Lasagne
Ich hatte gemischtes Hackfleisch gekauft, ohne klare Vorstellungen von der Verwertung zu haben. Mach ich öfter so; irgendwas fällt mir immer ein. Deshalb auch nicht ganz original, denn ich hatte keine Hähnchenleber.
Auch ..äh.. modifiziert - man soll ja die (fertig gekauften) Lasagneblätter vorkochen. Das mache ich aber nicht. Statt dessen besteht mein erster Arbeitsgang im Herausholen der Lasagneform (Die nenne bloß ich so aufgrund ihrer hauptsächlichen Verwendung).
Wieviele Teigblätter brauche ich gleich nochmal? Kann ich mir nie merken. Ok, sechs bei zwei Lagen. Diese sechs Blätter in die Lasagneform und selbige unter den Hahn, bis sie gut mit Wasser bedeckt sind. Hinstellen.
Und jetzt geht's los:
Ein bißchen Schinkenspeck, der sich noch im Kühlschrank rumtreibt, in Fettes und Mageres geteilt, das Fette in Würfelchen zerschnipselt und ganz langsam an- und ausgebraten.
1 Zwiebel, ein Stück Sellerie und 'ne Mohrrübe (die einzigen eigenen Bestandteile) auch in feine Würfel geschnitzt und rein in die Pfanne. Hab noch ein bißchen Butter zum Speckfett gegeben.
Dann das Hackepeter-/Schabefleischgemisch hinterher und zu Krümeln zerteilen. Dann auch die mageren Anteile vom Schinkenspeck dazu; natürlich auch in kleine-Würfel-Form gebracht. Anbraten lassen, bis es bräunlich wird. Immer mal rühren.
Dann ein kleines Döschen Tomatenmark dazu, ruhig auch noch das Ausgespülte und mit Brühe aufgießen; so ein Viertelliter auf ein Pfund Gehacktes. (Ich hab schnöde Würfelbrühe genommen.)
Sachte eine Weile kochen lassen.
In der Zwischenzeit hab ich eine Bechamelsauce gemacht, das geht schnell:
Zwei Eßlöffel Butter in einer Pfanne schmelzen. Nicht braun werden lassen!
Dann zwei Eßlöffel Mehl dazugeben und mit der Butter vermischen. Diese Klumpen mit etwas Milch angießen, immer bei kleiner Flamme. Notfalls ab und an die Pfanne vom Herd ziehen. Rühren, rühren, bis die Milch kocht und sich mit den Mehl-/Butterklumpen verbindet. Alles schön glatt rühren und dann wieder Milch dazugeben und kochen und verbinden lassen und rühren, rühren, rühren. Dies solange, bis aus der Pampe eine dicke, klumpenfreie Sauce ensteht. Ich hab ungefähr einen halben Liter Milch verbraucht. Mit Muskat und etwas Salz würzen.
Jetzt müßte die nichtvorhandene Hähnchenleber in die Hackfleischpfanne. Zu kleinen Würfeln zerhackt, versteht sich.
Jetzt noch schnell Käse raspeln und ... Halt mal, beim Käse mach ich das auch nicht ganz original. Eigentlich gehört auf eine Lasagne Parmesan und nur Parmesan. Da der recht trocken ist, setzt man ein paar Butterflöckchen obendrauf. Ich finde aber, die Butter schmilzt sich nach unten und macht nur die Lasagne fetter; oben der Käse bleibt trocken. Deshalb streue ich ein Gemisch aus Schnittkäse und Parmesan drauf. Irgendwas zwischen halb und und halb und eins zu zwei.
Also
zwei Käsesorten raspeln, ich hatte noch Leerdamer und 'ne Ecke Parmesan.
Jetzt bin ich fertig und die eingeweichten Teigplatten sind geschmeidig wie Lappen. Die Form eingebuttert, die untersten drei Nudelblätter ausgelegt und die größere Hälfte (

) der Hackfleischsauce draufgestrichen. Darauf die halbe Bechamelsauce und darauf die kleinere Hälfte Käse gestreut. Und auf das Ganze die anderen drei Nudelblätter. Jetzt alles nochmal von vorn. Abschließend großzügig mit dem Käse bestreuen.
Mist, hab die ganze Hackfleischsauce verbraucht - eigentlich sollte es morgen oder übermorgen Spaghetti Bolognese geben.
Egal. Ab mit dem Auflauf in die vorgeheizte Backröhre; in 'ner halben Stunde sollte die Lasagne gut sein.
"Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag."
Tschechow