, die vorwiegend oder ausschliesslich aus der Landwirtschaft stammen.
Weitere Substanzen kommen unterhalb der Einmündunge von geklärten Abwässern hinzu.
Bereits eine
Untersuchung der EAWAG hat vor zwei jahren auf das Problem hingewiesen.
Ebenfalls typisch ist eine
Stellungnahme der Agrarwirtschaft dazu:
Die Kleingewässer seien nicht repräsentativ für die Schweiz ausgewählt worden, die meisten Schweizer Kleingewässer seien geringer belastet.
Das stimmt, aber: Das Ziel der Studie war die Untersuchung von Kleingewässern
in intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Da die Schweiz 2/3 ihrer Fläche im Gebirge hat, wo nur extensive oder gar keine landwirtschaftliche Nutzung ist, ist dieser Vorwurf eigentlich eine Bestätigung der Vermutung: Die Landwirtschaft ist die eine Hauptursache der Belastung, wenn Gewässer mit Einzugsgebiet aus landwirtschaftlicher Nutzfläche stärker belastet sind.
Die andere Quelle sind ungenügend geklärte Abwässer (oder Substanzen, die sich in Kläranlagen nicht ausreichend zurückhalten lassen).
https://www.schweizerbauer.ch/tiere/ueb ... 48553.html
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 20. Apr 2019, 08:03
von Benutzer 72 gelöscht
Bei dem link warnt mich Kaspersky!
"könnte eine attackierende Seite sein"