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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 14. Apr 2019, 19:03
von Benutzer 4754 gelöscht
Natürlich gibt es Möglichkeiten die Produktion immer noch und noch Umweltfreundlicher zu gestalten, von den Tieren immer weniger Leistung zu verlangen (wobei keine Milchkuh und kein Mastschwein leidet,
im Gegensatz zur freien Wildbahn sind die Zustände im Stall fast paradiesisch aus Sicht des Schweins [der Pegel des Stresshormons Cortisol ist im Wildschwein doppelt so hoch wie beim Hausschwein im Stall]).
Aber all das lässt sich nicht umsetzen wenn man dadurch den Betrieb ruiniert.
Die Politiker können ja sagen was sie wollen, es würde keiner hören wenn es nicht die Medien gäbe die das gesagte ungeprüft weiterverbreiten.
Leider rechnen sich ein Großteil der Journalisten den Grünen zu,
einer Partei die bekanntlich wenig empfänglich ist für trockene Fakten und statt dessen eher auf Meingsmache durch schüren von Ängsten setzt.
Aber genau deshalb sollte jeder Journalist des Themengebiets Politik/Landwirtschaft/Umwelt jedes Jahr 8 Wochen (in der Zeit von Mai bis September, in der Viehhaltung ganzjährig) Praktika auf einem ldw Betrieb machen,
sozusagen als "Sachkundenachweis".
Leider werden sie das nie müssen.
Leider.
Edit:
ich sehe auch das manches anderst, teilweise auch strenger geregelt werden sollte
präferiert werden aber Gießkannen und Holzhammer Methoden die nur zerstören aber die Probleme nicht lösen
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 14. Apr 2019, 19:31
von Benutzer 4754 gelöscht
https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/glyph ... t-100.html
Würden sich alle Berichte auf diesem, rein sachlichen, Niveau befinden wäre das sehr erfreulich
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 14. Apr 2019, 20:47
von Rohana
sybille hat geschrieben:
Aber! Ihr, die ihr Landwirtschaft studiert habt, habt ihr jemals etwas hinterfragt?
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie anscheinend vorausgesetzt wird dass die, die Landwirtschaft studiert oder gelernt haben, nicht(s) hinterfragen. Wie kommt es zu diesem Gedankengang? Würdest du das auch andere Menschen vom Fach fragen, Logopäden oder Automechaniker... ?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 14. Apr 2019, 22:37
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Würdest du das auch andere Menschen vom Fach fragen, Logopäden oder Automechaniker... ?
Ich schon - vor allem bei den Ärzten, die mir Impfungen empfehlen
Oelkanne hat geschrieben:Ist doch alles unnütz wenn jeder Landwirtschaft kann...
Vielleicht ist was dran, daran, dass jeder "Landwirtschaft kann". Vor nicht allzu langem konnte nur sattwerden, wer "Landwirtschaft konnte" und in meiner Kindheit gab es gar keine landwirtschaftliche Ausbildung - die konnten das trotzdem alle.
und das sage ich jetzt
nicht, weil ich die Landwirtschaft minder schätze, das sage ich, weil eigentlich jeder Mensch alles können sollte - zumindest selber beurteilen und auswählen, was (für ihn) gut ist.
Überall und immer

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 14. Apr 2019, 22:49
von Benutzer 72 gelöscht
@Brunnenwasser: sorry, ich hab mich triggern lassen.
Aber Ölkanne hätte seinen Beitrag in den neuen Faden schreiben sollen, dann hätte ich auch dort geantwortet.
Ich finde, das waren echt keine Meldungen aus der Landwirtschaft
Oelkanne hat geschrieben:Die Politiker können ja sagen was sie wollen, es würde keiner hören wenn es nicht die Medien gäbe die das gesagte ungeprüft weiterverbreiten.
Leider rechnen sich ein Großteil der Journalisten den Grünen zu, ....
Egal wo man liest, ob in der Zeitung, im Fernsehen, im Internet oder es im Radio hört:
heutzutage kann jeder Landwirtschaft.
Und vor allem eines können alle:
besser als die "dummen Bauern".
[.....]
In diesem Land leben anscheinend 79,4 Millionen Landwirtschaftsexperten und 0,6 Millionen "dumme" die Landwirtschaft praktizieren.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 15. Apr 2019, 07:43
von emil17
Hier werden zwei Dinge verwechselt.
Oelkanne meint das rein operative Geschäft. Wie man ein Feld mit einem Schlepper pflügt und wie man effizient eine Substanz mit 2.4 kg/ha ausbringt, das können Berufslandwirte zweifellos besser als Laien.
Die anderen kritisieren zu Recht die Rahmenbedingungen und was überhaupt gemacht wird, und da hat die Öffentlichkeit sehr wohl mitzureden. Wie mehrfach gesagt, Landwirtschaft bewirtschaftet die Hälfte der Fläche Deutschlands.
Wenn landwirtschaftliche Aktivitäten beispielsweise regelmässig zu Problemen im Gewässerschutz führen, dann darf die Öffentlichkeit sehr wohl dreinreden, was die Landwirte machen. Dann ist es auch nicht zielführend, vorzurechnen, dass nicht sein kann, was offenbar ist, und folglich die Landwirte alles richtig machen.
Verkehr, Siedlungspolitik, Verpackungsmüll und vieles andere mehr sind auch solche Baustellen. Hier geht es aber um die professionelle Landwirtschaft.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 15. Apr 2019, 07:59
von Rohana
Über das, was du "mitreden" nennst, kann man immernoch trefflich streiten, ich fürchte was Ölkanne meint ist dass über die Landwirtschaft hemmungslos und unter Applaus tendenziös, diffamierend bis schlichtweg falsch berichtet wird und niemanden störts anscheinend. Wie will die Öffentlichkeit produktiv bei irgendwas mitreden, wovon sie weder Ahnung hat (da kann keiner was für) noch korrekte Fakten serviert bekommt? Muss ja nichtmal unbedingt Landwirtschaft sein.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 15. Apr 2019, 09:48
von emil17
Da hast du wohl recht.
Einserseits gibt es ideologische Standpunkte, die mit hekömmlicher Landwirtschaft schlichtwegs unvereinbar und deshalb auch nicht der Vernunft zugänglich sind. Mit Sektenmitgliedern kann man ja auch nicht über ihre Religion diskutieren.
Aber:
Gegenüber der Mehrzahl der Leute, die sich berechtigte Sorgen machen, hat die kommerzielle Landwirtschaft einen beachtlichen Anteil an Verantwortung, denn berechtigte Anliegen werden pauschal abgeschmettert, "ihr habt keine Ahnung und das Problem existiert überhaupt nur wegen tendenziöser Berichterstattung und ihr wollt Zusatzleistungen zum Nulltarif".
Es ist eben nicht so, dass jeder, der dazu seine Meinung äussert und nicht vom Beruf ist, keine Ahnung hat und tendenziös ist, wenn seine Meinung unbequem ist.
Es wäre weise, wenn ein Berufsstand, der nur dank Subventionen noch überlebt hat, etwas sorgsam mit der öffentlichen Meinung umgeht. Dazu gehört, dass man die Anliegen der Diskussionsgegner ernst nimmt, wenn sie nicht vollkommen absurd sind. Die Umweltprobleme in der Landwirtschaft existieren aber, und man muss nicht vom Fach sein, um sie zu bemerken - ich erwähne wieder mal die mit Glyphosat abgespritzten Felder im Frühjahr und die Tatsache, dass man in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft Probleme mit der Trinkwasserversorgung hat.
Der Anspruch, dass die Nahrungsmittelproduktion umweltverträglich zu sein hat, ist genauso berechtigt wir der, dass der Bauer davon leben können soll.
Nach dem Verursacherprinzip ist zuerst immer der in der Pflicht, der die problematischen Substanzen (egal ob Gülle oder Pestizid) ausbringt, und erst in zweiter Linie der Hersteller und erst nachher der Konsument.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 15. Apr 2019, 19:06
von sybille
Rohana hat geschrieben:sybille hat geschrieben:
Aber! Ihr, die ihr Landwirtschaft studiert habt, habt ihr jemals etwas hinterfragt?
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie anscheinend vorausgesetzt wird dass die, die Landwirtschaft studiert oder gelernt haben, nicht(s) hinterfragen. Wie kommt es zu diesem Gedankengang?
Würdest du das auch andere Menschen vom Fach fragen, Logopäden oder Automechaniker... ?
Ja, ich mache z.B. noch lange nicht alles was mir die die Ärzte ... sagen und bin damit bisher gut gefahren. Ich hinterfrage Vieles, denke und bilde mir dann eine eigene Meinung.
Gerade heute kam das Thema Insekten und Bienen im Radio. Es ging zwar um Kleingärten bzw. private Steingärten aber es lies mich darüber nachdenken das es zu meiner Kindheit noch Rebhühner und Fasanen in den Feldern gab. Die gibt es schon lange nicht mehr. Hasen und Vögel gibt es auch immer weniger genau wie Insekten, Bienen ... Das kann nicht nur daran liegen das die Besitzer der Kleingärten nichts dafür tun. Sicher, wenn diese mehr auf eine funktionierende Natur achten würden würde das etwas bewirken aber der Großteil der Natur wird u.a. von der konventionellen Landwirtschaft zerstört. Natürlich spielt auch die Industrie, die Abholzung für Windkrafträder ... eine große Rolle.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 15. Apr 2019, 19:21
von Rohana
emil17 hat geschrieben:
Es ist eben nicht so, dass jeder, der dazu seine Meinung äussert und nicht vom Beruf ist, keine Ahnung hat und tendenziös ist, wenn seine Meinung unbequem ist. [...] Dazu gehört, dass man die Anliegen der Diskussionsgegner ernst nimmt, wenn sie nicht vollkommen absurd sind.
Sicher, nicht jeder

und zwischen "ernstzunehmen" und "nicht vollkommen absurd" liegen noch ein paar Welten... das Problem ist halt auch dass es nicht DEN Bauern gibt, nicht nur EINE Produktionssituation und die Komplexität der ganzen Geschichte es schwierig macht, allgemeingültige Regeln aufzustellen, die für die Praxis taugen.
Das Verursacherprinzip wie von dir angeführt wird aber der Sache nicht gerecht: Warum wird nur eine Seite, nämlich der Produzent, für die Produktion belangt (und der muss ja in Vorleistung gehen!), wenn die Produktion für die abnehmende Seite essentiell ist? Ist ja klar dass Bauer nicht ohne Konsument kann, genauso wenig wie andersrum. Also sollten BEIDE die Verantwortung tragen, nicht nur einer. Sprich, wenn der Bauer verpflichtet wird Bio zu produzieren, muss der Konsument verpflichtet werden Bio abzunehmen. Wenn das gegeben wäre, hätten wir mindestens die Hälfte der aktuellen Probleme nicht... ein Traum
Es wäre weise, wenn ein Berufsstand, der nur dank Subventionen noch überlebt hat, etwas sorgsam mit der öffentlichen Meinung umgeht.
Meinst du nicht dass es noch Bauern gäbe auch ohne Subventionsprogramme? Die Städter müssen was essen, da führt kein Weg dran vorbei
